Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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in der Schule. 3 Erziehungsgeschäft der Schule zu überweisen, den größten Theil der Jugendzeit in der Schule und für die Schule arbeiten zu lassen, selbst das Vater- und Mutter-Auge außer der Schulzeit durch Beaufsichtigungsschulen stellvertretend zu ersetzen, und so kaum noch 'das Haus da ergänzend eintreten zu laffen, wo die Schule für die Erziehungsaufgabe lückenhaft bleibt, und nach dem ganzen ihr überwiesenen Antheil an der Erziehung lückenhaft bleiben muß. Die Fragen, denen wir in Obigem einen Ausdruck zu leihen gewagt, gehen von der Voraussetzung aus, daß die Schulen mehr Unterrichtsanstalten_seien, daß aber auch der in den Schulen gepflegte Unterricht sowohl nach dem realen Inhalt seiner Gegenstände, als nach den formalen, zur Förderung der Unterrichtszwecke benutzten Mitteln, zu wenig sittlich bildenden Einfluß zu üben geeignet sei. Nun ist es gewiß an dem, daß die Schule vorzugsweise eine Unterrichtsanstalt sei und den Erziehungszweck, so weit er nicht selbst das Schulleben direkt berührt, nur sekundär in's Auge fasten könne. Sie würde auch vollkommen außer Stand sein, ihre unterrichtlichen Aufgaben zu lösen, wollte sie auch noch die sittliche Er- Ziehung ihregt-Schüler mit zu ihren unmittelbaren Aufgaben zählen, und z. B. wahrgenommene sittliche Gebrechen derselben einer eingehenden rationellen Heilung entgezenfübren. Sie har offenbar nicht die Zeit hierzu. Ihre Stunden gehören dem Unterrichte an, und die Besterung Eines Schülers könnte sie oft nur auf Kosten der berechtizten unterrichrlichen Anforderungen aller andern erstreben. Sie hat auch gar nicht die Gelegenheit, ibre Zöglinge in der Ganzheit ihres Charakters kennen zu lernen. Sie stehen ihr zunächst nur mit 1 ihren Leistungen für die Unterrichtszwecke gegenüber, und die schulmännische Erfahrung lehrt zur Genüge, wie gar mancher Schüler sich der Schule in ganz anderm Lichte gibt, als er sich zu Hause Eltern, Geschwistern und Hausgenossen gegenüber bewährt. Dabei sind wir auch der unmaßgeblichen Ansicht, daß mit direktem Moralpredigen ad hominem wenig für die Erziehung geschieht, daß die altjüvische Anschauung, die im ״Chinuch", in thatsächlicher Uebungsanleitung, das wesentliche Mittel sittlicher Erziehung erkennt und als hinzukommende Belehrung vorzugsweise eine objektive, die sitt- Uchen Anforderungen in ihrer begrifflichen Schärfe für den Verstand