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Jeschurun · 1883-04-19 · Heft 16-17 (19.4.1883) · p. 258

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 16-17 (19.4.1883)
Article
Christenthum und jüdische Presse [Rezension]
Date
1883-04-19
Page
258 (sequence 2)
Language
German
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258 mTpfficf)tcnbc Wahrheit gelehrt, er ist ja eine vom 3ubcnthnm für die ganze BU'nschheit gelehrte Wahrheit and bildet mit Richten die ׳iiiiiinc und den Inhalt des svezisischen Iudenlhums. Nicht der l^otleinheits׳ Glaube, die einheitliche Unterstellung des ganzen Lebens unter das von Golt.sür Israel uub nur für Israel geofsenbarte Gesetz macht den Jadeit zum Inden und bildet die bleibende Eigenartigkeit des Indenthnms, das mit Nichten den Baden seiner Existenz einbüßen würde, wenn auch, wie es unsere Hoffnung ist, einst die ganze Menschheit sich zu Gon, dein Einzig Eilten bekennen würde. Durste dach, wenn wir nicht irren, selbst nach der ursprünglichen apostolischen Lehre des Ehristen'.hums, das jüdische Gffetz für die im I!1denth!!m (geborenen keinesivegs ansgehaben sein, der Stifter des Ehristenlhnms sich keinesivegs als gekommen begriffen haben, ein Tütelchen vom Gesetze zu abragiren, und die ersten ׳Apostel nur an die Heiden ihre Sendung dahin begriffen haben, diese nnr für die Erfüllung der allgenteinen naachidischen Pflichten zu gewinnen, eine Wirksamkeit, mit welcher sie vollkommen sich ans dein Baden des Indent 1)11111? befunden hätten. Alsa, dag ein im Indenlhnin geborener, gelauster Jade das jüdische Gesetz mir doppeltem Pflicht Ernst zu erfüllen hätte, einmal ans Grund des alten Bundes nnd ebenso nach der das Gesetz für geborene Inden nnr bestätigenden neuen Lehre. Diesem sei jedoch wie ihm-wolle. Das alte gesetzeslrene Indent 1111111 hat gar lein Interesse daran, den Werth der neben ihm bestellenden Religionen, die es als seine Tochter für die nichtjüdische Welt begreifen darf, im Geringsten zu schmälern. Wohl durfte es erklärlich scheinen, wenn zeitgenössiscbc Anhänger des sogenannten Neforinjndeuthums, die der alten jüdischen Gesetzesirene den Stücken;!!gewendet nnd sich nach dem Verfasser bereits ans halbem Wege zum Ehrislenihnme befinden, eben, indem sie den eigen!- lieben positiven Inhalt des Indenthnms verloren haben, in einer Negation des Ehristenlhnms die alleinige Be-׳ - rechtigung für ihr Verharren in einer Sonderstellung finden, und sich daher zur Bekämpfung des Ehristen׳- thums und der christlichen Lehre ganz besonders veranlaß! sehen möchten. Und vielleicht gehören alle die Verfasser, mit deren Tchrislen und Artikeln der Herr Verfasser uns auszugsweise bekannt gemacht hat, mit Ausnahme des Rabbiner Deutsch, dem neuen Herausgeber des Ehisuk Emunah, ans den nur noch zurückkommen werden, der Reform ׳Richtung an, und sind«?!! unverantwortliche Aeußernngen von ihnen in diesem Umnande, wenn gleich nicht ihre Entschuldigung, so doch ihre Erklärung. Ueberhanpt hat der Herr Verfasser außer Acht gelassen, ein wie völlig verschwindend kleiner Brnchtheil die Autoren, durch deren Aenßernngeu er sich verletzt fühlt, denn doch gegen die überwiegend große Anzahl Anderer bilden, von denen derselbe nichts Verletzendes auf;»- führen vermag. Er nennt selbst die der ״Besprechung jüdischer Angelegenheiten gewidmete nnd ans jüdische Leserkreise berechnete Brochüren- und Zeitschriften- Literatur", ans die es hier ankommt, ״unermeßlich groß," und es sind nnr 8 oder 9 Autoren, die ihm zu berechtigten Beschwerden Anlaß geben! Und wohl gesteht er selbst, Jahre lang andere Erzeugnisse der jüdischen Presse gelesen zu haben, ohne je einen Aussatz gefunden zu haben, der ihn so als Ehristen verwundet hätte, ivie die von ihm in der vorliegenden Schrift besprochenen. Ja, er kenne auch andere Herausgeber jüdischer Zeitschriften, ״welchen es sittlich unmöglich wäre, der Verherrlichung des Indenthnms eine so schmutzige Folie zu geben." Er hätte darum aber nicht Diese, sondern Jene als bedauerliche Ausnahme bezeichnen und behandeln nnd sich nicht zu einen! denn doch ans Generalisirnng beruhenden bitteren Gefühle hinreißen lassen sollen. Obgleich nns das große Gebiet der betreffenden Literatur vielleicht noch weniger als dem Herrn Verfasser bekannt ist, so sind wir doch überzeugt, eine genaue Mnslernng derselben dürste nnr wenige noch zu den in seiner Schrift besprochenen hinznzufügen haben einfach ans den! Grunde, weil eine Vernnglimpsnng des Ehristenlhnms überhaupt nicht in der Tendenz des Indenthnms liegt. Wo würden die Inden, wo würden insbesondere die gesetzestrenen der Bibel nnd der Tradition gesetzestreu huldigenden Juden hingerathcn, wenn sic sich so zu verletzten, bittern, nnd verbitternden Gefühlen durch die vorurtheilsvollen, herabwürdigenden Vernnglimpsnngen hinreißen lassen würden, die ihnen Tag für Tag die Presse aus christlichen Federn der modernen Weltanschanvng wie der Iudenfcindlichen Propaganda über den Gort ihrer Bibel und über den Inhalt der ihnen .heiligen Bekennlnißwahrheiten entgegen bringt! Unser tausendjähriger Leidensgang hat nns auch solchem Un glimpf gegenüber Gleichmuth anerzogen, nnd läßt uns mit beruhigender Zuversicht ans die Zeit Hinblicken, wo dann doch die Erkenntnis; der Wahrheit, wie die hervorbrechende Sonne das dunkelste Gewölk, das Vornrtheil übcrtvunden haben wird. Der Herr Verfasser nennt unter den Schriften, deren Erscheinen in unserer Zeit sein christliches Gefühl verletzt, auch das von dem verstorbenen Rabbiner David Deutsch auf's Rene heransgegebenc nnd mit deutscher Uebersetznng und Anmerkungen versehene, Werk Ehisuk Emnnah. Uns ist dieses Werk nicht zur Hand, und cs ist schon sehr lange her, daß wir cs gesehen Allein, so weit uns erinnerlich, enthält diese Schrift wohl eine eingehende aber in durchaus würdiger Weise gehaltene ftritit des Ehristenthums und ist vorzugsweise bestimmt,

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