Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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in der Schule. 7 Vorsicht, Genauigkeit, Umsicht, den ganz gleichen Energien im sittlichen Gebiete gar'wohl zu Gute kommen, und es dürfte somit das Schulleben, so gewiß es zunächst die intellektuelle und technische Ausbildung der Jugend zu pstezen bat, denn doch in keiner Weise so arm an Ausbeute für die sittlichen Zwecke der Jugendbildnnz sein, als einer um die sittliche Zukunft unserer Söhne und Töchter besorgten Frage scheinen möchte. Gleichwohl, wenn nicht das ganze Schulleben unserer Jugend ausschließlich von Einem sittlichen Gedanken getragen sein würde, wenn die Schule für die meisten ihrer Anforderungen nur durch den Hinweis auf deren einstige vortheilhafte Berwerthung Erfüllung for׳ dern müßte, wenn überhaupt geistige Bildung dem sittlichen Mo׳׳ mente nur zur Seite zu gehen hätte, beide nur als sich vielfach hilfreich berührende, eben so oft aber auch sich fremd bleibende und nicht selten auch sich einander paralysirende Momente zu begreifen wären, mit einem Worte, wenn die Jugend jegliches ״Lernen" nach Motiv und Zweck nicht als reine sittliche Pflrchtthat zu begreifen und ergreifen gelehrt würde, Bildung des Geistes nicht selbst als Diktat sittlichen Pflichtgebotes, sondern nur als egoistisch auszubeu-' tendes Vortheils-Vehikel in die Zehngebote der Jugend einzutragen wäre: dann freilich würde, trotz der auch auf diesem Wege, wie angedeutet, dem sittlichen Momente aus dem Schulleben zu Gute kommenden nicht geringen Förderung, doch der ganze aufblühende Mensch sofort in den Dienst der Utilitätsverzötteruug genommen bleiben, es arbeitete schon der Knabe zunächst nur für ״Brod und Stand", und es dürfte die, wahres Menschenglück nur auf dem Pstichtboden des Sittengesetzes erblickende Frage sich wagen: woher soll einst der Mann erwachsen, der Brod u d Stand jeden Augen: blick freudig der Pflicht zum Opfer stellt, woher die selbstlose Pflicht- Huldigung in der Mannesbrust die Statte finden, wenn Knabe und Jüngling ihre besten Kräfte nur im Dienste eben dieses ״Selbst'?" zu üben hatten? Sei uns daher die Sküzirunz einer Anschauung gestattet, unter deren Einfluß eine so ernste Frage ihren Hoden verlieren dünle, einer Anschauung, die den vermeintlichen Gegensatz geistiger und sin lichcr Blldung aufhebt, die, wie sie das Leben in der ganzen Man: nigfaltigkeit seiner Entwickelung nur unter dem Diktat des sittlichen