Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Don der Pflege des sittlichen Momentes Pflichtgebotes begreift, so auch die Arbeit an der Bildung des Geistes nur als reine Pflickttbat und zwar von böchster Eminenz erkennt, und daher auch das Kind mit dem ersten Ä D- C. seiner Bildungsarbeit in den reinsten Lebensdienst sttllicher Pflichterfüllung einführend weibt. Wenn aber diese Anschauung zufällig den geistigen und sittlichen Lebensnerv-eines alten und ewig jungen Kultur- Volkes bildet, wenn eben diese Anschauung sich als nicht den gerinzsten geistigen Hebel bewährt bat, der diesem Volke die un verwüstliche Lebensfrische erhielt und besten Söhne zu jenem welthistorischen Gange durch allen Wechsel vrüsungsvoller Iabrhunderte befähigte, wenn es eben die jüdische Anschauung von der sittlichen Bedeutung geistiger Bildung ist, die wir skizziren möchten, so wird man, wenn nur die Sache für sich svricht, unserm Standpunkte die Meinung zu Gute halten, daß sie nichtsdestoweniger, oder vielleicht eben deßhalb, die rein menschliche zu sein gewürdigt werden dürfte. Altjüdische Weisheit hat die Wechsel-Antinomien ausgesprochen: Im en chocÜTma en jira im en jira en choclima, ohne Geistesbildung keine sittliche Bildung, ohne sittliche Bildung" keine Geistesbildung, und hat damit Beides, die Arbeit an der Bildung des Geistes und an dem sittlichen Charakter, als ewig unzertrennbare Aufgabe ihres Volkes dahin gestellt. Lu dor jere chet, welo am haarez chassid. kein Ungebildeter, war ihre Ueberzeugunz, wird wahrhaft sündenscheu und kein Ununterrichteter wird den sittlichen Adel selbstldser Hingebung erreichen. Darum war sie aus s:ttlichen Gründen ein Feind der Unwissenheit, setzte Unterricht, Aufklarunz des Geistes, Erlangung wissenschaftlicher Bildung, als das erste Gebot aller Sittengebote, machte die Verbreitung geistiger Bil« düng unter alle ihre Schickten zum ersten Anliegen der Nation und den geistbildenden Unterricht der K׳nder zur ersten, heiligsten Vaterpflickt. Daß sein Kind kein dar unam haarez, kein geistig ungebildeter, ununterrickteter Mensch bleibe, ist, wo der Geist dieser altjüdischen Weisheit waltet, des jüdischen Vaters ernsteste Gewisscnsirage. So gewiß sie den Schwerpunkt nickt!m Wiffen, sondern im Erfüllen erblickte, lo damidrs^ed ickar ela hammaasse, und ihr erst das reckte Tbun als Prüfstein des reckten Wisiens galt; so gewiß sie das rechte Wissen nur da suchte, wo jiratb oketo