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Jeschurun · 1868-10-01 · Heft 1 (Oktober 1868) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 1 (Oktober 1868)
Date
1868-10-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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Die Hoffnungslosigkeit der Neformbestrebungen. )2 sicht Liese theilweise Anerkennung gerechtfertigt und durch volle Aneig«älug des noch Fehlenden, durch gänzliches Abschüttelu alles Fremdartigen mit dem nichtjüdischen Bruder eins zu werden sich bemühen sollte. — Waren es doch so bekannte, vertraute Gedanken, welche die Menschen erfüllten,' waren es doch Lehren des Judenthums, die proklamirt wurde, — sollte nicht die längst erhoffte, verheißene große Zeit der Erlösung gekommen, der glorreiche Morgen der Menschheit angebrochen sein? — Statt in diesem Erwachen der Menschheit wiederum eine neue Dokumentirung der jüdischen Wahrheit und Lehre zu erblicken und sich freudig hinzugeben der neuen schönen Zeit und zugleich um so inniger das väterliche Heiligthum zu umsaffen, und so um so würdiger der Segnungen zu werden, welche der allliebende Vater der Menschheit, der große Weltenmeister, üb^ die Menschheit und Israel erblühen ließ — war man verblendet genug, in dem jüdischen Gesetze das einzige Hinderniß zu erblicken, welches noch zu überwinden war um als emaneipirte Deutsche voll einzutrcten in den Kreis der Mitbürger. Im traurigen Wahne vermeinte man in den Lehren der Humanität, des Rechts und dsr Freiheit, die aus nichljüdischem Munde ertönte, — welche ja nur erst. Bruchtheile der jüdischen Wahrheit waren — das Höchste und Einzige erblicken zu müffen, was fortan noch Geltung im Kreise der Menschheit haben dürfe und bemühte sich alles Andere abzustreifen und vollständig in Uebereinftimmung zu sein mit den übrigen Bürgern. — Die Beobachtung aller der Gesetze, von welchen schon vor Tausenden von Jahren die Erfahrung gelehrt, daß sie den Nichtjuden fast unverständlich seien, schwand immer mehr Ln jüdischen Kreisen und das Leben gestaltet sich immer mehr den jüdischen Satzungen entfremdet. Die Beobachtung der Sabbath-, Festzeiten- und Speisegesetze ward immer seltener bei den sogeuannten Gebildeten und man lebte sich immer mehr in unjüdische Anschauungen und Gewohnheiten ein. Die Regierungen aber dachten an nichts weniger, als an die Bildung eonfesfionsloser Staaten, vielmehr bestrebten sie sich Religion und Kirche zu größerem Ansehen und Einlluß zu verhelfen. Somit erschien es auch in jüdischen Kreisen geboten, dieser ״Strömung der Zeit" Rechnung zu tragen. Man befand sich aber in der

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