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Jeschurun · 1883-10-15 · Heft 42 (15.10.1883) · p. 742

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 42 (15.10.1883)
Article
Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
Date
1883-10-15
Page
742 (sequence 2)
Language
German
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den?ln-druck gebraucht, das; ich ״kein aufrichtiger, sondern ein ' bedenllicher Zeuge״ fei. Diesbezüglich finde ich es für nothwendig, einige Bemerkungen zu machen: Warum ich mich meldete, warum so spät und warum gerade vor dem Bester Gerichtshöfe? Ich erstattete eine Meldung, weil eö zu meiner Kenntnis; kam, das; der wichtigste Theil der Aussage der Zeugin Julie Szakolczai nicht vrorokollarisch ausgenommen wurde; ferner weil die Herren sachverständigen von dem am rechten Fuße der Leiche gefundenen Flecke in ihrem Protokolle keine Erwähnnng gerhan haben,?tlledas erfuhr ich erst Linde Oktober devergangenen Jahres, Nach Pest reiste ich am 3. November devergangenen Jahres in meinen eigenen Angelegenheiten, d. i. wegen Urglrniig deneuen ApothekerrcchteS in Hajdu- Nana-, zu dessen Erlangung ich bereitiin Frühjahr 1882 dem Ministerium de- Innern meine Eingabe überreicht habe. In Pest begegnete ich dem Herrn Abgeordneten Karl Eölvös im Holzwarth'schcn Gasthanse, und dort erzählte ich ihm da- Wesentliche meiner Aussage. Atn nächsten Tage wurde ich vor den Pester Gerichtshof zitirt, wo ich eine ausführlichere Anssage abgab. Das; ich mich ans da- Mal am Friste der?eiche so gut erinnerte, um dasselbe vor dem Nyiregyhazacr Gerichtshöfe — möglichst ähnlich — abzeichnen zu können, kommt daher, dast ich mich erstens eines vorzüglichen Gedächtnisses rühmen kann, zweitens aber das?Na! nicht nur einen Augenblick vor?lugen gehabt habe, wie dies der geehrte Herr Anwalt behauptet, sondcrn dasselbe, wenn ich mich der?eiche näherte — was sehr häufig geschah — immer und immer wieder betrachtete; selbst damals, als wir die?eiche behufs Beförderung verpackten, betrachtete ich von neuem diese- Mal, und bei dieser Gelegenheit sic! cs mir an׳', das; inan an einer Stelle desselben geringe Falten bemerken konnte; als ich andem Csonkawäldchen nach Hanse gekommen war, zrichitele ich mir sogar das Mal ab. Weshalb ich das!tut, das kann ich wirklich selbst nicht sagen. Weil aber die Beschreibung diese- Males der Bertheidignng günstig ist, deshalb kann man doch nicht mich beschuldigen! Herr Szalan fragt ferner, wie ekam, das; ich, wenn ich das Mal so gut betrachtet, die Nägel nicht gesehen habe? Ich bitte um Berzeibniig, aber ich habe nirgendder?läget Grwähnung gethan. Der Herr Präsident hat nicht betreffs der?kägel, sondern betreffs der Fustzehen die Frage an mich gerichtet, rvic es komme, das; ich behaupte, den Fns; der?eiche wiederholt in die Hand genommen, da- Mal betrachtet und nicht wahrgenommeit zu haben, - das; die Zehen über einander geneigt waren? Hieraus erwiderte ich: Wenn die Zehen derart ans einander gelegen wären, dast dies auffallend gewesen sein wurde, haue ich es unbedingt bemerken müssen; nachdem ich es aber nicht bemerll habe, konnte es auch nicht auffallend sein. Ticsbczüglich nehme ich mir die Freiheit, noch zu bemerken, das; damals Niemand über einander gebogene Zehen sah und solche nur gelegentlich der Erhumation der?eiche wahrgenommen wurden. Bezüglich der Nägel bemerke ich, dast dieselben meiner :'!.