Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1883)
- Article
- Das Wunderzeichen des Chanuckafestes
- Date
- 1883-12-27
- Page
- 898 (sequence 2)
- Language
- German
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898 nicht dem Lieger von Bcth Cboron, Emmans und Belh-Zur, nicht der Tapferkeit unserer Borfahren und nicht deren Trinmphcn über den mächtigen Syrerkönig gilt die jüdische Feier des Ehannckafestes, sondern eben jenen! wundersamen Oclkrüglcin, welches unsere modernen ״historisch kritischen" Ehannckaseiernden in das Reich der Mythe und hegende verweisen. Die Sabbath- Ehanncka-Predigcr, welche so salbungsvoll von! Makkabäergeiste reden, der auch ihre Zuhörer thcils erfüllt, thciic noch erst erfüllen soll, und in demselben Athen! der ,.sinnigen Sage" erwähnen, verleugnen jenen Makkabäergcis! und fälschen Geschichte und Indeuthnm. Denn sie leugnen das 25 dieses Oclkrügleins, weiches so sehr der anlcntischstel׳. Wirtlichkeit angehürt, daß jetzt seit!,!ehr als zwei Jahrtausenden eben diesem von ihnen blasphemirend zur Mythe gestempelten, historischen Faktum dieses 25 das Ehanuckasest gewciht ist. Sie leugnen dieses 25, dieses Zeichen der-göttlichen Wallung, dieses Zeichen Seiner Attmachr und Allgegenwart in! >treise der Menschen, dieses Zeichen Seines Schutzes für das nimmer erlöschende Glicht Seiner Lehre und Seines Gesetzes, zu deren Herold!iu Israel bestimmt. Nur weil in Israel noch ein kleiner Kreis war, welcher sich in unerschütterliche Treue diesen! stichle zugewendet hielt, als Antiochns mit Feuer und Schwert gegen die Träger desselben wüthete, darum verlieh Gott Sieg, nicht den Tapferen über die Feige:!, nicht den Kricgsknndigercn über die Undiseiplinirten, nicht de!! Mächtigen über die Schwachen, sondern den Ohnmächtigen über die Starken, dem winzigen Häuflein über die gewaltigen Heercsmasscn, den Reinen über die Unreinen, den Gerechten über die Frevler. Denn ואתה נרחנזיך תרנים ענדת להם נעת צרתם רנת את יינם דנת את דינם נקנזת את 5קםתם Gm! in seiner großen Barmherzigkeit stn!d ihnen bei in dieser Zeit ihrer Bedrängnis;; Gr war cs, der ihren Kampf führte, Gr. der sich ihres gekränkten Rechts aunahm, Gr, der ׳ihnen Genngthnng verschaffte und darnrn יל" עשית שם גדול וקדוש נעולשך wird nicht der Hasinonür und Israels Trininphe, sondern Gottes stiamcn und Seine ׳Anerkennung in den! Kreise der Menschen..durch das Ehanuckasest verherrlicht und gefeiert. Gs verkündigt der Menschheit das große 25 des sünsnndzwanzigsten Kislcw des Jahres 3«i*J2, welches ans den Hinweis! und zu den! aufblicfeu lehrt, der der Menschen Geschicke lenkt und leitet, der Einhalt gebietet dem thörichten Wüthcn irdischer Gewalthaber, welche sich gegen Seine Ordnung auflehnen und Ihn zu verdrängen sich unterfangen ans dem Bewußtsein der Menschheit, der Einhalt gebietet der Willkür, welche den Gebilden des Wahnes den Thron errichten will an Gottes Stelle und schaniloser Unsitte und brutaler Ungerechtigkeit den Altar erbaut. Israel aber bringt Ghanncka noch ein Besonderes. Wie cs bei seinem Eintritt in die Geschichte in dem Angriff Amaleks und dessen Abwehr der wclterblühenden Wahrheit '25 '״ דGott ist!nein Panier" inne wurde, Gott ist das Banner, unter welches es sich zu schaaren habe, unter welchen! cs siegreich allen Angriffen die Surn zu bieten vermöge; Seines Schutzes und Beistaudes sei cs gewiß aus den! Wege, den es durch der Völler Reihen zu wandeln sich anschickte als Verkünder der göttlichen Offenbarung, als Priester des Gesetzes des Rechts und der stiebe, also ward cs ihm 1174 Jahre später, nachdem es seine staatliche Selbstständigfeit cingcbüßt und zeitweilig und thcilwcise sich noch einmal um den wicdererbantcn Zionstempel versammelt hatte, um sich zu rüsten für die Jahrtausende des thränenreichen Ganges, dessen Ende nur der kennt, der cs mit Seiner Allinacht und Liebe nmgicbt, wiederum z!!n! Bewußtsein gebracht, daß ד' 25׳, daß Gott mit ihm sei, daß cs zu Ihm sich flüchten könne vor der Menscher Dränen, daß Gr über Israels Licht schirmend walte u'.td cs nimmer erlöschen lasse. Nicht der Ob-!nacht feindseliger Tyrannei, nicht den! Bcrratye eigener Brüder wird es gelingen, dieses sticht zu ersticken. Denn dieses sticht entstammt den! Urquell der Wahrheit, dem gcofscnbarten Gesetze Gottes, welches durch Israel seine Verwirklichung aus Erden jiuku will. Gs war eine trübe Zeit über Israel hcrcingcbrochen. Judäa war den! Welterobercr Alexander unterthan geworden und nach dessen Tode zuerst den! Ptolonläern, sodann aber den Selekiden zugefallen. Den! Einflüsse des griechischen, den Sinnen schineichelnden Heidcnthnms hatte ein Thcit der Inden nicht Widerstand zu leisten vermocht; hellenistische Sprache, Sitte und Anschauung verdrängten der Väter fromme Weise und führten zum offenen Abfall von! göttlichen Gesetze. Vornehmlich waren es die Kreise der Angesehenen und Begüterten, die also treulos wurden und in den! völligen Anfgchen des Iudenthnins in das die Welt mit seiner Kultur und seinen Waffen beherrschende Griechenthnm das erstrebens-- werthe Ziel ihres Gyrgeizes erblickten. Auch in den Reihen der Priester griff der Geist des Abfalls um sich, und selbst das hohepriesterliche An!t wurde zur Fröhmmg des Ehrgeizes und der Habsucht mißbraucht. Sittenlojigkcit, Intrigucn, Verbrechen hatten sich dieser Kreise bemächtigt. Ans Anstifter! des von Mord und Raub befleckten, durch den König Antiochus zun! Hohen- Priester eingesetzten Menelaos traf die Juden zum ersten Male eine allgeineine Verfolgung ihrer Religion, deren Ausübung mit den! Tode bestraft wurde. An der gottgcweihten Stätte auf der Moriahöhe wurde das L-tandbild des Zeus ausgestellt, und ihm Opfer dargebracht; Häscher fahndeten überall im ganzen stände auf Ungehorsame, welche, den königlichen Befehlen zu-