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Jeschurun · 1868-10-01 · Heft 1 (Oktober 1868) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 1 (Oktober 1868)
Date
1868-10-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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14 Don der Pflege des sittlichen Momentes Mensch aus Allem lerne, auch seine ganze Lebensaufgabe in die Erfüllung des Willens^ seines Herrn und Meisters aufgehen zu lasten, und mit diesem freien Gehorchen der Schaar der in diesem Gehörchen heiter ihr Dasein vollendenden Weltenschaaren in heiterbeg'ücktem Bewußtsein sich anzuschließen. Es ist begreiflich, wie unter dem Einfluß solcher Anschauungen uwoketllim der Bibel, weit entfernt einer wisienschaftlichen Naturforschung im Wege zu stehen, sind sie es eben, die die rationelle Naturbetrachtung angebahnt. So sehr man siL auch von gewisser Seite dagegen strauben mag, so ist es doch eine hlstorisch nachweisbare Wahrheit, daß erst mit der durch das Volk der jüdischen Bibel der Menschheit wieder gewordenen Betrachtung der Welt als des Werkes eines Einzigen, freien, denkenden, und seine Gedanken mit der Allmacht seines Willens verwirklichenden Schöpfers, eine rationelle Erforschung der Natur möglich und wirklich geworden. Sucht doch eine ״denkgerechte" Naturforschung nichts Anderes als die Ermittelung des Gedankens, der in einer Erscheinung der Natur Stoff und Form, Kraft und Gesetz geworden. Selbst eine materialistisch Gert leugnende Natursorschung muß das Felihrer Forschungen doch als ein Reich verkörperter Gedanken betrachten, die unter der Hülle der Erscheinungen zu entdecken, ibr Stolz und ihre Freude ist. Ter Denker dieser Gedanken, der die Gedanken vorgedackt, deren Spuren sie nachdenkend verfclgt, bildet, — wie sehr sie ihn auch verleugnet, — die unabweisbare Vorauesetzung ihrer geistigen Bestrebungen, und mir jedem neuen Erfolge ihrer Arbeit, mit jedem Schritte vorwärts zu dem Ziele, das ihr als Triumph ihrer Erkenntniß winkt, die große Mannigfaltigkeit der Erscheinungen unter die Einheit eines ein.zigen Gesetzes harmenisch zurückzuführen, trägt sie nur einen Stein mehr zu dem Tempel Des herbei, den ihr-Mund verleugnet, zu tem Tempel des Einen Einzigen, dessen Gedanken die Welt erfüllen, und ״in dessen Tempel Sein All Seine Herrlichkeit ausspricht." — Zu diesem ganzen Triumph des Jahrhunderts bilden eben jene ״Wunder der Bibel", jene Lebr- und Ueberzeugungsthatcn Gottes der jüdisch nationalen Erfahrung den Ausgangspunkt; denn eben sie haben, einer ganzen heidnischen, Welt zerfällenden, und sie dem Zwange blinder Netbwendigkcil unterstellenden Anschauung gegenüber/ die Ueberzeugung von dem Einen, Einzigen, freien Weltschöpfer, nicht mir dem schwankenden Dafürhalten eines Glaubens, sondern mit der uner'chütterlichen Gewißheit des Wissens, in die Brust des jüdischen Volkes als Basis aller andern Erkenntnisse gesenkt und es befähigt, mit den Lichtsaaten dieser Erkenntniß den Geistesacker der Menschheit zu bestellen.

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