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Jeschurun · 1883-08-02 · Heft 31 (2.8.1883) · p. 502

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 31 (2.8.1883)
Article
Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
Date
1883-08-02
Page
502 (sequence 6)
Language
German
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502 Oänt'o.'u-Ocitnt und eine 3c 1t 1ןe 11 י*J?räpari 111 ־ rt;3)״^ןcfcflfd).1 ft nicht ,vielen können.!Värm, Zischen . Ich fonftatirc, tuf; ich keinerlei Finmischniig de- Auditoriums in Beleucht ziehe, denn hier handelt es sich um Veden und Tod und 11111 die bhrc einer ganzen Konfession. Ich konsiatire, das; in diesem 3a.110 honte mehrere Zeugen waren und auch sind, weiche in dieser Augelegenheit mmrmiiicn werden; ferner das: die eine Thür de- Saales immer offen ist nnd das; mit Ignaz Bkatej andere Zeugen in einem desondereu Zimmer abgesperrl gehalten werden, auf welche 10'1ח9י, werde ich die 0*l;re haben später anzngeben. Im Ver׳ trauen auf die Wahrheit-liebe de- Präsidenten, von welcher ich mich auch bisher überzeugt habe, erwarte ich. das; alle jene Zeugen, die in Angelegenheit de- Veichenschmuggels vernommen werden, vom Publikum und den übrigen Zeugen aufstrengste abgesondert werden. Ich bin überzeugt, das; durch die Kreuzfragen die Aussagen dieses Zeugen, der viermal immer anders ansgesagt hat, widerlegt werden. Großer Värm, Zischen und Stampfen im Auditorium./ Präsident: Die Absonderung wird geschehen. Darüber, wer im 3aale amveseud sein soll, kann ich nicht entscheiden. Verth. Friedmann: Ich bin damit einverstanden, das; das Publiknm nicht eingeschränkt werden kann׳, es ist aber erwünscht, das; die Zeugen nicht ins Auditorium kommen. —^Präsident: Das Kreuzverhör mit Ignaz Bkatej wird auf morgen verschoben. Gs werden nunmehr einige ans den ersten Theil des ProzesseS bezügliche Aussagen von Nebenzeiigen angehört. Zeuge Josef Pap, Gastwirt!) in Debreezin, deponirt, das; der SicherheitS-Kommissär Daniel Bareza in seinem Gasthanse öfter verkehrt und einmal gesprächsweise erwähnte, das; er den Juden große Dienste erwiesen und hiersür viel Geld zu erwarten hätte. Welcher Art diese Dienste gewesen, und ob er das Geld für seine zu machenden Deposjtiouen erhalten würde, hat Bareza nicht erwähnt. Auf die )Frage des Staatsanwalts sagt Zeuge, das; er nicht wisse, ob in jenem Gespräche Bareza die Tisza-tf-zlarer Angelegenheit als jene bezeichnet habe, in welcher er den Inden viel Gutes erwiesen hat; übeihauvl iönne er sich nicht genau erinnern, denn er habe nicht direkt zugehön. Gs werden sodann die Angeklagten Gros; und Klein hereingesührt nnd die Zeugen I. Tolh nnd S. Nagn vernommen, von denen bsrsterer i:n vorigen Jahre bei Gros; als Taglöhner arbeitete nnd nichts zu sagen weis;, als das; Gros; gesund war und an der Feldarbeit theilnahm. Zeuge Vl'agy ist. dem Klein vor Pfingsten des vorigen Jahres einmal begegnet, als derselbe das Pferd Breunor's sühne und ans des Zeugen Fragen über die Berwendnng des Pferdes antivorlele, dies gehe ihn nichts an. Die drei lebt־ genannten Jen gen werden beeidet und die Sitzung geschlossen. •1. Juli. Die Verhandlung wird mit dem Kreuzverhör des Zeugen Ignaz Bkatej fortgesetzt. Staatsanwalt: Wann hat der Zeuge zum ersten Bk alt Smilovies und Hersko gesehen V — Zeuge: Beide znsammen KO Klafter von meinem Standplatz am Floße. Berlheidiger Friedmann bittet, zu dem Zeugenzimmer eine Wache zu stellen nnd die Zeugen, die sich im Saale bcsinden, zu cnlserncn, da sonst das Kreuzverhör in voraus vercitell würde. Ans eine fernere Frage deS Staatsanwalts antwortet der Zeuge: Die Wirrhschait, ivo er Schafkäse kaufen wollte, ist 'KO bis!0 Klafter vom User entfernt. Smilovies hat er nie ans einem Wagen gesehen. Zeuge stand am User, ats er Smilovies die Veiche an Herslo übergeben sah. Die Veiche war mit dem Basrscilc unten am Floße angebunden. Aus die Frage, wie sich der Zeuge und Hersko vom Vorhandensein der Veiche überzeugt, ob sie auch die Veiche damals besichtigt haben, erwidert Zeuge, sie