Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1883)
- Article
- Des Suckothfestes Angebinde
- Date
- 1883-10-15
- Page
- 734 (sequence 2)
- Language
- German
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734 Kinder Gottes begreifen und in kindlichem Vertrauen Ihm sich hingeben. אהוהה, Gottvertrauen, Seiner Gnade, Seiner Viebc;׳.wcrsichtlich vertrauen, Seiner Waltnng froh das eigene «beschick und das Geschick der Seinigen anheimznsiclllM. und אהוהה, sich von Gott willig und freudig erziehen zu lassen, festzuhalten an Seinem Gesetze, in kindlichem Gehorsam Seinen Willen getreulich zu erfüllen, als die einzige Lebensaufgabe zu betrachten, das und nichts ׳?luderes gewährt Sicherheit und Schlitz, unzerstörbare Freude unb beseligenden Frieden. Und wer hätte also wie das jüdische Volt Beraulassung gehabt, zu dieser אבדדגדז heranzureifen, wer hätte gleich ihnt den unmittelbaren Gottesschutz in der (Mcftaltiing seines Geschickes erfahren und erprobt, gleich ihm, dem Wnuder in der Menschengeschichte, die wunderbare allmächtige -Vaud Gottes kennen gelernt, die es geleitet und geführt hat von bau ersten Anfänge seines Entstehens bis zu dieser Stunde. Kopfschüttelnd und achselzuckeud standen die Horoskopen an der Wiege dieses Volksstammes und lächelten der Vermessenheit der Hoffnung, dag er zum?eben gedeihen und, die Jahrtausende überdauernd, die Umgestaltung der menschlichen Zustände anzustreben befähigt sein werde. Und zu diesem Spotte gesellten sich im Laufe der Zeiten noch Hag, Verachtung und Feindschaft, und was nur immer der menschliche Witz zu erklügeln vermag, wurde aufgeboten und wird aufgeboten, um den Lebensnerv dieses Volks zu zerstören. Aber die allmächtige Gnade Gottes hat es zu schützen gewußt gegen die ganze Welt, Seiner Liebe Wolkensäule umfing das wehr- und machtlose Häuflein Ihm vertrauender Menschen, und jeder gegen es geplante und ansgeführte Mordansehlag gab nur Veranlassung zn einer erneuten Offenbarnng des allmächtigen Gottesschutzes, ״der es umgiebt und seiner wartet wie des Auges Apfel, der seine Flügel breitet, es anfzttnehmcu und es auf seinen Schwingen trägt" durch Sieppeuland und Wüstenei, ״der es mit Honig aus den Fels und mit Oel aus des Gesteines Kiesel sängt", bis zn dem Ziele hin, an welchem die Gotteserde durch das Gottesvolk, durch die Lehre, die eS den Vrüdervölkeru gebracht, der Sühne theilhastig wird für jeden Mißbrauch der Gewalt, der auf ihr geübt, für jeden unschuldig vergossenen Tropfen Bluts, für jede von der Menschen Ungerechtigkeit erpreßte Zähre, die es in sich aufgeuomnten. Dieses Volk der Sncka hat in dieser אהונה die שנזהה, die reine ungetrübte Freude gefunden und ist der heiterste und glücklichste Menscheukreis getvorden trotz aller Verachtung und Verfolgung. Es hat gelernt, atls Gottes Hand die Güter der Erde zu empfangen und sie zn genießen int Anblick Gottes. Was ihm die Erde beut, ob viel oder wenig, ist ihm von GotteS Güte gewährt und es verwendet es jurn heitern Genuß für sich und die Seinen nicht nur, sondern ינענע בשעה שהברך will damit Freude und Segen weithin verbreiten und reicht es nach Ost, Süd, West und Nord, nach Oben und Unten, allen seinen Brüdern davon mittheilend und erst Gott und dann nach Seinem Willen der Erde weihend. Denn das Suckothfest wird vor'Allem als ה נ bezeichnet, als der Nus Gottes an die Menschheit, sich um Ihn, um Sein Gesetz zn schaaren mit den Gütern der Erde. Gott und Sein Gesetz ist der Mittelpunkt des Menschenkreijes, welcher denselben Halt und Festigkeit gewährt, zu welchem alle Theile des Kreises hinstreben, und wie im Zionsheiligthnme sich am Snckothfcste die Nation um den Altar mit dem לולב bewegte, so bilden wir heute mit dem לולב einen Kreis um die Thora, damit bekundend, daß wir mit Allem, was uns auf dem Acker reift, was wir als Frucht unseres Fleißes in unseren Besitz gebracht, uns Gott und Seinem Gesetze zur Verfügung stellen, um zn genießen und zu streben nach Seinem heiligen Willen und darin und dadurch die seligste Freude atls Erden zu gewinnen. Der Tempel ist gefallen und harret noch immer seines Wiederaufbaus, und Israel ist hinausgestrent über den ganzen Erdball; es kann in diesem?lugenblicke nicht mehr hinauswallen zu dem sichtbaren Mittetpunkte der um Gottes Gesetz einmüthig geschaarten Nation.?Iber die Lehre Gottes, die Thora, hat es mit hinansgenommen in die Ferne, sie, die Lebenssccle des jüdischen Volks, sie, das heilige Geschenk des allliebenden Vaters der Menschheit für den gejammten Menschenkreis. Und wenn Israel fast?llles eingebüßt, was sonst des Menschen Dasein schmückt, wenn ihm versagt ist der Antheil an den Gütern der Erde, so wandert es heiler und glücklich dennoch über die Erde hin, die ihm nur Geringes bietet, und zieht, die Thora im Arm, seine Bahn durch die ihm zur Wüste uub Oe de gewordenen Menschenkreise. Wenn es ihm nicht vergönnt ist, im lauten festlichen Jubel zn Jeruschalajim- Zion die שהרזה ביה השואבה zn begehen, so jauchzt es in begeisterter Erhebung der Seele der Thora entgegen und feiert Simchath-Thora, die Freude mit dem Gottesgesetze, die Freude mit seinem erhabenen Berufe, gewürdigt zu sein, dieser Thora Schild- und Bannerträger zn sein; und auS den Nanmen seiner glanz- und schtnucktosen ״kleinen Gotteshäuser" schallt der jubelnde Nus תורה היא עץ הייה לבלה הייה in die Welt hinaus, denn sie, die Thora und Gott, der sie geosfenbart, fiub die Quelle des Lebens, der einzige Born, aus welchem die lechzende Menschheit den Labetrnnk der Freude, des Friedens, der hieniedigen und ewigen Seligkeit zu schöpfen vermag.