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Jeschurun · 1884-07-10 · Heft 28 (10.7.1884) · p. 436

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 28 (10.7.1884)
Article
Zukunfts-Phantasiebericht aus dem ungarischen Reichstage
Date
1884-07-10
Page
436 (sequence 2)
Language
German
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436 Juden fei nämlich auf bic Nachricht hin, baß bic Anti׳-! jemilcu bei den Wahlen bic Majorität im friubc erlaubt! haben, in aller (nie ausgewandert. Mil beut Instinkt, be!t diese )!affe sür die Gefahr ha!, mit der ihr ein geborcncn Vaterlandslüsigkeit ziehe sic den Oieichthnnt und die Sicherheit in Wien oder Paris der ehrlichen ■ Armuth und dem Märlhrcrtodc in der Heintath vor.!Ruse: (! vu!n׳/:U'.) Noch mehr, die Verleumdungen der Inden, daß nnnmehr der Besitz in Ungarn über- Haupt nicht sicher sei, hat auch die wenigen christlichen Kapitalisten und Unternehmer veranlaßt, zeitweilig ins Anstand zu gehen. Aus diesen Theil der Inden also, welche ein bewegliches Lermögen von ungefähr 500 Millionen Gulden mit sieh genontmen, könne der Fiskus nicht mehr rechnen. In! Gcgcntheil werde der Staat, nachdem dieses Vermögen größtentheilS in ungarischer Rente bestehe, bei 25 Millionen jährlich noch alo Zinsenertrügniß an diese Auswanderer zu zahlen haben. (Entrüstung. Das giebts nicht! Wir ntachen Bankerott!) Bankerott sei leicht gesagt, aber dann köitne man auch den christlichen Nentcnbesitzern, beispielsweise der Vaterländischen Sparkasse, dem Grauer Domkapitel n. s. w. die Zinsen nicht ansbezahlen. (Rufe: Spezialbankerott für die indischen Papiere!) Der Minister: Ja. die Papiere sind alle beschnitten — da lasse sieh Jnd von Christ nicht unterscheiden. — Ein zweiter Theil der reicheren Inden habe erst nach Ernennung des Ministerinms Jstöczy )lnstatten gemacht, auszuwandern. (Abg. Tißa: Na, seid froh, daß Ihr sie los werdet!) Das wären wir auch, aber ihre Häuser und Güter. (Rufe: Die kennen sie ja nicht mitnehmen!) Ich bitte, ntich ansreden zu lassen. Ihre Häuser und Güter haben sie verlauft. (Rufe: Nicht möglich!) Sehr möglich, ineine Herren, denn sie gaben sie recht billig her, und es ist für den Käufer kein schlechtes Geschäft. (Rufe: Wo? Ich kaufe auch! Ich auch! Die Abgeordneten verlassen ihre Sitze. Präsident läutet.) Präsident-. Meine Herren! — es handelt sich nicht tun Handeln, es handelt sich um's Land. Ich bitte, den Herrn Minister anzuhvren. . Der Minister. Ja, der billige Kauf wäre recht gut und der Besitz lätne rasch in gut ungarische Hände, aber merkwürdigerweise wenden sich die gottverlassenen, Vaterlands- und gewissenlosen Leute nicht an verarmte. AUtglieder unserer Partei, nur ihnen die Güter zu verkaufen, sondern an solche Leute, welche ihnen baarcs Geld dafür bezahlen. Wie ich höre, sind es nteist. Engländer, Deutsche ׳and Belgier, welche diese Besitznngen an sich gebracht haben. (Jstäezy iädjcu!b: Aber, Gott sei Dank, feine Juden!) Keine Juden, aber auch keine Ungarn, und was noch arger ist, keine Leute, denen man ihren Besitz unter irgend einen! Rechtstitel konsisziren könnte. (Bewegung.) Woher, wenn dies so sortgeht,!nein geehrter Kollege, der Finanzminister, sein Einnahniebudget ohne Besteuerung, der christlichen Mitbürger... (Ruse: Wir zahlen nicht! Dafür sind die Inden da!) Ja, meine Herren, die Inden sind eben nicht da — d. h. verstehen wir uns recht, Inden sind genug da — etwa 445UÜO (Nnfc: Fürchterlich!), aber lauter solche, die eben nicht genug besitzen, um das Land zu verlassen, oder nicht intelligent genug sind, um sich außerhalb Ungarns fortzubringen. Die Verordnung, die ich erlassen habe, daß kein Christ bei einem Juden taufen, bei jüdischen Hand-;verlern Bestellungen machen oder einen! Inden Aecker verpachten darf, hat, wie ich mit Befriedigung melden kann, ihre Schuldigkeit gethan. Leider klagt nun das Volk, daß es von den Juden, die es nicht mehr detrügen können, nunmehr in anderer Form ansgesogcn wird. Ich bitte das hohe Hans, seine Entrüstung zu ntcistern und ruhig anznhören, was ich nicht länger verschweigen darf: die Juden, meine Herren, haben ihre Frechheit trotz aller Prüfungen und Züchtigungen nicht abgelegt. Das Volk hat ihrer Tausende bei den letzten Wählet! erschlagen, die Negierung hat ihre verfassungsmäßigen )!echte suspendirt, in Anhoffnng nachtrüglicher Billigung des Parlaments (Zustimmung), sie hat ihren Aufenthalt bis ans Weiteres an bestimmte Orte gebunden: aber trotzdent kann die Negierung nicht hindern, daß die Juden betteln. (Große Bewegung. Ruse: Unverschämtes Gesindel.) Und sie be teln nicht bei Juden, da die reichen Inden alle ansgewandert sind, sondern sie betteln bei Christen. Und sie betteln nicht bei reicheren Christen, welche durch Bildung vor zu großer Weichherzigkeit geschützt sind, sondern sie rechnen ans die Einsalt und Biederkeit des Landvolkes, und dieses arme, betrogene Bott theilt mit ihnen sein Brod, so lange eS eben kann. Die Obcrgespäne berichten, daß die Bettelei unser Volk in Elend zu stürzen droht; die ungarischen Dauern sind so verblendet, daß sie einer Jndensran, bic mir ihren hungernden Kindern kommt, einen Bisscit nicht abschlagcn können. Sie be- Haupte!!, der Jude sei auch ein Mensch (Unglaublich!) Dabei giebt cs Inden,!velche das Elend zum Borwand nehmen, tun zu stehlen. Im Bakonyer Wald soll eine Bande von Inden Hausen, welche unter der Maskerade von Szür und Gatha Nanbanfälle unternimmt. Kurz, ich muß das Haus bitten, die Judenfrage, um deren Willen wir ja da sind (So ist cs!), rasch zu lösen, sonst gelange!! wir dazu, daß wir, anstatt das Volk auf Kostet! der Juden zu bereichern, ans Staatskosten die Versorgung der Inden bestreiten müssen. - (Stummer Beifall.) Schriftführer Esalür: Hohes Haus! Ich stelle den Antrag, daß die Negierung aufgcforderr werde,

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