Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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tn der Schule. 5 nicht an der Oberfläche liegt. Manuelle Fertigkeiten im Schreiben und Zeichnen, reine Verstandesoperationen wie das ganze Gebiet der arithmetischen und matbematischen Disciplinen, dürfte man meineu, liegen dem sittlichen Momente überhaupt ferne. Die Erlernang der Mutter- und der fremden Sprachen könnte vermittelst der Lektüre und des Aufsatzes ein reiches Bildungsmittel für die sittliche Seite des jungen Menschenwesens bieten. Allein es hat doch die Schule auch hier vorzugsweise dem Formellen des Sprachlichen und Logischen Rechnung zu tragen und muß, zumal bei der beschränkten Zeit, die sie z. B. der Lektüre zuwenden kann, sich wohl mehr begnügen, ihren Schülern Befäbigung und Anleitung ui einer Geist und Herz bildenden Lektüre und Freude an einer solchen zu gewähren, als daß sie selbst innerhalb der Schulzeit eine sittlich bildende Lektüre in ausgiebigem Maße pflegen könnte. Selbst von den Realien, dem reichen Gebiete des geschichtlichen und naturwiflenschaftlichen Unterrichtes, dürften alle andern seelischen Fähigkeiten, insbesondere Anschauung, Gedächtniß, Denkkraft, bei weitem den Löwen׳ antheil an bildender Ausbeute davon tragen, der Pflege des sittlichen Momentes nur Weniges zu Gute kommen, glücklich wenn, wie ängstliche Gemüther bedenklich hinzufügen möchten, der materialistische Hauch, der über allem Naturwissenschaftlichen der Gegenwart schwebt, nicht auch, bewußt und unbewußt, den naturwiflenschaftlichen Unter» richt der Schule berührt, und dem kaum aufblübenden sittlichen Entfalten der jungen Menschenseele im Entstehen einen Todeskeim birgt. Sollten nach allem diesem also in der Tbat unsere Schulen alles Andere eher als im Dienste der sittlichen Bildung der Ingend stehen? Sollte die Forderung, die vi.lmebr die Atmosphäre unseres ganze Schullebens zu einer sittlich bildenden gestalten möchte, in der That für eine Utopie schwärmen? Wir sagen zu Beidem ein entschiedenes, freudig aufaibmendes ״Nein!" Gehört denn nicht ״Lernen", gehören nicht alle die dadurch bedingten geistigen Energien, Aufmerken, Auffaflen, Nach-Denk-n. Festbalten, Erinnern, bis;um freien, an dem gewonnenen Sto^ sich schöpferisch übenden Denken, gehören alle diese intellekt:!e'' n Operationen nicht zu dem Gebiete aller andern sittlich kreier! Tbätigkeiten? Theilen sie nicht den gemeinsamen Born des frei sich ent-