Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1885)
- Article
- Der Weg zum Eden
- Date
- 1885-02-05
- Page
- 83 (sequence 3)
- Language
- German
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dem Meiischcrikrcisc, in welchem Er nicht mehr als ausschließlicher Gebieter anerkannt wird. Die Erziehung der Menschheit nimmt aber ihren?auf, und die Erziehung Israeli halt mit ihr gleichen Schritt. Noch ist in Beiden ein ״ עשיריהein Zehnt," ein Gott geweihter Brnchthcil, welcher nimmer sich verliert und זרע קדש, die ״(Saat des HciligthtlmS" bleibt, zu welchem dereinst die ganze Erde sich gestaltet. Die ״T!!M״ der Alhrilhril!1k!t oder Moses und Nabbi Akiba. Versuch über eine rathsc! hafte A g a d a. Bon Ludwig A. Nosenthal, Prediger zu Köthen. אמר ר׳ ייהודה אמר רב כשעלה משה למרום מצאו להקב״ה שיושב וקושר בתרים N. Zehn da erzählt im Namen NawS: Als MoscS nach den Höhen kam, sah er den Ewigen, der die Tagin, die Kronen der Thoraschriftzeichcn bereitete; אמר לו מי מעבב על ידך א״ל אדם שעתיד להיות בסוף במה דורות ועקיבא בן יוסף שכזו שעתיר לדרש על בל קוץ וקוץ תילי תילין של ״ הלבותDa fragte er: Wer zwingt Dich da;»? Und er erhielt die Antwort: Ein Mann, der nach vielen Geschlechtern aufstehen wird, Akiba den Joseph, der aus jedem Striche der Thora Berge von Halachot heransdenten wird. אייל הראהו לי א״ל הזור לאחורך הלך וישב לסוף ה׳ שורות ולא היה יודע מה הם אומרים תשש בהו Da flehte Moses: Zeige mir diesen Mann! Und er mußte mehrere Reihen sich rückwärts wenden; er verstand aber nicht, was sic dort sprachen, da wich seine Kraft. ביון שהניע לדבר אהד אמרו לו תלמידיו רבי מנין לך אמר להם הלבה למשה מסיני נתיישבה דעתו Sic kamen an einen Gegenstand, wobei die Schüler fragten: Herr, woher hast Du daö! Und als ihnen R. Äkiba antwortete: ״Es ist eine mosaische Halacha vom Sinai," da beruhigte sich MoscS. הזר לפני הקב״ה אמד דבש" ע יש לך אדם בזה ואתה נותן תורת על ידי א״ל שתוק בך עלה במחשבה לפני Da fragte MoscS: Du hast einen solchen Mann und gicbft die Thora durch mich? worauf die göttliche Antwort kam: Schweige, so ist mein Plan. א״ל רבש״ע הראיתני תורתו הראני שברו הזר לאחוריו ראה ששוקלין במקולין א״ל רבש״ע זו תורה וזו שברה א״ל שתוק בך עלה במחשבה לפני Er sprach weiter: Wie Du mir seine Wissenschaft gezeigt, laß mich seinen Lohn schauen! Er blickte zurück, und siehe! die Feinde zerfleischten Akiba's Leib mit dem Martergerath; dies die Thora, ries er schmerzvoll, und dies ihr Lohn? Und wieder kam die Antwort: Schweige, so ist cS mein Wille! So lauten die räthsclhasten Worte R. Iehuda'S in Menachot, wo von der Schrift der Tephilin und Mesusot die Rede. Wundert sich nun MoscS wirklich so über die Tagin, er, der doch Wunderbareres ge׳ schaut hatte? Gerade diese Strichlein regten seine Neugierde auf? Hatte ihm der Ewige nicht das mündliche Gesetz überliefert und wußte er nicht, wie viel au dem Buchstaben der Thora hängt, um auch diese Tagin selbstverständlich zu finden? Was nun den angegebenen Grund anbelangt, — was konnten diese Striche dem R. Akiba nützen? Wenn er die Halachot auch im Buchstaben der Thora fand — die Tagin mochten ihm nur zu Erkeuntniß der Geheim lehre dienen; wo finden wir aber, daß er aus ihnen, d. h. aus all den Buchstaben 'שעמל׳ז ליק Halachot gefolgert hätte, Halachot folgern konnte? Nun aber das Größte aller Wunder: MoscS versteht die Schüler N. Akiba'S nicht! So wäre eS wahr, was die Neuerer aus dieser Agada gefolgert, daß unsere Weisen dem N. Akiba eine eigene Thora zngcmuthct, von der MoscS noch nichts gewußt hätte? So sollte der Talmud selbst das Band zwischen schriftlichem und mündlichem Gesetze zerrissen haben? Bon welcher Eigen liebe scheint der Mann dcS Sinai erfüllt, indem er sich bei Nennung seines Namens über seine Unkcnntniß hinwegsetzt, er, der doch wiederum voll Demuth dem R. Akiba seine hohe Sendung abgetreten hätte? WaS soll außerdem der Lohn für die Durchdringung der Thora bei dieser Erörterung bezüglich der Tagin? Und ist endlich Mosis Frage nach der Gerechtigkeit der Bcrgeltung damit hinweggeschasft, daß der Ewige ihm Schweigen anslegt? Diese Fragen sind gewiß nicht gewaltsam herbeigezogen worden, sondern sie drängen sich aus der Agada von selbst hervor; ja, eS scheint der Zweck obiger Worte zu sein, dieselben anzuregcn, sonst wäre jene alte Ucbcrlieferung geiviß nicht in dieser Gestalt in den Talmud gekommen. Um allen Deuteleien den Boden zu entziehen, als ließe sich von hier auS ein Gegensatz zwischen der schriftlichen Lehre und der Ucbcrlieferung entdecken, bemerkt Raschi zu הואיל ,נתיישבה דעתו של משה ״ ומשמו אמר אע״פ שעדיין לא קבלהMoses beruhigte sich, weil Akiba in seinem Namen die Halacha erwähnte, obschon er sie noch nicht empfangen haben konnte;" Beweis genug, daß Moses in demjenigen Augenblicke, welchen unsere Hagadastelle unö vorsnhrt, die mündliche Ueberlicsernng noch nicht erhalten hatte. Noch war dem Gotteömannc cö nicht klar geworden, daß außer dem geschriebenen Buchstaben noch eine im Schriftworte tief verborgene Bedeutung vorhanden sei — daher sein Erstaunen über die Tagin, die er nun noch außer den unentbehrlichen Buchstaben der Thora erblickte. ״ מי מעבב על ״רךWer legt Dir die Noth-