suhlten, das; die Veiche angebnilden sei, besichtigten sie aber nicht nochmals, •vcrSIo sagte: Gut, die Veiche ist da und Niemand weis; davon." Die Frau, welche die Kleider brachte, kam and User. Herslo sagte ihm, dies sei eine Gszlarer Frau, ivelche Smilovies schielte. Als sie die Veiche bekleideten, hatte ihn Herslo hierzu ansgcsordert Letzterer hob die Veiche heraus; sie gingen nicht alts User, sondern verrichteten die Arbeit am Abend ans dem Floß Die Frau hat er nur kurze Zeit gesehen, denn sie entfernte sich sofort. Die Veiche halte ein langes Hemd, welches Herslo ins Wasser warf, ebenso ein Halstuch und ein Nöckchen. Dann bekleidete er sie mit den gebrachten Kleidern und einem kurzen Hemd. Zeuge half beim Ankleiden, imdem er die Veiche unter den Schultern emporhielt und auch in die Höhe hob. Das Bastseil wurde vorher entsernt. Die Veiche war angeschwotten, er erkannte, daß sie weiblich sei, jedoch nicht das Aller. Herslo vertröstete ihn, als er fragte, e׳° werde schon später erfahren, wozu die Veiche diene. Das Geld hat er vom Tokaier Kaufmanne nicht znrintgenommeit, er ging auch nicht wieder hin, weit ihm Herslo sagte, er werde es schon heransnehmen. Zeuge hat dem Kansmann mit eigener Hand das Geld übergeben. Aus die Frage, ob Zeuge dabei bleibt, das; das, waö 'in dem in Szigelh ansgenommenen Protokolle enthalten ist, falsch ist, antwortet der Zeuge: Ja, denn ich wurde nie mißhandelt. Zeuge glaubte, als er sein Kreuz unterschrieb, es handle sich um seinen Arbeitslohn. In szigelh hat er ganz so anSgesagt, wie jetzt hier vor dein Gerichtshöfe. Dort wurde er in derselben Stunde verhört wie Herslo, der an der Seile eine Wunde zeigte, welche von Schlägen herrühre. Der Staatsanwalt beantragt, daß die Zeugen, welche beim Verhöre des Zeugen in Hnszt zugegen waren, Gmerich Kapansky, Franz Bionik und Notar Bernath, sowie auch jene, .welche beim Verhör in Bkarmaros - Szigelh anwesend waren, Szaplonezap und Bkihilapi, als Zeugen vernommen werden. Bertheidiger Dr. Friedmann führt ans, das; es nicht statthast erscheine, daß ein Zeuge das Gericht in einem so wichtigen Bkomeine durch vierjache Anssagen irresühre, da diese Aussagen von einander gänztiel) verschieden sind, und demnach zum Theil falsch sein müssen. Nachdem des Zeugen Behauptnng, als ob seine Aussage durch den Untersuchnngsrichler ganz falsch ausgenommen worden wäre, nicht stichhaltig erachtet werden kann, so möge das Strafverfahren gegen den Zeugen wegen falscher Zeugeuschasl eingeleilet und dnrchgesührl iverden. (Wlvös tritt dem Anträge Friedmann's bei und führt ferner ans, das; Ignaz Bkalej bisher schon fünf solenne Geständnisse gemacht habe, vier vor dem Gerichte und eines vor der Verwaltungsbehörde. Das erste Gesiändiiiß machte er vor dem Gerichtshöfe in Nyiregyhaza, wo er, konform mit seinen )"* Gefährten, erklärte, er wisse von der Angelegenheit nichts; in Tisza-Voek hat er den Veichenschmnggel schon von Detail zu Detail, von Tag zu Tag. von Stunde zu Stunde erzählt; dasselbe Geständnis; hat er hier ׳vor dem Gerichtshöfe eriveilcrt nnd auch modisi;irl. Dies war seine drille Erklärung. Als er von hier entlassen wurde, meldete er sich mit einigen andern Gefährten sreiivillig in Hus;t nnd erzählte, wie er von Ntzircgphaza nach Voek geichleppl wurde, ivie er ein falsches Geständniß machte, mit einem Worte, er machte ein feierliches vollständiges Geständnis; darüber, daß seine Aussagen, die er in Voek gemacht, falsch seien. Hierüber verhörte ihn in BkannaroS-Szigeth der Gerichtshof in der korrektesten Weise. Hier machte er rvieder sreiwilltg ein umfassendes Geständniß, wie er in Voek gepeinigt wurde, wie er falsch anssagke, zog diese falschen Aussagen zürnet und blieb bei seinem ersten Geständnisse. Dieser Zeuge ist ein falscher Zeuge t großer Värm im Auditorium'׳, dieser Zeuge hat hierdurch ein komplizirtcs Verbrechen begangen, welches hier vor dem GcrichtShosc vollständig bcivicscn ist. Der Präsident bemerkt: So lange der Gerichtshof lein

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