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Jeschurun · 1885-03-26 · Heft 13-14 (26.3.1885) · p. 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 13-14 (26.3.1885)
Article
Das Geheimmittel zur Belebung des Judenthums
Date
1885-03-26
Page
202 (sequence 2)
Language
German
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202 fietlc uitfji ftati Eurer eigenen Weisheit befragt! Tollten die hier cnihalieneu Weisungen nicht ganze:)fciljcn klugcrsonneucr Anträge mit ihren Haupt 1111 ׳b Sieben׳ best im ui nu gen n 11 poicßcn V '״ האני“ אלEr ipradi zu mir/' so erzähl! /esckiel weiter, 1(201 0״ בן ארב! des E/e!!)chen", התחי״ינה ״ העצמות ה א ההtonnen mese ׳/ärgertheile iviederum beleb! inerden?" — A/ie' Der Allwissende legt dem Sierblickcn eine solche /׳rage vor? Scheint uns der Seher nicht mit:)!echt zu erwidern: ״ אהה ידעהDas weißt Tu geinig selbst?" - Der Allmächtige verlangte ja, Heseliel solle seibstthälig jenen Gebeinen /eben einflögen: n׳-er über Derartiges bewirt.n will, der muß non vornherein an den Erfolg seines Wertes glauben, er dar! leine Zweifel hegen an der Znknnsl seiner Ans׳- gäbe. Wenn der Ewige jene Frage an seinen Diener richtete, so sollte die Antwort eigentlich lauten: ״Wenn Du. Herr, es willst, so wird meine Kraft zu Deinem Dienste auoreichen, so zieht sicher wieder /eben in diese!Gebeine hinein " Wer aber zweifelt, ob ein Gotteswert gelingt, wird der sich, ehe er beginnt, . nicht bei־־ scheuchen lassen durch die angebliche Schwierigkeit der Aufgabe'^ Deshalb gebot der Ewige weiter: הגבא ■על העצמות ״ האלהD.1, der Sohn des Sterblichen, hast selbst Dein Seherwort an diese lobten Glieder zu richten, rufe ihnen zu: '״ ‘בניעו רבד הHöret das Wort des Ewigen!" Also das iväre das geheimnisvolle Mittel, ivodnrch Israei belebt werden soll, jener uralte, von allen Sehern angeschlagene Don soll die Einzelglieder iviederum zu gemeinsamem /eben veranlassen. Uno in der Thal — welches Mitte! konnte stärker wirten? Jener Arzt, der einem absterbeudeu Körper neue Kräfte verschaffen will, wird ihm nur das eiufläszen, wodurch er bisher gelebt hat. Nun, Israel Hai stets durch das Gotteswort gelebt, in dem Gotte.Sworle allein seine Einheit gefunden, das Gotteswort!var der Strom, der durch die /ebensadern unserer Genossenschaft geflossen, es ist und bleibt darum daS Einzige, wofür die Glieder wahrhaft empfänglich sein können. An diese noch nicht erloschene Empfindung muß im Gottesbause von der Kanzel herab angeknnpft werden, nur durch die ungeschminkte Berknndnng des Gottes- Wortes kann die Gemeinde an die heilige Stätte des überlieferten Gott-sdienstes gefesselt werden; unbewußt empfinden daun die Einzelnen ihre Zusammengehörigseit wieder. Und will man die Jugend für die Einheit Israels geivinnen, dann ist daS GotteSivort in seiner Urgesialr allein der sofort verstandene Deimathsklang für die Seele des indischen Kindes. Im Gottes- Hanse und in der Schule den Sinn für die Gemeinschast des jüdisches Dolles zn heben, das ist unsere nächste, keineswegs aber unsere letzte Aufgabe. *ותקרבו העצמות עצב אל עניני ..Da nähertet Ihr, Gebeine, Euch eines dem andern", ruft der Seher noch durch die Erinnerung erstaunt anS. In uns liegt ja die dunkle Ahnung unserer Zusammengehörigkeit. Wenn unsere Brüder in der Ferne unter dem Drucke niedriger und roher Dränger leiden mußten — haben wir eS nicht Alle mit ihnen empsniiden? Wenn die Welt eines Israeliten rühmend gedenken muß — hebt sich nicht stolz die Brust aller Derjenigen, welche sich zur /ehre Mosis bekennen? Auch die nichtjüdischc Welt kennt unsere Einheit nur zu sehr, indem sie die Gesammtheit verantwortlich macht für die Fehler jedes einzelnen (Gliedes. Wenn der Finger sündigt, so kann sich der übrige Körper nicht mir seiner Unschuld vcrthcidigen, wie auch die Wunden eines Gliedes von allen mitempfunden werden. Hält uns nun die Welt einmal für einen Körper und einen Geist, empfinden wir in uns selbst dieses Berhältniß — soll eS da nicht möglich sein, wiederum eine israelitische Gemeinschaft zu bilden, die über Zeit und Raum hinweg eine Einheit anSmacht? Ist aber dieser Zusammenhang Alles? Würden demnach nnscre Feinde Recht behalten, daß wir einen Staat im Staate ausmachen sollen, eine Körperschaft unzähliger Ein^lmenschen? ״ ורוח אי} בה בRoch war kein /ebensgeist in ihnen", wie der Seher ferner bcrichtet. Finden wir diese äußere Einheit als unentbehrliche Grundbedingung des Daseins nicht selbst in den niedrigsten Gemeinschaften'? Nicht nach einem stolzen Kcaftgcfühle der Körperschaft haben wir zu streben, sondern wir müssen die GlaitbenSgenosscnschaft mit dem GoiteSgeiste beseelen. Alle Redensarten, wie ״Stolz aus das Indenthum", ״Gefühl für Israel", und wie diese Erfindungen gleichgültiger und der Thora entfremdctcr Glieder noch lauten mögen — sic müssen schwinden vor der cinsachen Forderung, daß sie der Gottesgeist-beseelt. IZ dieser vorhanden, dann sind wir gewiß in rechter Weise ״stolz auf das Indenthum", sind wir erfüllt von ״Gefühl für Israel", ohne uns mit diesen Empsindungev. zu brüsten. Weil Israel auch der geistigen Einheit bedarf, ruft die Stimme des Gottgesaudieu: מארבע הרוחות בואי הרוה ..Bon den hier .Himmelsgegenden komm' herbei, o Geist!" Wenn das Alte, was von jeher den Bestand unserer Glaubensgcnossenschast auSmachte, wiederum erstehen soll, so muß der Gottesgcist von allen Richtungen her zusammen׳- kommen, so müssen die Richtungen, welche sich abgczweigt׳, das Ungesunde abwerfen, nur zur Erhaltung des Gutes der Bätcr sich einigen, im ursprünglichen Mittelpunkte, von dem einst die Trennung ausgcgangen, znsammentrefftn. Dann wird nichts von den geheiligten Gütern Israels der Zeit zum Opfer gefallen sein, der Geist aller bisher den! Herkommen feindlichett Bestand-

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