Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1883)
- Article
- Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
- Date
- 1883-08-02
- Page
- 501 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2932754-2932996-2933027-2953610--13151-2953656- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
501 •VnvMo übcr^at) und fiel) bann entfernte. Herölo;in; ben Gegen, staub am Bastseile;11 ben Klagen, Zeuge fragte ben Herslo, was das Ding fei, worauf ihn Hersko mit der Bemerkung, dag die Lache ihn nichts lummere, gehen hieß. Zeuge begab sich nun *11 feinen Camera den. Da ihn jedoch das Gesehene de. nuruhigte, begab er sich wieder;n Hersko;iiriiit, um sich;11 eilundigen, was der Gegenstand fei, konnie ihn aber schon damals nicht mehr sehen, da derselbe bereits unter dem rückwärligen Theile seines — des ׳sengen — a!ostes im LIasser feslgebnnden war. 'Warnnt Herslo dieses Objekt nicht an sein eigenes, sondern an des .sengen aIband, weif; Zeuge iticht, doch bemerkte er, das; sein — des .׳sengen Flost ungeladen war. Zeuge befragte nun HerSko über den Gegenstand, woraus Herslo ihm zur Anlwort gab, eS sei nicht nöthig, ׳Alles;1, wissen, und .Zeuge möge schweigen, da sie viel Geld belommen würden. Bei Barad warf Herslo, mit die Aufmerksamkeit des Zeugen;11 erregen, eine Scholle ans des Zeugen Floß und beauslragte den Zeugen, uach;nsehen, ob der Gegenstand noch aus seinem Floß sei. Bei Neneselo sah Zeuge nach und bemerkte, das; die Reiche noch dort sei. Herslo glaubte dies nicht nttb sah auch selbst nach׳. Bon Beneselo fuhren sie Mittwoch weiter und gelangten am Donnerstag nach Dokai. Hier übergab Herslo dem Zeugen f>f> sl., nnb;war -1 211111 Fünigulden-Noten, 10 Silbergulden und den Nest in Papiergulden. Die anderen Flößer gingen nach Dolai. Zeuge blieb mit Herslo ans dem Floste;nrück. Gs wurde Abend. Sie tranken Branntwein, und HerSko sagte ihm, es wäre gut, das Geld in Sicherheit;11 bringen, Zeuge möge es einem Tokaier jüdischen Bansinanne zur Ausbewahrnng übergeben, damit seine Kameraden es nicht bemerken und Verdacht fassen. Zeuge behielt blos;wci Gulden und übergab das Geld dem ftanfmanne. Zeuge verlangte;war etwas Schriftliches, doch bedeutete ihm Herslo, das; dies nicht nothwendig sei. Freitag fuhren sie von Tokai weiter. Sie gerielheu jedoch in seichtes Wasser und mußten sich lange Plagen, um wieder tiefes Wasser;n erreichen. Sie kamen schließlich bei Gs;lar an und landeten an einer mit Weiden bewachsenen Userstelle. Sie verweilten bis;um Freitag Abends daselbst. Seine Kameraden hatten sich schon niedergelegt, .senge jedoch war noch ans. Herslo bedeutete ihm, in die Flosthütte schlafen;11 gehen. Zeuge ging auch in die Hütte. Am Abende warf Herslo eine Scholle;111 Hütte. Zeuge wurde ausmerksam, kam heraus und sah, das; am User eine Zudeusrau sei, die dem Hersko Bleider brachte. Herslo übernahm dieselben und bedeutete nun dem Zeugen, das; sie die Leiche ankleiden müssend Sie gingen ans Gnde des Floßes und Herslo;og die Leiche empor. .Zeuge bemerkte, das; die Reiche argen Geruch haben dürste, woraus Herslo ihm die Nasenlöcher mit Laub verstopfte und ihm sagte, nun werde er vom Gerüche nichts verspüren. Der Zeugc hielt nun die l'eidie, während Herslo dieselbe ankleidete. Als dies geschehen war, band Herslo die Leiche wieder unter dem Floste fest. Ob dies mit einem Bastseile oder einem Feicen geschah, weis; Zeuge nicht. Während des Ankleidens der Reiche, sagte Herslo dem Zeugen, er möge sich nicht kümmern, wenn nun die Leiche während des weiteren Flöstens losreisten würde. Das Flost. welches die Reiche führte, war das;weite, während das dritte und vierte sich weiter ftromanswärts befanden. Herslo kam ans jenem Floste, welches unmittelbar der Reiche folgte. Am Samstag Abends׳ sah Herslo nach und konstatirte. das; die Leiche noch vorhanden war. Auf weitere Frage dcponirte Zeuge, das; Herslo beim Attkleiden der Leiche in die linke Hand derselben ein Tuch mit brauner Farbe gab und um das Gelenk band. Die Farbe war in gelbes