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Jeschurun · 1883-07-12 · Heft 28 (12.7.1883) · p. 444

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 28 (12.7.1883)
Article
Die Verhandlung des Tisza-Eszlarer Prozeß vor dem Gerichtshof in Nyiregyhaza
Date
1883-07-12
Page
444 (sequence 4)
Language
German
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444 wesen sei, was auch seine damalige Magd, Marie Skischak, nunmehr verehelicht-- Stephan Sipos, gehört haben könne. Wittwe Huri, sowie Sophie Solymosi werden mit dem Zeugen kousrontirt und erklären dessen Aussage als unwahr. Der Gerichtshof' bcschlicsit die Borladung der Marie Skischak. Zeuge Joseph Ginhoru erinnert sich nicht, an dem srag׳- lichcn Sonnabend einen Iudenbcttlcr gescheit zu haben, er weis; nur von den drei Schächtern, welche koukurrirteu; wann dieselben nach Gszlar kamen und von dort wieder abreisten, sowie deren Namen weis; Zeuge nicht. Sonnabend Vormittags war beiläusig von halb l> bis!l Uhr Probegottcsdiensl, welchem auch Zeuge anwohnte. Die Tcmvelbesnchcr sah er alle herauskommen, doch gingen sie bald auseinander; in welcher Richtung die drei Schächter sich entfernten, wcisi Zeuge nicht; cs war ihm bekannt, oasi einer'derselben bei Süsimann wohnte, da er diesen einen Schächter am Freitag Abend zu Süsimann gehen sah; ivo die beiden anderen Schächter im Quartier waren, wusier Zeuge nicht. Ten Nachmittagsgottcsdienst besuchte Zeuge nicht, sondern ging erst Abends 8 Uhr wieder in den Tempel;11 den Verhandlungen wegen der Regalien; dieselben dauerten bis Abends D oder \ -10 Uhr, und es waren er, Jakob Römer, Leon Gros; und Lichtmann im Tempel anwesend; ob die Tempel.hur geschlossen war, wcisi Zeuge nicht und erinnert sich auch nicht, weder Schars noch Braun bemerkt zu haben. Zeuge gicbt noch ans einige Fragen des Berlheidigers Friedmann bezüglich Differenzen;ivischcn ihm und Süsimann Auskunst und erklärt schlicsilich, dasi der Tempel beleuchtet war. Der nächste Zeuge ist Maier Ginhorn, Bruder des vorigen; derselbe deponirl im Allgemeinen ganz identisch mit seinem Bruder; bezüglich der Details führt er ans, das;, als die Tempelbesuchet׳ den Tempel verliesien, der Tarezaler Schächter mit ihm kam. Zeuge ging nach Hanse und schenkte dem sich entfernenden Schächter weiter keine Aufmerksamkeit. An Abraham Braun erinnert er sich nicht; die Gsther haue er vom Sehen gekannt. Präsident und Bertheidiger Friedmanu halten dem Zeugen vor, dasi zwischen seinen heutigen und früheren Aussagen bezüglich Bnrbaum's Widersprüche seien, indem er behauptete, das; er nicht mit Bnpbaum zusammen ans dem Tempel gekommen sei. Zeuge erwidert, das; er bei Gelegenheit seiner früheren Giuvcrnehmnngen.oom Untersuchungsrichter so ״geplagt" ivnrde, dasi er in seiner Verwirrung Manches sagen konnte, was den Thalsach-'n nicht entsprach. Auch bei diesem Zeugen wird konftatirt, dasi derselbe nur vom Untersuchungsrichter allein vernommen wurde und dasi die anfgenommencn Protokolle formell unrichtig sind. Zeuge Josef Klein giebt an, das; am Sonnabend drei fremde Schächter in Gszlar anwesend waren; des Betteljndeu entsinnt er sich nicht. Bon halb l> bis 1l Uhr war Probe- Gottesdienst, bei welchem auch Zeuge zugegen war. Die Tempelbesuchet׳ sind auf einmal hcrausgekommen und mit ihnen zugleich auch die Schächter, wo sie aber abgesticgeu waren, ivusitc Zeuge nicht, und achtete deshalb auch nicht darauf, nach welcher Richtung sich dieselben cntscrnten. Gr selbst sei mit Wolfgang Grosz, Hermann Rosenberg und Joseph Gnttmann zusammen aus dem Tempel gegangen, ohne das; irgend einer der Schächter in ihrer Gesellschaft gewesen wäre. — Präsident hält dein Zeugen vor, dasi er bei seiner früheren Ginvernehmnng nur Wrisisteiu und Roscnberg als seine Begleiter genannt habe, mit denen er sich entfernt hätte. Das Gerede, als ob er die bei Jakob Römer bedieusietc Magd, Barbara Toth, während sic schlief, abgemessen hätte, stellt Zeuge entschieden in Abrede. Zeuge Salomon Löwcuthal deponirl konform mit dem vorigen; er selbst sei mit Weisistciu, Joseph Klein und Jakob Römer aus dem Tempel