׳!sicht nach an der?eiche vorhanden waren. So viel ans die Benierknug des Vertreters der Privatklägerin, Herrn Mail Szalaiz. Was die nnqnalisizirbarcn?lngrisfe eines hiesigen Blattes aubclangt, bin ich so frei, mit Nncksicht ans das geehrte Publikum das Folgende zu bemerken: Ich habe nie in,?eben eine Flirlosigkcit begangen, und Niemand kann ,״ich einer solchen anklagen! Ich habe mich immer im?eben bestrebt, ein rechrschafsener Mann zu sein, und sage cheute mit Stolz, das; ich mit Niemandes Ehre tausche. Zum Schlüsse seines Briefes schreibt Znranyi: Bezüglich de- Males geben Herr Dr. Biss wie Herr Geza K. Horvath an, daß dasselbe vorhanden war; als aber Herr Horvath den Platz des Males mir einem Fetzen abgewaschen, joll es ver« schwundcn sein. Ich behauptete, das; das Mal nur sichtbar wurde, nachdem man den Fuß abgelvaschen hatte, doch bemerkte ich, dast der Umstand vor mir nicht erwähnt wurde, als sei der Fnst mit einem Fetzen abgcwaschen worden; ich las dies in den Blättern, und wenn inan gelegentlich meiner Konfrontation vor nur erwähnt hätte, dast der am Fuße der?eiche sichtbare Fleck iin Csonkawäldchen mit einen! Fetzen abgcwaschen wurde, so hätte ich sofort erklärt, dast der Fnst der?eiche im Csonka- Wäldchen mit keinem Fetzen abgelvaschen werden konnte, weil dort keinerlei dazu brauchbarer Fetzen war. Iin Csonkawäldchen wurde der Fnst der?eiche nur mit Wasser abgewaschen, und zwar anfangs durch Johann Szneö und später durch Herrn Geza Horvath und rnich, und nur nach dem?lbwaschen des Fußes — das nur mit Wasser geschah — wurde der Fleck sichtbar. Wegen de- Schlamme-, der am Fuße klebte und angetrocknet war, konnte inan dort vor dem?lbwaschen keinerlei Fleck ansiiehmen. Da- Abwaschen de- Fußemit einem Fetzen hätte nur in Eszlar geschehen können, und nur dort hatte darum der Fleck auch verschwinden können. Ebenso hätte nur dort Herr Dr. Traitler den Fnst mit einem BcrgrösternngSglase besichtigen können, denn dieist im Csonkawäldchen nicht geschehen. Nachdem ich aber in Eszlar nicht gegenwärtig war, kann ich auch von alledem keine Kcnntniß haben. Gleichzeitig antworte ich auch ans jene Behauptung des Dr. Traitler, dast ich die Farbe, die ich im Csonkawäldchen aus dein Tuche zusammcnk, atzte und welche ich später dem Herrn Staatsanwalt Egressy-Nagy in einem Glase übergab, mit einer andern Farbe vertauscht hatte. Ich habe diese Beschuldigung keiner Antwort gewürdigt; nun aber reslektire ich kurz auch hierauf. Wenn der betreffende Chemiker, der diese Farbe untersucht, konsiatiren wird, dast die durch mich Herrn?adislans Egressy-Nagy übergebene Farbe mit den auf dem Heinde der?eiche aiisgefnndcucn Farbspuren nicht identisch ist, dann — aber auch nur dann — gestatte ich Herrn Dr. Traitler, mich in dieser Beziehung zu beschuldigen. Bis dahin aber nicht. Denn zur Untersuchung dieser Farbe ist meiner?lnsicht nach Herr Dr. Traitler nicht kompetent; auch ist cs eine Unmöglichkeit, die Beschaffenheit einer Farbe mit dein Speichel und dem Finger zu erweisen. 3. August. Die Schlußszene des Prozesses haben wir in Nr. 32 ausführlich geschildert und beschränken uns hier auf die Molivirnng des sreisprechenden Urtheils. Nach den Daten der Untersuchung und der Schlnstver- Handlung hat Frau?lndreas Huri, gebornc Inliane Olajo-, Bewohnerin von Tisza-E-zlar ,׳UjfalU), am!. April 1882, drei Tage vor dem israelitischen Passah!Osterfeste) ihre Magd, die vierzehnjährige Esther Lolymosi, nach dem den andern Theil der Gemeinde bildenden Osaln in den?adcn des Joseph Bohlmaier um Farbe und Nnst geschickt, um damit den Flur ihre- Hanseanläßlich der bevorstehenden Osterfcicrtage zu tünchen. Nachdem Esther Solymosi auch von den Nachbarinnen Frau Gabor?anczy, gebornc Therese Kassalo, und Frau Gabor Csorbci, gebornc Susanne Szakolesay,?Insträge empfangen hat, in demselben?adcn verschiedene?lrtikel cinzukansen, ging sie in der Zeit von ungefähr halb 11 Uhr Vormittagvom Hause fort, ivic dies auch der Zeuge Julius Hrabar angegeben hat. Sic gelangte ungefähr um 11 Uhr nach Ofalu, wo sie auf dem Wege zunt?aden mit ihrer Schwester Sophie znsammentraf, die ge ui de damals mit ihrem Dienstgrber Hermann Nosenbcrg Wein nach der Wohnung Emannel Tanb's trug, und ans deren Frage sic damals antwortete, dast sie in den?adcn gehe. Sie traf ans diesem Wege auch mit den einvernommenen Zeugen Johann Jako!, Jnliana Szabo und Gabriel Tanyi zusammen. Sie war in der?.hat in dem?aden des Joseph Kohlmayer, und nachdem sie dort rothe und blaue Farbe cingekauft hatte.

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