Papier gewickelt. Aus die Frage des Vertherdigers Götvös sagt gierige: Herslo gab das Tuch mit der Farbe in die Hand der Leiche und band dasselbe um ihre Handfläche. Präsident: Warum er;ählten Sie das nicht so, als Sie vor dem Umersuchungsrichtdr verhört murbrnY — Zeuge: Hersko sagte mir, das; ich nichts reden soll, ich werde viel Geld bekommen. Ich hätte Alles gestanden, wenn ich gcwustt hätte, was mit der Leiche geschehen soll. Nachher ist eS mir eiligefallen, das; ich das Alles sagen must. Präsident: Bei Zhrem;weilen Verhöre sprachen Sie vor dem Untersuchungsrichter anders. Hat Ihnen Jemand gedroht oder wurden sie angelernt L — Zeuge: Hs hat mich Niemand;u meiner Aussage bewogen. 101 it Herslo war er konsronlirt worden und sagte ihm all dies ins Gesicht. Herslo antwortete nichts, sondern hat Alles;ngestattden. Ans Verlangen des Vertheidigers Götvös;eigt der .senge unter den Angeltagten ans Smitovies. Ans die weitere Frage des Präsidenteit giebl Zeuge an, das;, als sie nach Hanse tauten, sie von ihren Dienstgebern den Lohn erheben wollten. Dort sagte man ihnen, sie müssen;um Ortsnotär gehen, dort werde die Angelegenheit erledigt. Beim Notar ivnrde etwas geschrieben ׳. sie machten daraus ein Brett;, aber er weist nicht, was die Schrift enthielt. Zeuge sagte dort nicht, das; man ihn in Npiregüha;a;um Geständnisse gezwungen habe. In dieser Angelegenheit war er auch vor dem MarmaroS- Szigeter Gerichtshöfe. Dort befragte man ihn, was er in Nhireghhaza ansgcsagt habe; der Herr, welcher das Schriftstück las, forderte ihn aus, er möge sagen, ob man ihn in N1)ircghhaza ans den Kops schlug. Zeuge verneinte dies. Ans weiteres Befragen deponirte er: Nach meinem Ber« höre bin ich durch;wci Haidudeu und .einen Pandur vor Morgendämmerung nach Tis;a-Loek gebracht worden. Vor dem Sicherheits-Boilimissär wiederholte ich das Geständnis;, welches ich vor dem Untersuchungsrichter abgelegt habe. Dast der Bornmissär mich binden hätte lassen und mir aus beit Bops einen Hieb verselZe, ist nicht wahr; man hat mich nicht gepeinigt, ich habe nicht gesagt, das; mir der B'oiiimissär gedroht hat, oder dast er mich;erschlagen wird. Bei der Untersuchung waren dr-ei Personen anwesend, das Protokoll wurde vor ihm verlesen, er aber erklärte sogleich, das; all das nicht wahr sei. Bevor sie sich entfernten. liest man ihn ein Brenz machen. Zeuge Malej wird nun mit dem Angeklagten Hersko und bei bezüglichen Aussagen auch mit Smilovies konsrontirt. Der Zeuge wiederholt wörtlich seine.Aussage, welche der Dolmetsch Satz für Sab Ungarisch wiedcrgicbt. N'achdcm GölvöS seiner Ansicht Ansdrw.k gegeben, das; dem Zeugen seine Aussage eingelernt sei, wird Herslo das Wort gegeben, der zu beweisen trachtet, das; die Aussage Malej's erlogen sei. da er Uninögtiches behaupte. Unter Anderm könne doch nicht geglaubt werden, Hersko hätte die Leiche an Matrj's Flost gebunden; Malej's Flost war ja seine»! voraus und Andere hätten die Leiche sehen müssen. Ferner könne Males auch nicht gehört haben, wie er angeblich mit Sinilovics gesprochen, da ja ein Flost ea. 70 Blast er lang ist und Äatej's Flost jenem des Angeklagten voranssnhr. Der Angeklagte erinnert den Zeugen auch, das; das Flost aus der Fahrt anseinaudergegangen, das; alle süns;ehn Flöster dasselbe wieder Herstellen halsen und dabei die Leiche ge׳ selten hätten, wenn sie vorhanden gewesen wäre. Gs sei eben Alles erlogen, um die Angeklagten ins Unglück zu bringen. Maies beharrt auf seiner Aussage. Venheidiger Hötvös: Ich bin so frei, dem Gerichtshöfe den Antrag zu stellen, dast die Stellung der Brenzsragcn bis zur morgigen Silznng verschoben werde. Ich habe Benntnist bauen, das; hier fine organisirte Zeugen - PräparirungS ׳ Gesellschast cristire. ((fine Stimme aus dem Publikum: Gine Prügel׳ gesellschast!! Mein Antrag ist: Der Herr Präsident möge Anstalteu treffen, das; am morgigen Tage jede Präventiv-Maßregel, tvelche der Stand der Verhandlung und die gesetZiche Praxis anordnen, in^Anc;r׳iss geitommen^werde, damit hier ein In-dic-