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Jeschurun · 1883-08-02 · Heft 31 (2.8.1883) · p. 500

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 31 (2.8.1883)
Article
Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
Date
1883-08-02
Page
500 (sequence 4)
Language
German
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500 Aus feinere <u׳acjcu de- VertheidigerS EötvvS führte der Angeklagte ans, daß die Schlosse ihm weh thaten, doch schrie er nicht, weil man es nicht ^1!lieft. Das Wasser mnfttc er in ßolflc der Drohung des Sicherheit--Kommissars selbst ans» trinken, eS waren bei \'j: Vit er. Der Angeklagte war nicht gebunden, doch sah er die Schnüre, mit welchen man ihn zu fesseln drohte׳. Panduren waren and) zugegen bei dieser Prozedur, doch nur im Nebenzimmer. Da- Protokoll, welches drei Seiten anssnllt, wurde in der Seife ausgenommen, das; während seiner Einvernehmung der Gesangenausseher Karanesay zugegen war und in rulhenischer Sprache an den Angeklagten Fragen stellte und die Antworten dem Untersuchungsrichter Ungarisch inS Protokoll diklirte, der dann dieselben niederschrieb. Bertheidiger EötvöS fragt, ob er wisse, daß Karanesay Alles ebenso dem Untersnd)nngsrichter Ungarisch sagte/ wie An׳ geklagter eü Nutheni'ch deponirte? Hersko: Id) weiß nidjt, denn ich kann nid)t Ungarisd). Das Protokoll habe ich unterschrieben, nad)dem eS mir ungarisd) vorgelesen worden. Mit Matej wurde id) zuerst in Voek konsronlirt. Id) akzeptirte seine Aussage nid)l und fragte ihn, wie er sold)es reden kann. Weiter ließ man uns nicht sprechen׳, id) spie Matej ins Gesid)t, als er diese Aussagen machte, ge׳ traute mich aber nid)t, die-S hier vor dem Gerichtshöfe zu sagen. Beim Verhöre vor dem Gerichtshöfe war Ban; anwesend, als Dolmetsch fnngirte and) da Karanesay. In Gszlar wurde er nicht mit Indensranen konsrontirt, and) nid)t in Voek. Bertheidiger Szekely: Ich bin verständigt worden, daß Karanesay, der als Zeuge vorgeladen ist und im Zengenzimmer sein müßte, außen an der offenen Thur des VerhandlungssaaleS steht und anssagen hört, wie ja and) Vary, dessen Vernehmung nvthwendig werden dürste, alles anhört,!vaS über ihn ansgesagt!vird. Der Präsident läßt die Thür des VerhandlnngSsaat. - schließen. Ans Fragen des VertheidigerS Friedmann sühn der Angeklagte ans, daß ihm in Dada das Theißnser, tvo die Veiche gesunden worden war, gezeigt wurde. Bei seiner Einvernehmung vor Gericht hat ihn der Dolmetsch darüber, ob seine Aussagen völlig freiwillige, ohne jeden Zwang abgegebene seien, nidjt gefragt. Bertheidiger Friedmann bittet, zu konftatiren, daß bei der ersten Einvernehmung, weld)e mit der ersten Aussage deS Angeklagten völlig übereinstimmt, der rnthenische Geistlid)e als Dolmetsch sungine, während bei den übrigen Einvernehmungen, u>e!d)e der Angeklagte jetzt alle zurückgezogen hat, jener Karanesay als Dolmetsch verwendet wurde, der den Angeklagten bei seiner Einvernehmung thätlich mißhandelt hat. Bertheidiger Friedmann fragt ferner, ob bei diesem Gerid)tShose die Anthentisizirung der Aussagen der- Angeklagten nsnell sei. Seil dem Inslebenlreten des neuen Strafgesetzbuches ist dies nirgends mehr gebrünchlid). Gr bittet den Präsidenten, er möge ans dem Ard)ive wenigstens einige Angelegenheiten herausnehmeu lassen, ans welchen zu ersehen wäre, ob seit dem September des Jahres 18HI, als der neue Straslodex ins Veben trat, Aussagen von Angeklagten anthentifiziri wurden. Es liegt sehr nahe, daß Derjenige die Antheutisizirnng dieser AuSsagen für nothwendig gesunden, welcher sich fürchtete, daß diese Aussagen später außer Kraft gesetzt werden. Präsident erklärt, daß cs mehrmals geschah, daß vor Fällung der Unhcile Protokolle anthentifiziri wurden. Nad) einigen ferneren Fragen an den Angeklagten, namentlid) darüber, ob er in Vadany dem Untersuchungsrichter den Ort gezeigt, wo er von einer, jüdischen Frau Kleider übernommen, worauf HerSko antwortete, er habe nichts gezeigt, tritt eine halbstündige Panse ein.