Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Lon der Pflege des sittlichen Momenteheitern Lebensglück unserer künftigen Menschen wahrhaft Vorschub leiste? Pflegt die Schule auch alle diejenigen Momente, die in Wahrheit das Glück eines Menschen bedingen, hat niHt vielleicht von je die Schule zu sehr das ״Wissen und Können", die Entwicklung des erkennenden Geistes und der vollbringenden organischen Kräfte, in den Vordergrund gestellt, wird sie durch die immer mehr steigenden Anforderungen im Gebiete des Wissens und Könnens nicht immer mehr gedrängt, fast ihre ganze Thätigkeit auf die hierin zu erringenden Ziele zu richten, und läuft sie dabei nicht Gefahr, vielleicht sehr ernste Momente aus den Augen zu verlieren, sie verkümmern zu lassen, ja ihnen vielleicht gar durch die im Dienste ihrer dem Wissen und Können zugewandten Arbeit verwendeten Mittel entgegenzuarbeiten, Momente, von denen doch vielleicht zuletzt die Entscheidung abhängen dürfte, ob denn unsere mit allem Wissen und Können ausgerüsteten Söhne und Töchter das Maaß heiterer Lebensfreude erreichen werden, erreichen können, auf welches der barmherzige Vater der Menschen jedem zum Hiersein erwachten Erdenbürger den Anspruch als Angebinde für's Leben in der Wiege ertheilt? Steht nicht dem Wissen und Können das Wollen wenigstens ebenbürtig zur Seite, ist es, der sittliche oder nicht sittliche Gebrauch alles Wissens und Könnens, nicht der Faktor, der zuletzt über das Lebensglück entscheidet, und werden unsere Söhne und Töchter mit dem reichsten Wissen und dem begabtesten Können nicht arm die Pforte des wirklichen Lebens - betreten, wenn sie in allen Künsten bis zur Virtuosität ausgebildet werden, aber in der einen, der schwersten und wichtigsten Kunst, der Kunst des sittlichen Wollens, der Meisterschaft in Entscheidung für das Gute, in freudiger, opferfreudiger Erfüllung jeder Pflicht, Stümper geblieben, wenn bei ihnen alles eine vorsorgliche und fürsorgliche Pflege gefunden, nur ihr sittlicher Charakter den Zufälligkeiten der Anlage und des äußern Einflusses überantwortet geblieben, und sie zur Lösung aller Probleme geübt worden, aber das Problem der Selbstentscheidung an sittlichen Sä e!dewegcn in dem Programm ihrer Juzendbildung nur geringe Beachtung gefunden? Es dürfte wohl kaum diesen Fragen alle Berechrigu g abzusprechen, dann aber eine Erwägung derselben um so dringender geboten sein, je mehr die Gegenwart geneigt scheint, fast das ganze