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Jeschurun · 1883-08-02 · Heft 31 (2.8.1883) · p. 499

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 31 (2.8.1883)
Article
Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
Date
1883-08-02
Page
499 (sequence 3)
Language
German
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499 5.:mud Weis; bat im tooi-igcn Jahre an einem Sonntage I in Kereesen Geschäfte gehabt, tir habe iU'ittag-? mit einem I V)0I־s)'cnfal ^fament» 1©ciuftorf nnb vielleicht and] noch mit einem j;weiten Manne bei einem Äcrccjcner Inden Namens Gros; ge- | speist׳, ob nod) ein zweiter Gast anwesend gewesen nnb ob dies j Smihuiica gewesen, könne er nicht sagen, da er sich hieran j nicht erinnert. ׳.'luf die Frage des Vcrthcidigcrs tüötoÖS sagt Jeu ge, das; Bart] mit ihm ein Protokoll unter vier Äugen ansgenommen habe und nur als er nnterschrieben, noch einen jungen Mann ins Zr"»:mr rief. Ter nächste Zeuge, 2gna; Wein stock, hat im vorigen Jahre?.nt 13. Juni von Smitovics Holz übernoinmen; er hat ihn des Blorgens am Theis;nser getroffen, ist mit ihm ine Dorf gegangen, wo der Zeuge Smiloiuc* fortwährend sah und mit ׳.bin bis zur Mi'.tagstnnde verkehrte, da er nicht mit Smitomeo speiste. viiu Beftagen des VertheidigerS Eötvös deponirt der 17 Jahre alte Zeuge, daß er das Protokoll nntersd)rieben, nachdem cs toin Bary vorgeiesett. Zeuge war sowohl bei dem Verhöre wie ar.ch beim Unterschreiben allein mit dem Untersttchnngs׳ richter. Angeklagter SmilovieS: Id) habe damals and) bei Groß gespeist, aber nicht mit den beiden Zengen znsammen. Es wird sodann das Ehepaar Groß ans Kerecsen, sowie dessen l7 jähriger Sohn ttnd!0 jährige Tod)ter vernonntten, 1vetd)e nnwesentlidie Aussagen machen bezüglich der Anwesenheit Smilovies' in ihrem Hanse. Tie Zeugen glauben, Smilovies' Gesicht zu lcntten, können sich )edoch nicht bestimmt an ihn er« innertt.;,!ngeftagm־ Smitovies be harrt bei seiner Aussage. Groß giebt die Mogttdtkcit zn, daß Snlitovics bei ihnen getvesen, er kann sich jedoch nid)t bestimmt erinnern. Zeuge Bayer ist Hotzhändler inKereesen; er hat an dem kritischen Tage mit Amsel Vogel verkehrt, ivar viel mit ihm beisammen und weis; bestimmt, daß er damals nichts Besonderes nnternahm. Äehnlich deponiren sodann die Zeugen Stephan Ctonka und Andreas Banha, worauf mtd) Beeidigung der heute vcr« nomu.-.encn Z-eu.gen die Verhandlung tun 3 Uhr ge]d)lossen wird. j 3. Juli. Am Sachverständigen«Tische befinden sid) die j Doktoren Klss und Trajtler. Die Verhandlung beginnt nach j 0 Uhr mit Einvernehmung des Angeklagten David Herdo. j Hersko, ein unansehnliches Männd>en in abgerissenen | Kleidern, mit röthtid)ern Voll hart, ist angenagt, die Reiche itad) j Dada gebrad)t zu haben, die ihm Lmilovics übergeben. Nad,! dert Generalien devonirt der Angellagtc mittelst Dolmetsch über! seine im vorigen Jahre gemachte Floßsahrt von Bari die Theiß j abwärts bis Tokai, von dort bis Nadann, wo er übernad)tete, - dann nach Wd und Dada. Ans dem Wege trafen sie Nie׳! manden. Auf die Frage, was er über die Dadaer Vcidjc miffc, j sagt er, seine?eilte haben am User Karten gespielt und plötzlich > gerufen, es sei da eine Vcidjc; er selbst hat die Vcidjc nicht ge-; sehen. Er leugnet entschieden, das; die Anklage, wonach er mit ' Lmilovics aus dem Wege verhandelt und die Vcidjc nach Dada! gcbrad)t, wahr sei. Der Angeklagte lacht, als ihm dir Be-! schnldignng vorgehallen wird, daß er 120 fl. erhalten. Er hat! mit Lmilovics nie gesprochen und ihn nie gekannt. i Auf den Vorhalt, daß er vor dem Untersuchungsrichter; dies Alles zugegeben, sagt der Angeklagte: Id) weiß nicht, wie! man die Anderen behandelt, aber mir ist es so ergangen, daß; mich der Kommissär schlng nnb befahl, ich solle gestehen. Blich : übcrsührte man sogleid) nach Tisza-Loek, und zwar nnterdem Litze des Wagens; in üoef sperrte mau mich in einen Stall, nachher : inquirirtc mau mich, quälte mich, der Sicherheits - Kommissar