Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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in der Schule. 17 Lebenserfüllungen sich bewege, pffanzen wir den einen einzigen Grundgedanken, den Gedanken der ״Pflicht" in den jungfräulichen Boden ihrer Seele, den Gedanken, aus welchem alles Große und Edle, alles Reine und wahrhaft Beglückende sprießt, lehren wir sie das ganze Leben, auch die Aufgabe der Geistesbildung, auch die Aufgabe des einstigen ״Brod- und Standes-Erwerbes" und die Vorbereitung dazu, aus dem reinen Gesichtspunkte der Pflicht begreifen und würdigen, auf, daß ihr ganzes Schulleben sittlich sich adele, sie mit Lösung einer jeden, auch rein unterrichtlichen Schulanforderung, sich der Lösung einer rein sittlichen Pflichtaufgabe bewußt werden, und wir werden mit Allem, was wir von ihnen für ihr ״Wissen und Können" erzielen, zugleich ihr sittliches Dollen üben und somit ihr ganzes Schulleben zu einer großen Uebungsanstalr der einzigen großen Kunst des Lebens gestalten, der Kunst freudizer Pflichterfüllung, deren Virtuosität doch zuletzt aller» über Werth und Uawerth, über Wohl und Weh unsers hiniedizen Seins ent- * scheidet. Suchst du das Höchste, das -Größte? Tie Pflanze kann es dich lehren. Was sie willenlos ist, sei Du es wollend — das ist's! Diese Worte, mit welchen der deutscheste Nationaldichter jüdische Lebensweisheit gelehrt, bürgen uns dafür, daß wir mit diesen jüdischen Anschauungen nur Das angedeutet, dem die Zukunft des Reinmenschlichen winkt. Giebt es doch nur eine Erlösung, die gleichzertiz von aller Sünde und allem Uebel erlöst, und das ist die freudige Huldigung der Pflicht mit vem Thun und Lasten des ganzen Lebens. S. R. Hirsch. 2