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Jeschurun · 1884-10-02 · Heft 40-41 (2.10.1884) · p. 638

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 40-41 (2.10.1884)
Article
Zur Geschichte der portugiesischen Synagoge in Amsterdam
Date
1884-10-02
Page
638 (sequence 3)
Language
German
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638 Bcgrabnißwesens untcrftcUt; sein Gehalt betrug jährlich 500 fl. .- und 100 Sorbe Torf. 5) Menasfel) bei! Israel; er hatte monatlich eine Predigt 11 ן holten und erhielt jährlich 1.50 ft. 1) Isaak Aboab de Fonseca; er hatte den Unterricht in der hebräischen Sprache und für An׳- fänger in (fymaral), and) mußte er die Abendvorträge halten; er erhielt jährlich 450 st. Mit 1030) 5400 ראש הי׳צנדז) war der Umbau der Synagoge Beth-Ii.srael beendet, und sie wurde unter großen Feierlichkeiten an diesem Tage von der Talmnd-ThorwGemeinde in Gebrauch genommen. — In ihr fand 10-0» die Züchtigung Uriel a Eosla's Stau, in ihr wurde einige Jahre später der Bann über Spinoza verhängt. Noch eine andere interessante Begebenheit trug sid) in ihren Mauern zu׳. Der Streit zwischen den! berühmten Menasseh bcn Israel und der Gemeinde-Berwaltung im Jahre 1640. Am!6. Ijar dieses Jahres Ihcnen die Parnassim, traft der Statuten, die GemeindeOMitglieder Moses Belmoute und Jona Abarbaue! wegen Verbreitung von Sd)Niähsd)riften. durd) öffentliche Bekanutmad)ung in der Synagoge in den Bann und erklärten ihre Schriften für konfiszirt. Sofort verließ Menasseh den Israel feinen Platz und gab den Parnassim gegenüber seinen! Unwillen Ausdruck, weil mau seinen Schwager Jona Abarbanel nicht, wie sich gehörte, mit ״Herr" titulirt habe. Er wurde in kurzen Worten daran erinnert, daß, dem Gebrauche in der Synagoge gemäß, nur die Parnassim diesen Titel vor ihre Namen erhielten, doch gab er sid) damit nid)t zufrieden und brachte Alles in Aufruhr, so daß die Parnassim ihm unter Androhung des Bannes Schweigen geboten. Als and) dieses nichts half, und Menasseh sich aud) nicht entfernen wollte,, wurde nach kurzer Berathung der Ban׳.! über ihn ausgesprochen. Doch damit war sein Zorn uid)t besänftigt, und als nach dem Gottesdienste die Parnassim sich in den Sitzungssaal begaben, folgte er ihnen dorthin, verwies ihnen ihre Handlungsweise und sprach ihnen das Recht ab, ihn in den Bann zu thnn. Ihn! allein, sagte er, stünde dieses Recht zu, und deshalb legle er sie in den Bann. Um den Frieden in der Gemeinde nicht zu gefährden, hoben die Parnassim den folgenden Tag den von ihnen ausgesprochene!! Bann wieder auf, doch wurde Menasseh wegen seiner Widersetzlichkeit;!! einer Strafe von 20 st. vernrthcilt und ihm das Predigen während eines Jahres untersagt. — Auf Beschluß bei Parnassim vom 8. Elnl 5407 wurde das Blatt des Gemcmdebnchcs, welches diese Angelegenheit enthielt, zugeklcbt. (Die Erzählung davon befindet sich in einer portugiesischen Handschrift aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts. Der Klebstoss des 17. Jahrhunderts scheint nicht sehr dauerhaft gewesen zu sein.) Tank der Freiheit, welche hier zu Lande herrschte, des Schutzes, welchen die Juden genossen, und des Anseheus, welches sie sich zu erwerben wußten, breitete die portugiesische Gemeinde sid) immer mehr ans, das Gotteshaus konnte die Zahl feiner Besucher nicht mehr fassen, Abhülfe war dringend nothwendig. Ehacham Jsaac Aboab (de Fonseca) rid)tcte am 10. November! 670 eine darauf bezügliche Eingabe an die Parnassim, durch den Einfluß des Vorstands-Mitgliedes Jsaac de Pinto fand dieselbe eine günstige Aufnahme, und es wurde eine Kommission ernannt, um Pläne für eine neue Synagoge zu entwerfen. Chacham Aboab hielt am 23. November eine glänzende Predigt über diesen Gegenstand, und sie hatte zur Folge, daß sofort zirka 40 000 fl. zu diesem Zwecke gespendet wurden. Am 12. Dezember 1670 wurde von der Stadt ein Terrain von 6.5 987 Quadratfuß für 32 993 fl. gekauft, davon für die Synagoge 13 000 Fuß, für die Parochie 27 448 Fuß bestimmt, ein Theil an Gemeinde-Mitglieder für 11 000 fl. verkauft, der Nest rcscrvirt. Es wurde nun eine Konkurrenz für Baupläne ausgesd)rieben, Elias Douman ging ans ihr als Sieger hervor, und unter seiner Leitung und Beaufsichtigung der städtischen Be- Hörde wurde der Bau auSgesührt. Es zeigte sid) nun ein so außerordentlicher Eifer in der Gemeinde für diese Sache, daß man beschloß, bei der Grundsteinlegung die vier Ecksteine an die Meistbietenden zu vergeben; es waren dies: 1) Moses Enriel alias Geronimo Nnnes da CSofta, Agent des Königs von Portugal im Lande für 600 fl2) Joseph Israel Nnnes alias Antonio AlvarcS 510 st., 3) Imannel de Pinto 550 fl., 4) David van Jsaac de Pinto 450 fl, in! Ganzen 2310 fl. — Die feierliche Grundsteinlegung fand am Donnerstag 6. Jjar 5431 statt (17. April 1671); gespendet wurden bei dieser Gelegenheit 1 042 st. Um das Werk mit Kraft zu fördern, waren jedod) weitere Mittel nöthig; es wurde deshalb von der Ge-!ueinde-Vcrwaltung eine Subskription auf den 22. De-׳ zember 1671 eröffnet, und zwar sollten die Beträge nicht geschenkt, sondern nur aus zehn Jahre zinsfrei geliehen werden. Es wurden 28 640 fl. gezeichnet. Nun ging man mit Lust an's Werk, und rüstig schritt der Van eine Zeit lang fort. Da kamen (1672) politisd)e Verwickelungen; Handel und Industrie lagen darnieder, der Bau mußte unterbrochen werden, und obwohl am 19. Februar 1674 mit England Friede geschlossen wurde, und die Franzosen dadurch das Land räumen mußten. — der Krieg hatte den! Lande tiefe Wunden geschlagen, der Wohlstand war erschüttert worden, und mit schwächeren Kräften ging's in! Anfang an den! Weiterbau der Synagoge. Bald aber raffte man sich

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