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Jeschurun · 1883-03-08 · Heft 10 (8.3.1883) · p. 147

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 10 (8.3.1883)
Article
Der erste Adar und unsere Synagogen
Date
1883-03-08
Page
147 (sequence 3)
Language
German
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147 kleinsten Dorfgemeinde als Glied der großen, über die | Erde zerstreuten Gesammtheit mit ganz Israel im tiefsten Grunde vereint vor Gott. ^Schluß folgt.) SillomlNlisijjt Zj1l1׳ll1)1vt!sl)klt. Bon Samson llkaphacl Hirsch. V. Das Wort. (Fonsctzmig.) Darum ist nicht nur die That des Gerechten, auch sein Wort ist gediegen rein, während der Gewissenlose auch sein Wort, und das zu allererst dem Ungefähr überläßt: Auserlesenes Silber ist die Zullgc des Gerechten, Dem Herzen des Gesetzlosen genügt das Ungcführ. (K. 10, 20.) Das Herz dcS Gerechten denkt um zu antworten, Der Mund der Gesetzlosen läßt Schlechtes hinansgnillen. (K. 1 5, 28.) Und so geht die menschliche Gesellschaft nicht nur durch schlechte Handlungsweisen, sondern auch, und vielleicht zumeist durch die Entartung der menschlichen Ncde zu Grunde, unb was durch die Braven scgenSreich aufgebaut wird, daS wird durch den Mund der Schlechten zerstört: Durch den Segen der Braven wird eine Stadt gehoben, Und durch den Mund Gesetzloser niedcrgcrissen. (5k. 11,' 11.) Denn cS tritt das Wort in den Dienst der Lüge, selbst auf die Gefahr hin im nächsten Augenblick ihre Widerlegung zu finden: Die Lippe der Wahrheit will für immer Bestand haben, Und bis ״ich will mich nur ausruhen!" die Zunge der Lüge. i5k. 12, 19.) und Nichts entwürdigt den Mann also als ein Wort der Lüge. Selbst dem Karakterlosen steht schon überflüssige Rede nicht gut, Geschweige denn dem Edeln die Lippe der Lüge. (K. 17, 7.) Von Gott aber sind verabscheut die Lippen der Lüge Und nur, die Treue üben, haben sein Wohlgefallen. (5k. 12, 23.) Und hat sich .gleich in Handel und Wandel gewohnheitSmüßig Unwahrheit cingcnistet, und: Schlecht! Schlecht! sagt der Käufer, Und geht dann weg und rühmt es sich dann. (K. 20, 14.) so ist doch DaS Schassen voll Schätzen durch Lügcn-Znnge Ein verschwindender Hauch, und bringen sie Untergang herbei. (K. 21, 6.) * Tritt aber erst die Zunge in den Dienst der Lüge, so tritt gar leicht die Lüge in den Dienst dcS VerbrechcnS, Lüge und Verbrechen sind seelenverwandt und schließen B r ü d c r s ch a f t. Wer das Schlechte will, lauscht auf eine Lippe des Unrechts, Und die Lüge horcht auf die Zunge des BcrdcrbenS. (5k. 17, 4.) Lügner sind dem Verbrecher willkommene Genossen,! und Lüge ist die erste Brücke zum Verbrechen. 5keincr! begeht ein Verbrechen, ohne den Vorsatz, sich durch! Lüge im EntdccknngSsalle zu helfen. Ist cS dir nicht! möglich, ein Wort der Lüge über die Lippe zu bringen, j so wirst du keiner Zunge Gehör geben, die dich zum Verbrechen überreden möchte. Wahrhaftigkeit ist ein schützender Panzer vor Schlechtigkeit: Die Worte der Gesetzlosen fordern selbst zu einer Mord-Lauer auf, Der Mund der Redlichen aber rettet sic davon. (K. 12, 5.) Die zur Lüge bereiten Worte der Gewissenlosen sind ihnen selbst zum listigen Mord-Versuch eine Aufforderung, eS gicbt kein Verbrechen, 311 welchem nicht die ׳Gewöhnung zum schlechten Wort verleiten kann. Die Lüge ist ein Dietrich zu allen Verbrechen. Der Mund der Redlichen aber, der kein unwahres Wort zu sprechen vermag, schütz! und rettet sie vor jedem verführerischen Gedanken. * Aber nicht nur als Handlanger zum Bcrbrechen wird die Lüge verderblich, sie gestaltet sich zur Bösrede und Aufhetzung, zur Heuchelei und Schmeichelei, zur Verführung, zu Täuschung und Betrug, und in allen diesen Gestalten wird sic selbst zum Verbrechen und untergräbt das sittliche und inenschengesellschaftliche Heil der Nebenmenschen, ja. selbst das Wort der Wahrheit, wo die Pflicht Schweigen gebietet, kann zu gleich verderblichem Bcrbrechen lverden. Herzlos ist, wer seinen Nächsten verachtet, Der verständige Mann schweigt. Der Hcrnmträger deckt auf, was geheim bleiben sollte, Der Vertrauenswürdige hält Etwas verschwiegen. (K. 11, 12. 1 3.) Auch wer auvcrtrautes Geheimniß ausdeckt, ist ein Verleumder, Und mit dem, der seinen Mund nicht zu halten weiß, inachc dich nicht gemein. (K. 20,19.)

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