gekommen. Zwei Schächter und Taub kehrten auf kurze Zeit bei Rosenberg ein; wohin der dritte gegangen sei, habe er nicht gesehen. Am Sonnabend Nachmittag und Sonntag sah er die Schächter nicht. Bezüglich einiger Widersprüche hinsichtlich seiner früheren Aussage erklärt Zeuge, dasi bei seiner Ginvernehmnng der Untersuchungsrichter Vary die Protokolle allein ausgenommen habe, dasi dieselben demnach auch Unrichtigkeiten enthalten können. Der nächste Zeuge, Jakob Lichtmann, war beim Probe- Gottesdienste zugegen und sah dort auch die drei fremden Schächter, die, ivie er hörte, um die erledigte Gszlarer Stelle konkurriren wollten; die Wahl fand erst später statt. Gegen 8 Uhr Abends sei er in Folge Aufforderung Süsimaun's und Ginhorn's noch einmal in den Tempel gegangen, um an der Austragung der Regalien - Differenzen mitznwirkcn. Die Berathnng fand in der Vorhalle des Tempels statt, wie dies auch anderswo gebräuchlich ist. Zugegen waren: Römer, Ginhorn, Süsimann, Roseubeig und Zeuge. Gr deponirl ferner, dasi in der Vorhalle nur eine kleine Kerze gebrannt habe und dasi die Verhandlungen auf keinen Fall bis l 1 Uhr dauerten. Ob Scharf oder dessen Sohn kurze Zeit anwesend waren oder nicht, kann Zeuge nicht angcbcn. Bezüglich!'einer Unterredung mit Hermann Roicnbcrg deponirl Zeuge, das; im Juni vorigen Jahres aus Sztropko ein Brief an ihn gekommen sei mit der Milthcilnug, dasi sich in Sztropko ein Mädchen aufhal c, das der verschwundenen Gsther sehr ähnlich sehe oder vielleicht auch dieselbe sein könnte. Gr theiltc diese Nachricht dem Nosenbcrg mit, der dann möglicherweise auch nach Sztropko gereist ist. — Vcrtheidiger Götvös richte: an den Zeugen die Frage, wie oft er vernommen worden sei. Zeuge rekapitnlirt den auf ihn bezüglichen Thcil der Vor- Untersuchung. Aus seiner Grzählnng geht hervor, dasi er von allen Seilen von Anspassern umgeben war. Zeuge führte über alle seine Handlungen genaue Notiz, um bezüglich seines Alibis gesichert zu sein, denn er musitc Seitens des Untersuchnngsrichters ans Alles gesagt sein. Im Ganzen ist Zeuge fünf Mal vorgeladcu worden.— Präs.: Was verstehen Sie unter Spionen und Aufpassern L — Zeuge: .Auf Personen habe ich nicht geachtet, doch weis; ich, dasi es Leute um mich gegeben hat, deren Auf-- gäbe nur darin bestand, mir uachzuspürcn, was mir der Untersnchungsrichter selbst gesagt hat. — Verth. Götvös: Der Tisza- Gszlarer Ortsrichler erstattete seinerzeit die Anzeige, dasi Sic mit Andreas Huri an einem Freilag eine wichtige Unterredung hatten. Was für eine Bewandtnis; hatte es damit L — Zeuge stellt in Abrede, dasi er mit Andreas Huri etwas Wichtiges gesprachen habe; wenn er am fraglichen Freitag mit Hur: über- Haupt sprach, konnte dies nur in Wirlhschafts - Angelegenheiten geschehen. Bei seinen früheren Ginvcruehmnngen habe er in Folge der ״Willkürlichlciten des Untersuchungsrichters" die Gednld verloren und demselben gesagt, er möge schreiben, was er wolle. Zeuge Moriz Lichtmaun, Vater des Vorigen, gibt au, seines Wissens!ei am Sonnabend bei ihm kein Gast zu Mittag gewesen, doch sei es möglich, dasi irgend ein Armer in seinem Hanse gesveisi wurde; es war bei ihm Sitte, dasi, wenn irgend ein einlehrender Armer anständig gekleidet war, derselbe zum Familientische zugelassen wurde Ob dies mit Wollt:er der Fall gewesen, weis; Zeuge nicht. — Angeklagter Wollncr erhebt sich und erklärt, am Tische des Lichtmaun gespeist zu haben, da er damals ein ganz anständiges Sommcrgewand hatte. — Zeuge Lichtmaun erinnert sich des Umstandes nicht. Die Schächter habe er nach dem zweiten Gottesdienste zu sich zum Nachtmahl geladen, dieselben blieben bis zur Zeit des Lichtanzündens bei ihm. Bezüglich des vom Nt1iregl)ha;aer Rabbiner erhaltenen Schreibens ertheilt Zeuge die Anfklärnng, dasi cs sich in dieser.. Schreiben um ttichls Anderes als um die Vcrheiralhiing seiner Tochter gehandelt habe. Gr sei in Folge dieses Briefes wegen dieser Angelegenheit nach Nhiregyhaza zum Rabbiner gefahren. — Götvös bcmerlt, dasi der Untersuchungsrichter bezüglich des

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