Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Don der Pflege des sittlichen Momentes und sogenannten Beruf zu erfüllendes sittliches Pflichtgebot, sollten diese Gedanken je zu den ״überwundenen" zählen, sollten sie nicht vielmehr zuletzt als die siegreichen und mit ihrem Siege das allgemeinste Hell vorbereit nden ״Uebe. minder" aller dem Menschenheil entgegenstehenden Elemente sich bewähren? Bildet namentlich das ״Gesetz", dessen Wissenschaft die hier angedeuteten Anschaungen pflegt, nicht noch jetzt den bedeutsamen Mittelpunkt einer ״jüdischen" Schule, die, wie die unsere, sich als Bildungsstätte eines, in lebenvollstem Zusammenhänge mit allem Wahren und Guten einer frisch pulstrenden Gegenwart, in ungeknickwr Vollkraft sich entfaltenden ״jüdischen" Lebens begreifen möchte? Und sollten es zunächst diese Schu-!en nicht als ihre Aufgabe zu begreifen haben, die Idee der Geistesbildung als sittlicher Pflichtthat, sowie der gesammten Lebensaufgäbe als Lösung des Pflichtgebotes, als Grundhebel aller ihrer Bestrebungen zu wahren, und damit nicht nur sekundär, sondern in jeder an ihre Zöglinge zu stellenden Anforderung, mit dem Zwecke intellektuellen Fortschritts gleichzeitig die Uebung treuer Sittenpflicht zu pflegen? Wir wenigstens möchten mit diesen andeutenden Zeilen einer solchen Auffassung unserer Gesammtschulaufgabe bei unfern Schülern, bei den Eltern unserer Schüler und bei unfern Mitarbeitern an dem Werke der Iugendbildung Vorschub leisten. Wecken wir bei unfern Schülern die ״reine" Lust zum Lernen, die reine Freude am Wissen und Können, begeistern wir sie für die durch's ganze Leben in stetem Fortschritt zu übende Dildungsarbeit an dem eigenen Geist, und wir geben ihnen eine Richtung mit in's Leben hinaus, die sie befähigt, eine von allem Schicksalswechsel unabhängige Lebensfreude zu genießen und durch fortarbeitendes geistizes Streben sich gegen Versinken in menschenunwürdige Verküm-- merung sicher zu stellen. Nicht sowohl Wissen macht frei. Die L!ebe zum Wissen und die Freude am Wissen, das Werthhalten geistigen Erwerbes verleiht dem Menschencharakter geistige Schwingen, die ihn über die in beiden Extremen, der Gunst und der Ungunst des Geschickes, lauernden Cbarakter-Gefahren siegreich emporhalten. Lassen wir sie mit dem A. B. Cder Schule sofort das A. B. C. der Pflicht Aufgabe des Lebens beginnen, daß die Schule l icht nur ״für's Leben lerne", sondern in Mitten der wirklichen