Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 13-14 (26.3.1885)
- Article
- Das Geheimmittel zur Belebung des Judenthums
- Date
- 1885-03-26
- Page
- 201 (sequence 1)
- Language
- German
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M1» u. 14. Jeschnr»». ברח דודי עד שתדפץ אהבת כלולנו Frei übcvtvo״t־u von Icdidj a h. K e h r' heim, Geliebter, so du mich noch liebst Und nicht bereust, die Braut geliebt zu haben! Zieh' gnädig heim mit mir aus finst'rer Nackt — Man will in Knechtschaft grau'nvoll mich begraben. Die Willkür-Herrscher, ohne Gott, Gesetz, Vernichten mich durch harte Sklavenbande — Treib' sic hinaus, zcrschmettre ihre Macht, Lösch' ihre Spur aus unserni hcil'gcn Lande. Führ' auf die Mauern, deiner Liebe Burg, Daß schall' der Frcudenruhm zu deinem Nuhme, Daß jauchz' die Jugendschaar zum Saitenspiel:' ..Gott ist's! In unserm, seinem Heiligthume!" Kehr' heim, Geliebter, wart' nicht ab die Zeit, Die Zeit, die uns bestinlmt dein liebend Walten! Verscheuch' die finstern Schatten des Exils, Laß Leid zu Freud', zu Licht sich Nacht gestalten. Zur Mcnschcngleichheit heb' empor dein Volk, Noch über Allen laß den Thron cs wahren; Es lehr' die Welt erkennen Jrrthum, Fehl. Bring' läuternd Gotteslehr' den Bölkerschaaren. Durch Kraft und Thatcn sprich dein Donncrwort — Der Zeichen Macht, die deine Arme übten, Gedenkend ruf' ich laut, begeistert aus: ״Ich kenne sie, die Stimme des Geliebten!" Kehr' heim, Geliebter, wie das 5)1el) so schnell! Laß jetzt das Licht des letzten Zieles leuchten — Erhebe mich aus Staub zum Gottcsglanz, Zum Glanz den Völkern, die sich dir nicht beugten. Der Gott ein Grcul ■— besitzt den Gottesberg, Kein Ird'scher wehrt und warnt, zerstört die Götzen — In meinem Schmerz ist Niemand, der ihn stillt, Und hülfloS seh' das Heil'ge ich verletzen. So führe du. Geliebter, meinen Streit. Vor dir erröthend schweigen alle Spötter — Das ist mein Freund, Genosse und mein Hort, Des Vaters Gott, der Kinder mächt'ger Netter! 8as Grhki1u»litttl jur jpr!rbnn3 -es Iii-nithilins. Betrachtung von L. A. Rosenthal, Prediger zu Köthen. 1היתד עלי יד ה' ויוציאני ברוד ה׳ ויניד:׳ בד.ו ״ הבקעהMich ergriff die Hand des Ewigen, er führte 201 mich mit dem Gottesgeistc hinaus und er ließ tnich nieder in ein Thal", so erzählt uns Hcsekiel. Der Seher hatte sich bis dahin mir in erhabenen Forschungen bewegt, die Geheimnisse Gottes wurden ihn! in heiliger! Einsamkeit kund. Aber er sollte ans den Höhen niedersteigen in das Thal, um mir den anderen Menschen auf eitlem Boden stehend die Gottcslchrc anznwenden. Wie das Israel der babylonischen Gefangenschaft eines Führers bedurfte, so drängt sich auch heute an Alle, deren Hauptziel die Thora bildet, die göttliche Forde-- rung heran, in die Mitte der Menschen herabznsteigcn. Wer heute die göttliche Offenbarung engherzig oder selbstzufrieden als ein Gcheimniß bewahrt, der hat den Ruf des Ewigen nicht vcrstattdcn, ihn hat die Hand Gottes nicht ergriffen und in das Thal hinabgeführt. Hesekiel folgt dem Gottcsrufc. Von seiner einsamcu Höhe aus mag er wohl gewähnt haben, ein lebendes Israel zu finden, — als er aber den Thatsachen in's Angesicht schaut.״ והיא מלאה עצמות ׳da war die Stätte mit leblosen Gebeinen bedeckt". Das zerstreute Israel hat aufgchört, ein einheitlicher Körper mit einheitlichem Geiste zu sein — der Mittelpunkt, das Heiligthum in Zion, liegt zerstört da, das tägliche Opfer für die Gesammthcit kann nicht inchr dargebracht werden. Wenn einst die Abthcilnngcn der Priester, der Leviten und des übrigen Israel wechselseitig dem Opfer beiwohnten, so fühlte sich das ganze Volk durch sie vertreten; so erhielt sich, durch die Wallfahrten gestärkt, das Gefühl der Zusammengehörigkeit in seiner Mitte. — Alle, das empfanden sie, hatten Opfer zu briitgcn für den einen Körper, für den einen Geist, ״Israel" genannt, als dessen Theilc sie sich anznsehcu gewöhnt waren, dem jeder Einzelne in seiner Weise zuzustrebcu sich benlühte. ״ העצמות האלה כל ביית ישראל המהDiese Gcdeine stellen Dir das Hans Israel dar," המה ״ אומדים יבשו עצמותינוsie sprechen: Vertrocknet sind unsere Glieder." Ja. Israel ist sich seiner Zusammengchörigkcit nicht mehr bewußt, ist in lauter einzelne Theilc zerfallen, von denen keiner ein Leben für sich wahren kann. Müssen sic daruin nicht an der Möglichkeit ihres wicdcrmaligen Zusammenlebens verzweifeln? Kann der eine Israelit sich dem andern nähern, wenn er bei ihm keine Empfänglichkeit für die Einheit des Ganzen voraussctzt? So verlieren sich immer mehr! die Gegenstände gemeinsamen Strebcns — wie schwach j ist das bloß gesellige Band, welches die Juden mir einander verbindet! Weder kann auf diese Weise der Zusammenhang hergestellt, noch dem Verfalle gesteuert werden. Führer Israels, die Ihr in letzter Zeit mit ernsten Mienen über Geheirnmittel zur Wiederbelebung der Gemein den berathcn, weshalb habt Ihr unsere Schrift -