— Nach Wiederaufnahme der Verhandlung theilt Präsident mit, daß laut Bescheid des Gerichtshofes behufs Untersuchung der Augen des Moriz Schars Oerid)tSarzt Dr. Flegmann, der Augenarzt Dr. Varrach und Spitalsarzt Dr. Jozsa als Experten vorgeladen wurden, Nachdem Flegmann als Gerichtsarzt sd)0n den Eid geleistet, werden nur Barrach und Jozsa beeidet. Hierauf ziehen fid) die Experten zurück. Aus Anfrage des Staatsanwalts Szeyssert erklärt der Präsident, daß den Experten zwei Fragen vorliegen׳, l. Veidet Moriz Schars an Farbenblindheit? 2. Sind die Augen Moriz Schars'S unverkehrt, gesund, ist sein GesichlSvermögen vollständig oder das eine oder das andere Auge oder sind beide Augen auch fehlerhaft? Sodann wird Zeuge Ignaz Matej vernommen. Der Zeuge ist 28 Jahre alt, griechisch-katholischer Religion. Er dedeponirt in ruthenisd)er Sprache. Derselbe giebt au, daß er im vorigen Jahre ans der Theiß Hol; flößte. Gedungen wurde er durch die BuStyahazaer Kanslenre Fleckmann und Reiß. Aus des Zeugen Floß befanden sich Georg EsepkouieS und Johann Selover als Flößer. Der ganze Transport bestand aus 15 Mann und -l ganzen Flößen. Aus dem ersten Floße waren Petro Males, Basil Matej, Johann PotrohoS und Basil Patkany, ans dem zweiten David Hersko, Basil Simon und nod) Andere, deren sid) Zeuge nid)t entsinnt, aus dem dritten Georg Hersko, Peter Saleneez und Ioan Dnsak, ans dem vierten Zeuge mit Georg Esepkonie-Z und Johann Selover. Von HnSzt, wo sie geladen hatten, gingen sie Freitags ab, berührten ans ihrem Wege BnSlyahaza, wo sie drei Tage verblieben. Sodann kamen sie nad) Bari und verbrad)teu dort 8 bis (.) Tage. ThalwärtS fahrend, gelangten sie weiter nad) Tarkany, wo sie an einem Freitage ankamen und bis Montag blieben. Während dieses Tarkanyer Aufenthaltes begaben sich alle Flößer summt David Hersko nach Agard und betranken sich dort in Branntwein. Die Zed)e bezahlten theilS die Flößer, theils Hersko, dod) waren die Flößer verpflichtet, daß für sie bei dieser Gelegenheit anSgelegtc Geld später znrüdzuzahlen. Am Montag fuhren sie weiter nad) Karad, sodann nad) Vecselve, wo sie übernad)teten. Mitwod) kamen sie in Tokai an. David Hersko wird befragt und bestäligt die obigen Angaben des Zeugen. Zeuge ergänzt seine Aussagen nod) damit, daß sie am Freitag von Tokai absnhren. Bei Eszlar mußten sie in der kleinen Theiß stehen bleiben und warten, bis der niedrige 'Wasserstand anshören würde. Als dies eintrat, fuhren sie nad) Tiszu-Vadany weiter, woselbst sie von Freitag Abends bis Samstag Früh stehen blieben׳, weitersahrcnd mußten sie bei Tisza-Voek neuerdings stehen bleiben, um ihre Flöße, die an irgend etwas angcsahrcn und dadnrd) gelitten halten, zu repariren. Nad) Ausbesserung der Schäden setzten sie ihre Reise nad) TiSza-Dada fort. HerSko und mehrere Flößer gingen nach Dada hinein, um VebenSmittel zu lausen. Zeuge habe geglaubt, sie seien nad) Tisza-Voek und sd)lng daher den Weg nach diesem Orte ein. Unterwegs befragte er einen Hirten, ob derselbe keine Flößer nad) TiSza-Voek gehen gesehen habe, und als dieser verneinend antwortete, kehrte Zeuge!nieder zu den Flößen zurück, wo ihn! EsepkonicS, der nicht nad) Dada gegangen war, sagte, das Wasser habe einen Vcichnain angetrieben, der unter dem Floß hervorgeschwemmt wurde. Hier greift der Zeuge ans den Verlaus der Reise zurück, um auch deren Nebennmstände zu erzählen. Zeuge deponirt, daß David Hersko in Kerecsen mit Jankel Smilovics in Ijcbräifcfjcr Sprache verkehrte, wobei SmiloviS am User, HerSko ans dem Floße stand. In Tarkany angelangt, verblieben sie daselbst dt?׳ Tage und begaben sid) während dieses Aufenthalts nach Agard, nm Branntwein zu trinken. Als die Flößer von Agard zurückkehrten und sich ans den Flößen schlafen legten, befand sich David Hersko nicht unter ihnen, müsse also in Agard zurückgeblieben sein. Abends begab sid) Zeuge zu einer nahe gelegenen Tanya ans User, um Schafkäse einzukaufcn. Die Hirten hatten jedod) keinen und er begab sid) wieder zu den Flößen zurück. Bei seiner Rückkehr bemerkte er, daß Jankel Smilovics etwas an einem BasiseUr ins Wasser hielt, den Gegenstand dem David

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