Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1885)
- Article
- Der Weg zum Eden
- Date
- 1885-02-05
- Page
- 82 (sequence 2)
- Language
- German
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82 gelange ohne den kindlichen ®cf)0rja1n, ob es ihm geiiiiqc, eine glückliche (Bestallung der irdischen Verhältnisse ohne einen solchen herbeizuführeit, ob er ec׳ vern;ögc, sich die Erde zu einem Eben zu gestalten, zu welchem sie ursprünglich bcfrinnsit ist, in welchen! die vollendetste Harmonie waltet, die kein M'chtou stört. Die sich der göttlichen Wahrheit ab;׳endende Menschen Weisheit glaubt in der sich gegenseitig die Waage hat׳ tenden geistigen und physischen Menschenkraft die Lösung dcS ewig scheinenden Kampfts begrüßen zu können; der von der göttlichen Wahrheit erleuchtete Geist aber weiß, daß nur die ansrichtige und ganze Rückkehr zu Gott die Erde zu einem Paradiese umwandet!! könne und werde. Und für diese srciwillige ׳Rückkehr, und bamit die Menschheit nicht ohne ׳Wahrzeichen und Weckruf bleibe für dieselbe, daß sic die Pforte des Edens zu sindcu vermöge, daß nicht Verzweiflung sic ergreift, — hat der Allgütige sich au! Sinai offenbart und für diese Offenbarung deren Zeugen, das israelitische Volk, znm Herold derselben berufen und znm Pricstcrdienste für die Menschheit bestellt. Unmittelbar und!!!wermittcU hat Gott wiederum zum Menschen gesprochen und Seinen Willen verkündet, Sein Gesetz für die Gestaltung der!nenschlichcn Verhältnisse, Sein Gebot für den besonder!! Herolds- und Priestcrdicnst. Die jüdische Religion, wie mau diese Kundgebung Gottes nennt, ist nicht menschlicher Weisheit entsprungen, ist nicht die Vorstellung armseligen Meuschenwitzcs von übersittnlichett Dingen, sic ist die Ossenbarnng Gottes an den Menschen, die Lehre Gottes von den irdischen Verhältnissen, das Gesetz Gottes für die Gestaltung des menschlichen Lebens in allen fernen Maniftstativnen. ־!(31״ לא תעשון ארזי sollt nichts bei mir gestalten," warnt uns Gott, ihr habt sorgsam darüber zu wachen, daß die Reinheit der von mir euch offen barten Vehrc nicht getrübt werde, daß ihr nicht Mcnschenwahn und Menschcnirrthum damit verquickt, daß ihr nicht euch Lehren erklügelt und sie fälschlich als göttliche ansgcbt, das; bei euch nicht irrige Vorstellungen und dadurch ״Götter aus Silber und Gold," Vergötterung irdiftchcr Gewalten, heimisch werden, — mir in der voltlommene» Anerkennung Gottes liegt das Heil der Welt. Der Grundirrthum der Menschen ist der Wahn, als ob sie sich ')Rächte zu gestalten hätten, von welchen ihr Heil bedingt ist, als vb sie sich Gottheiten zu fonftrniren berufen wären; und cs gilt vielmehr die Erhebung des Irdischen zu Gott, die Weihe des ganzen Mcnschcnweftns für den ausgesprochenen göttlichen Wilsen. Die ganze Erde so!! durch das reine gsttgefällige Meuschenwirkcu zu einem Altar umwandelt werden; H ״ שזבה ארשה תעשר״wenn du zu mir hintrittst, hast Ln dir nicht zu vcrgegen)värtigen, lvas du dir in! Himmel bei mir vor stellst, sondern wie Ich will, daß sich Alles bei mir gestalten soll, die Erde und nicht der Himmel soll dir gegenwärtig sein, wem! du zu mir hintrittst; die durch Menschcnthat zu Gott cntpsrzuhebeude Erde soll den Altar darstcllen, den du mir erbauest."*) Die Menschen bauen Tempel, errichten Altäre | und ersinnen sich eine Gottverchrnng nach ihrer Laune und nach ihrer kurzen Einsicht und glauben, damit sich der Macht, welche Gewalt über sie hat, angcnehnt zu :nachm und de׳een Wohlwollen zu erringen. Gott aber verlangt als Tempel und Altar die Umwandlung der ganzen Erde zu einer Stätte der Erfüllung seines Willens und als Verehrung die Gott dienende That des Menschen. Daß im Meiischcnkrcise das von Ihm gewollte Recht herrsche, die von Ihm gewollte Liebe geübt, und die von Ihn! gesordertc Sittlichkeit beobachtet werde, das sind die Bedingungen seiner Nähe, seines Segens. In ארץ ישראל sollte eine solche Gestaltung aller Verhüt tuisft des irdischen Daseins durch Israel herbeigeführt werden als leuchtendes Beispiel für die gesammte Menschheit, in ארץ׳ ישראל sollte ein verjüngtes Eden erstehen, zu welchem dereinst die ganze Erde sich nmwandcln wird, und im ביה השקדש sollte die Bedinguug für diese Umwandlung in vollendetster Reinheit zun! steten symbolischen Ausdruck gebracht werden. Wie der Priester an den! Altar diesem zu dienen hatte, also Israel in! eigenen Lande als Priester für die Menschheit in ausschließlicher Hingebung an diesen erhabeuen Beruf, und durch den Segen, der aus diesen wahrhaftigen Gottesdienst ruhte und sich!1! dem Heil und Glück Israels offenbarte, sollte die Menschheit zur Erkenntnis; Gottes und zur Rückkehr zu den! gleichen wahrhaftigen Gottesdienste veranlaßt werden. Als Israel aber dieser seiner heiligen Bestimmung untreu wurde, da wurde cS ans diese!!! Eden wiederum verbau!!! nnd zur Erziehung durch die eigene durch Leiden führende Erfahrung hinausgcstreut über die weite Erde, sowie han ersten Menschen sich des Paradieses Pforten schlossen sirnd die Erde sich ihm nnsrenndlich gestattete, lind kaum war das ביה השקדש durch die frevelhafte Selbstüberhebung eines bis dahin fromntcn Königs, Usijahu, entheiligt worden, der seine irdische Hoheit neben die göttliche zu stellen versuchte und an den Altar als Priesterkönig hcranzutrcten wagte, da wurde schon dem Propheten Ieschaja gezeigt, wie die Gottesnähe schwinde ans dem Kr-.ise Israels. Der Thron Gottes war ״ .רם השאhoch ׳und gehobenושוליו ״ ״ שלאיש את הדדבלund nur dessen Säume füllten noch den Tempel." Die Gottesherrlichkeit entzieht sich ״) Hirsch'4 Kommentar zur Sirüe.