gab mir zwei Hiebe, und ich war gezwungen, ein Gcständniß zu machen. Das Verhör erfolgte in rnthenischer Sprache. Karaucsal) snngirte als Dolmetsch. Anwesend ׳waren bei meinem Verhöre in l'oct der Untersuchungsrichter, der Staatsanwalt und Karanesay. Das Verhör geschah in einem besonderen Zimmer, wo auch sofort das Protokoll gctdjncbcu wurde. Man konfrontirte ihn damals mit Matej, der ihm die Besdnildignng ins Gesicht sagte; er aber wollte nod) immer nichts Unwahres gestehen, da band man ihn mit Stricken und zwang ihn, einen Zylinder mit anderthalb Viitmi Wasser zu trinken. Das ist Alles in Voct geschehen; später wurde er daiiu and) in Nyiregyhaza verhört, wo man ihn uid)t folterte, aber Vary drohte, es werde ihm übel ergehen, wenn er nicht gestehe. Er wurde gesd)impst und gesthmäht und gestand schließlich, was man wollte. Beim bvittcu Verhöre vor dem Gcrid)tshose blieb er bei der Selbstanllage, weil ihm Bary wieder gedroht und außerdem versprochen, wenn er wie bisher anssagc, nach Hause gehen zu dürfen. Auf deu Vorhalt, daß er vor dem Gerichtshöfe einigermaßen anders ansgesagt, als vor Bary, antwortet er: Es sei ja möglich, er war in Furcht und sagte, was ihm einsiel. Dem Angeklagten wird sodann seine Aussage stückiveise vorgehalten; er stellt Alles entsd)ieden in Abrede, er habe Furcht gehabt und wisse gar nid)t, was er sagte. Hersko wird hierauf mit Sinilovies loufrontirt, ivobei der Präsident konstatirt, das; SmilovicS ganz so ansgesagt habe wie HerSko. Lmilovics: Id) hätte kein Wort zu sagen gewußt,;venu ich nid)t in Vod gerade so, wie jetzt hier, vorher die Aussage Hersko's gehört hätte. Ans Fragen des LtaaiSanwa'.iS Szcysscrt giebt Hersko an, daß er Lmilovics nur der Person nach kannte; sie wohnen nahe zu einander, aber in seinem Hanse war er nie. Tie Verhöre gesd)ahen Abends zwilchen 0 und 10 Uhr. Bei denselben waren anwesend der Sid)erheits - Kommissär, der Untersuchungsrichter, der Staatsanwalt, wetd)e ihn gemein« schastlich verhörten. Die Fragen ridjtctc der Untersuchungsrichter an ihn. Als der Kommissär ihm einen dritten Nippenstoß mit deni Stocke versetzen wollte, widersctzte sich der Staatsanwalt nild verlies; das .׳Ummer. In Nyiregyhaza sprach der Untersnchnngsrichler mit ihm unten in einem Zimmer, wohin er durd) Karancsay geführt wurde. Bei dem Verhöre stellte Vary aus den früher ansgenommenen Protokollen Fragen an ihn. Ans die Fragen des VertheidigerS Henmann giebt der Angeklagte an, das; er zwischen 1 und 2 Uhr Nachmittags in } Vaba 111] angekommen sei. Mit dem Flößer Matej sei er iiiehri mals loufrontirt worden, doch habe ihm der Untersnchnngs-! rid)ter nie gesagt, das; seine Aussagen von jenen Malej's in j manchen Beziehungen abweichcn.. Mit Smilovies mürbe er nur! in Nniregyhaza, nie aber in Voef ober Dada fonfrontirt. j Vertheidiger Eötvös bittet um genaue Wiedergabe der - Worte Hersko's durd) den Dolnietsd) und stellt dann die Frage,! warum sid) denn der Angellagte, luic er vorher sagte, aird) jetzt j nod) fürchte.! Hcrslo: Id) weiß es nicht, aber ich habe and) jetzt Furcht.; VcNhcidiger Dr. Eötvös: Wie spät ivar es, als die ' Flößer ihnen znriesen, das; eine i'cidic da sei? — -Hersko: Es : war Nad)>nittags; wie viel Uhr weis; ich nicht. Das Wasser! war hod). es wehte ein starker Wind. Ans fernere Fragen! antwortete der Angeklagte, das; er in Vod in einem außerhalb; der Ortschaft liegenden Hanse verhört wurde; dann wurde er; ins Gemeindehaus geführt, er ivnrde dort einmal auch in der! 9?ad)t verhört. Ec erinnert sid), daß er am 0. Juli v. I. bis zum I Abende weder bcu ׳Staatsairwalt, nod; den Untcrsnchnngsrichter : gesehen habe. Dies geschah, bemerlt Vertheidiger EotvvS, ans dem Grunde, weil der Untersnd)»iiigsrid)ter und der Staatsanwatt brmcvtt hatten, daß Pesler DetectiveS anwesend seien , und daher Hersko s Einvernehmung bis zitm Abettde verschoben j wurde. Ter Angellagtc weiß hiervon nichts.

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