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Jeschurun · 1883-12-27 · Heft 52 (27.12.1883) · p. 899

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 52 (27.12.1883)
Article
Das Wunderzeichen des Chanuckafestes
Date
1883-12-27
Page
899 (sequence 3)
Language
German
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899 wider, die Gesetze Gottes beobachteten; der Wollust der hohen Beamten sielen Israels Jungfrauen zur Beute. So hatten sich die inneren und äußeren Feinde deS JndenthnmS die Hand gereicht zur gänzlichen Pertilgnng deS GottcSgei'etzcS und seines Trägers, und in diesem schrecklichen Jammer schien Israels Existenz unb seine Mission zu enden. Da entzündete sich an MatatiaS' Begeisterung der Math der Verzweifelnden, und Gott verlieh ihnen, seinen Getreuen, den Sieg. Als sic aber in den Tempel kamen, um die Heidnischen Gräuel ans demselben zu entfernen und ihn wiederum zur Verehrung Gottes zu weihen, da fanb sich mir ein Krnglein reinen, uuentheiliateu OelS noch au, nur genügend, um für einen Tag die Lampen des heiligen Leuchters zu entzünden; aber durch Gottes Fügung reichte cs für acht Tage aus. Und dieses ס), dieses auf Gott hinweisende Wundcrzcichcn ward von den Weisen unseres Volks zum ervigen Denkmal festgehalten, daß Gott Israels Hüter ist und bleibt für alle Zeiten, und den in ihm lebenden Geist nicht ersterben läßt, wenn er auch unterzugehcu scheint. So lange noch ein jüdischer Sproß Gott und Seinem Gesetze die Treue bewahrt, so lauge noch ein Jude auf Erden weilt, welcher den GotteSgcisr, den Geist der Liebe und des Rechts, der Sittlichkeit und Gottesfurcht pflegt und zur Entfaltung bringt, so lange ist die heilige Sache nicht verloren; Gott verleiht diesem Streben des Einzelnen Kraft und Sieg, und eS genügt Ihm dieser Eine, um durch ihn das Gotteölicht auf's Nene in Hellem, vollem Glanze strahlen zu lassen. Der Erhaltung deS reinen Geistes in Israel durch Gottes Wnnderallmacht im Galnth feiern wir Channcka, und darum ״ist die Pflicht deS EhannckalichteS eine überaus wichtige und ein Jeglicher soll sorgsam dieselben bcobacbtcn, um dieses Wunder zu bekennen und Gott Preis und Dank zu zollen ob der uns bezeigten Wunderthatcn; so zwar, daß selbst der von Almosen Lebende sich das Nöthige borgen oder sein Gewand verkaufen soll, um sich Oel und Lichter anzuschaffen, um zu entzünden" tMaimonideS, Hilchot Ehauncka 4,12). Denn einem Jeglichen liegt es ob, dieses Geisles zu walten und dem GottcSlichtc im Kreise Israels und der Menschheit stets neue Nahrung zuzuführcn. Ihm haben wir unser HanS zu weihen, ihm unsere Kinder zu erziehen. Deohalb ist die eigentliche מצות גר חנוכה nicht das Entzünden der Lichter in den Synagogen, sondern in den Häusern; אין אדם יוצא כנרות של בית הכנסת durch bk Lichter im GotleShause kann sich Niemand seiner Pflicht entledigt betrachten. Denn daS Channckalicht will uns und unsere Kinder und unsere Häuser mit dem GottcSlichtc durchdriugeu, auf daß wir die Anerkennung und den Preis Gottes durch den Gehorsam gegen sein Gesetz bethätigen und zu' dieser Treue unsere Kinder erziehen. Nicht umsonst spricht cS R. Huna aus: wer des Lichtes waltet, dessen Söhne werden fromme und gelehrte Männer werden*), denn sie werden erzogen in dem Geiste des Sabbath- und des EhanuckaliclM Unb weil wir so in dem Ehannckafestc nicht das siegreiche Makkabäerschwcrt feiern, sondern Gott, der uns aus wunderbare Weise aus der Gewalt derer befreit, die unser eigenstes Wesen in der Bekämpfung des JndenthnmS getrosten, darum erheben wir unsere Seele in dem großen Hallet-Liede, unserer National- Hymne, die Gott begreift in seiner wunderbaren Galtung in der Geschichte der Menschheit und in dem erhabenen Berufe Israels und dessen wechselvollem Geschicke bis zu dem Tage hin, da die Völker alle die Pforte wiederum gefunden haben, die zu Gott und dem einzigen Heile führt, und in- Israels Jubel einstimmen: הודו לד׳ כי טוב כי לעולם הסת. — — Haben wir nicht auch in der Gegenwart Veranlassung, Trost und Erhebung anS dem Weihe- und Wunderzeichen deS Ehannckafcstes zu schöpfen ob des Abfalls und der Entfremdung im innersten Kreise und des Hasses und der Verachtung von Außen, ob der eigenen und fremden Feindschaft gegen das unseren Händen anvertrante Hciligthum?? Mie erchhri! wir nufere Mer? YI. (Schluß ans Nr. 4N.) Wenn die bisher entwickelten Gedanken für den ErziehnngSzweck überhaupt nicht ganz unfruchtbar sein dürften, so glaube ich, daß auch für die spezielle Aufgäbe, welche jüdischen Eltern obliegt, deren Beherzigung zu einer glücklichen Vöjung derselben beitragen könnte. Ja, ich bin der Meinung, daß zur Erreichung des sicherlich von allen Vätern und Müttern, denen die Erfüllung deS heiligen GottcSgcsetzes selbst noch ernst ist, gehegten innigen Wunsches, ihre Kinder nicht nur zu braven, tüchtigen Menschen, sondern auch zu wackeren, gewissenhaften Juden heraublühen zu sehen, in noch erhöhtcrem Maße die Verwirklichung dieser ErziehnngSgrnndsätze empfohlen werden könnte. Denn für die Gewöhnung des jungen Menschen an Wahrheit, Rechtschaffenhcit, Arbeitsamkeit, Sittlichkeit u. s. w. wirken noch andere Faktoren, als der Eltern Beispiel und Unter- Weisung und des HauscS Gewohnheit mit. Auch außerhalb der häuslichen Sphäre, in Schule und Gesellschaft, sicht das Kind die Werthschätzung und daS Beispiel dieser Tugenden; den Lügner trifft Strafe, des Diebes harrt Schande und Gefangniß, der Faule wird getadelt. *) Sabbath 23,

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