Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1883)
- Article
- Der erste Adar und unsere Synagogen
- Date
- 1883-03-08
- Page
- 146 (sequence 2)
- Language
- German
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146;1t durchdringen, eben dadurch dcnKarakter dc? *מל־יש מעב, des verjüngten Teiligthmn- Uttd unsere תפיות sind במקום קרב; י. Da dürfte wohl auch für im•} der 'Jlbar '0011 Jahr zu Jahr die Mahnung dringen, uns diese Bcüimmnng nuferer Synagogen, sowie die audieser Bestimmung sich ergebenden Anforderungen an ׳.uw iunner auf's Neue in'- Bewußtsein zu rufen, dürste auch undie BNahnung dringen לתקן את הדרבים, den Gone-dicnsl, diesen Weg dejüdischen Bien scheu zu seinem (y011c, von allem vemmenden und Störenden zu befreien, und?'לצי allewauuunbewußt ערבדארז dringen, unsere Reinheit gefährden könnte, al- טומאה auch V*1 kennzeichnen, damit ealsolche erkannt und von jedem gewissenhaften Juden sorgsam gemieden werde, Rur io entgehen wir dem Vorwürfe, der ununfehlbar treffen würde, wenn wir dem Ungehörigen gleichgültig gegenüber ständen und nicht da- Unsrigethäten ZN seiner Beseitigung: מדוע איגבם מחזקים את ברק חבית! Warum bessert ihr die Schäden meine- Tan׳cniän an- und beseitigt nicht die Risse, daß sie sich nicht erweitern! Edürste die Bemerkung hier wohl a!n Platze sein, wie Hochs! karakterislisch eist, daß der jüdische Sprachgebrauch Schaden und wirkliche Beschädigung mit בדק bezeichnen im Rabbinischen heißt בידקיא ja geradezu Spalt. Bei allem unserer Hut Anvertranten fordert jeder Schaden nnscre בדיקת heran- und wir sollen fortwährend בודק sein, ob fern Schaden vorhanden ist. Vergegenwärtigen wir undie Bedeutung unserer Sunagogen. Sie sind zunächst בית תפלח, Stätte der Tefilla. Sa-jüdische Gebet, die T efilla-, unterscheidet sich aber wesentlich von dem, waim nichtjüdischen Kreise unter Gebet verstanden wird. Da- Beten ser-r die Andacht voran-, die Tefilla will die Andacht erzeugen. Ta- Geber ist der Wortau-druck dessen, wada- Ter; erfüllt: die Tefilla ist der Ausspruch denen, wadurch sie Geist und Terz erfüllen soll. Bei dem Gebete ist die Erkenntnis; und da- Bewußtsein die Ursache und der Wortansdrnck die Folge; bei der Tefilla is: der Ausspruch die Ursache und die Erkenntnis; und die Beherzigung die Folge. Das Gebet enthält Worte de- Menscheu an Gott, die Tefilla will Worte Gottes dein Menschen zur erneuten Beherzigung und Aneignung darreichen. Die- Taus unserer Tefilla ist also eine Ställe, die unzu cruslcr Arbeit an unladet, zu der Arbeit ernstester Einwirkung ans unser eigene- Innere, unstetauf'- '.Kaie mit den ewigen Wahrheiten zu dnrchdringen und ununter Gotte- Auge zn prüfen, wie wir denn stehen zu unserer Pflicht, und uns zu rüsten für den Gottesdienst des Gebens. Und nicht vereinzelt liegen wir dieser ernsten Nüstarbcit ob im Gotte-Hause. Unsere Synagogen sind ja auch בית;“,בנפת, die Sammel- und Vereinigung-- stätten der jüdischen Menschen, um für die gemeinsam im;׳eben zu lösende Aufgabe auch in gemeinsamer Geistes- und Gemüthes-Arbeil.Klarheit und Erkeuntniß, Kraft und Begeisterung vor Gott zu gewinnen. Eben diese- Bewußtsein, daß wir nicht allein mit unserem Inneren vor Gott stehen, sondern so glücklich sind, unal- Glied einer nach denselben Zielen strebenden, von demselben Gotte für dasselbe Pflichtlebcn berufenen Gesammthcit begreifen zu dürfen, die in derselben. Gesinnung sich in dem Teiligthnme des Gottesgesetzes vor Gott sammelt, eben dieses Bewußtsein und diese Gemeinschaft selbst vertieft die Sammlung, steigert die Kraft de- Wortes der Tefilla und läßt in erhöhtem Grade das Werk der Durchdringung des Geistes und Gemüthes mit dem Inhalte der Tefilla gelingen. Auch in Bezug auf die Tefilla gilt somit das חזק תתחזק, dawir unbei Beendigung eines jeden BucheS der Thora einander znrnfen. Nicht bloß der Wunsch: חזק erstarke in Erkeuntniß und erstarke in Erfüllung des Gottesgesetzes! sondern auch die Aufforderung und das Gclöbniß: נתחזק, wir wollen UNeinander stärken! Ein Jeder erwartet von dem Andern und verheißt dem Andern das aufrichtcndc und. belebende, das spornende und stärkende Beispiel des Ernstes und der Pflichttreue. Auf diese mächtig belebende Wirkung der Tefilla, die nur בצבור, durch das Gebet in der Gesammthcit ge- Wonnen iverden kann, blickt auch das Wort der Weisen hin, das in Anlehnung an das Gotte-wort: וגקדשתי בתוך בגי ישראל spricht: אין דבר שבקדשח בפחות מעשרה. Die jüdische Aufgabe ist eine so hohe, daß sie überhaupt nicht von dem Einzelnen gelöst werden kann; die Thora wird nicht umsonst מורשה קהלת יעקב, das der jüdischen Gesamnnheit übergebene und nur von der Gesammtheit weiter zn tragende Erbe genannt, Nur בתוך בגי ישראל, in einem Kreise, und bestünde er auch nur anS zehn jüdischen Männern, die sich al- בגי ישראל begreifen, in welchem jener Sinn lebendig wird, daß er sich al- קהלת יעקב, alkleines Glied des großes JakobSvolkcs fühlt, und gemeinsam sich NM אלקו' יעקב sammelt, um im Gebete vor Ihm Erkenntnis; und Kraft stets neu zn gewinnen, das ״Erbe der Jakob-gemeinde" so viel an ihm voll und ganz und treu anzutreten, nur in einem solchen Kreise, וגקדשתי, könne das Ideal der Leben-Heiligung zur Erkeuntniß und zum Ausspruch kommen. Das ist es, was überall, wohin unser Volk den flüchtigen Wanderfuß gesetzt hat, auch den bescheidensten, niedrigsten, ärmlichsten Stätten der Tefilla die Weihe des Hciligthnms, jene Seihe verliehen hat, um die sie die stolzen Prachtbauten moderner Luxustempcl vergebens beneiden. In seinem בית הבגבת fühlte sich der Einzelne als Glied der Gesammtheit, fühlte sich auch der ärmste Jude in der