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Jeschurun · 1883-04-19 · Heft 16-17 (19.4.1883) · p. 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 16-17 (19.4.1883)
Article
Christenthum und jüdische Presse [Rezension]
Date
1883-04-19
Page
259 (sequence 3)
Language
German
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259 wie ja auch bcr Verfasser selbst bemerkt, dem christlichen Bekehrnngeiser cntgcgenzntretcn. solche Schriften werden aber so lange und überall da und dann erscheinen, wo und wann die christliche Mission eS als ihre Ausgabe betrachtet, iu oft .zudringlicher Weise au wenig gegen ihre Znmnlhnngen gewappnete Gemüther hinanznkrelen. Daß da ttnd daun jüdische Gelehrte es ihrerseits als ihre Aufgabe betrachten dürfen, ihre der Verleitung;um Abfall ansgesetzteu Brüder mit den Vertheidigungswasfen der Erkcnntniß zu rüslelt, wird lein einsichlsvoller, billig deukeitder Mann, und auch Herr Franz Delitzsch nicht, übe! tichnten wollen. 51 vllektiv - Ber! chte nn^ Ungartr. X. ״Es ist der Flttch der bösen Thal, daß sic fortzeugend Böses ntuß gebären." Die iu Rußland erzeugte, in Deutschland großgczogenc, nach Ungarn importirte ״Autiscmitenbewegnng" hat hier wie nirgends sonst ein beklagenswertheS Bolm wobolm geschaffen. Die famose ״Tisza-Eszlnrer Asfairc." die absurde, unser Jahrhundert tief beschäinendc ״Blntbeschnldignng," hat eine ganz neue Literatur zu Tage gefördert. Philouitd Antisemiteu tvelteiferit mit einander. die pro und eonira Schriften ttehmen fein Ende und bieten für manche Autoren und Verleger vielleicht ergiebigen Ertrag, doch zur Klärung der Situation tragen sie wenig bei. Blau will eittntal die Personen nicht von der Dache trennen, crblielt in jedem Verthcidigcr des gekränkten Rechts der Juden einen pro domo Kämpfer, bringt ihm darum weder Glauben noch Vertrauen entgegn!, mtd solch eingefleischter Antipathie gegenüber ist es fast schade, auch nur einen Tropfen Tinte zu verspritzen. — Von großem bleibenden historischen Veert he ist einzig und allein die von orthodoxen Rabbinern bewerkstelligte ״Gntachtensammlung hervorragender christlicher Theologeit." Daß jede Zeit ihren Hainau und jeder-Human seine Zeit hat, ist eine bewährte, traitrige Wahrheit, sic durchzieht iv ic ein rot her Faden die (Geschichte unseres Volkes. Aber wir haben , die unausgesetzten Angrisse der Iudenhasscr weniger zu beklagen, als die שהרפץ־ וכזהריביך ששך יצאו, die falsche Auffassung und arrogante ״(Gegenwehr" sogenannter Inden, welche unser armes, schweruitd vielgeprüftes Volk nach außen hin geradezu verächtlich machen. Es liegt im lvciscn Plan des שושר ישראל, daß sein פזורה י-טראל Hw fortwährenden Anfeindungen ansgcsetzt sei. Die 'immer von Rencm inszeninen Indcnhetzen si!td ein utächtiger -Hebel zu unserer religiösen Hänternng mtd Einignttg in der Diaspora. Also sprechen wir auch voll Inbrunst an den ersten Abenden unseres Ratiottal-BefreinttgsfesteS: ולנו לאגור אלא לא אחד נלבד עשר עלינו לפלותגו לפלות: ש עלינו לבלו והיא .דור ודור עונזדיש עלינו לפלוהגו והקפה שצילינו שירד ל Leser Umstand erhielt unsere Vorfahren und uns immer aufrecht, daß nid)t etwa Einer nur sich wider nilS ausgemacht hat, nnS zu vernichten, sondern daß man in jedent Geschlechte gegen nnS sich anflehnt, B?ordedit lc ans heckt, tmb der hochgel obte Heilige ltns ans ihrer Gewalt befreit." -Hätte das Schauspiel der U'.uerdrückitng und Befreiung Israels blos einmal vor ck!׳.».'> Jahren an deit Ufern! des Nils sich abgespielt, unsere naseweisen ״Forscher" und ״Kritiker" hätten längst schon die ganze Erzählung von יציאת שצר'ש, mit Allem was ״drum und dran" ist, in das Reich der Mythe eskamotirt, — so aber, daß ähnliche wttndervollc Ereignisse vor den Augen der Jndeit aller Zeiten sich voltführen, vermögen rvedcr ״Historiker" noch ״Archäologen" an der denkwürdigen, snr's Indenthnnr I so bedeutsamen, historischen Wahrheit zu rütteln. Doch : halte ein, meine Feder, שה לן־ אצל אנדה, גל,- אצל נ ג ע י ג : und so wenden wir uns denn rvicder den j ״Schäden" zu. — Die scheußliche Assaire von Tiszai Eszt.'ir, sowie die mit dieser in enger Verbindung stehenden antisemitischen Umtriebe, haben gar vielen ' ambiliouSlusligen Maulhelden die Blendlaterne des i Egoismus in die Hand gedrückt, und eine ganze Schaar , ütesormriller trat an das ungarische Israel mit topf- . losen ״Rettnngsplänen" heran. Wir!vollen dieselben : chronologisch an fuhren. Im Interesse der historischen i Wahrheit müssen!vir einigen Individuen ans den! Ü omitaten Bi har und Szathmnr das Prioritätsrecht i einränmen, welche die Ersten waren, die mit einer! angeregten ״Reformbewegnng" sich unsterblich lächerlich j gemacht. Diese weisen Herren stellten l Puiiktativncn , fest, welche!vir der Kuriosität halber hier kurz slizziren -!vollen. ״Bcodisizirnng und Magyarisirnng der Gebete. Reduzirnng der ^tägigen Feste aus je Tage. Snspen-! dirung der שצות, welche durch wohlschmeckende ״Grahami Brodc" zu ersetzen seien, (gänzliche Beseitigung aller j Fast׳ und vieler Festtage. Festsetzung der Gebetstnuden! an Sabbath- und Festtagen. (An Werktagen braucht! man auch ungarisch nicht zu beten.) Abrogirnng der l Besclmeidnng. Auflassung aller Unterschiede zwischen! שרפה und גשר; und nniu׳ vonio u<!!'׳,! tn.^.<!'mn!n, j Bestimmung, daß Trauungen nur vom königlichen j Rotar oder von dem königlichen Gerichtshöfe vollzogen! werden dürfen." Und das will sich noch Jude nennen. , Wahrlich, im Vergleich mit diesen erscheinen selbst die j Karailcn als hyperorthodoxe Inden und dennoch wurden! diese schon im achten Jahrhundert vom Indenthnntc > ansgcsioßcn und leben seither völlig getrennt von uns. i Vlüssen!vir nun nicht crröthen, wenn Menschen, welche j sich erkühnen, die Thora, die Grundlage aller positiven

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