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Jeschurun · 1883-03-01 · Heft 9 (1.3.1883) · p. 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 9 (1.3.1883)
Article
Das jüdische Herz und das jüdische Pflichtgebot
Date
1883-03-01
Page
131 (sequence 3)
Language
German
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181 der NützlichkeitSzweckc herabzieht, sondern um;Vf שמן 11 ,זך למאודm die reine, lautere, empfängliche Kindesjede dem ewigen Lichte zuzuführen, damit ihr Geist von diesem Lichte durchstrahlt werde und sic als Sproß der ממלכת ::הנים ihrem BceuschheitSpriesterberiife als Lichtträger aus Erden dereinst genügen —: wer ist cs, der diesein unscheinbaren, bescheidenen, verkannten und verachteten Juden, der Euch gar nicht einmal verstünde, wenn Ihr von Idealität des Sinnes mit ihm sprechen wolltet, die Palme idealen Sinnes mit Recht streitig machen könnte? הכדון כים, nicht Füllung, sondern freiwillige Entleerung der eigenen Tasche! Da möchten wir denn doch an jene nichtjüdischen Liberalen in Süd und Nord, die den antisemitischen Bestrebungen nicht entgegentreten können, ohne die Mahnung an die Inden hinzuzusügcn, ihre GcsetzeStrene abznlegcn, die bescheidene Frage richten, ob in einer Zeit, deren Wahlspruch: Füllung der Taschen auf Kosten Anderer, in einer Zeit, in welcher selbst in großen parlamentarischen Körperschäften da wo cS sich um daS Wohl des großen Ganzen handelte, ganz offen Jnteressenpolitik die Führung hatte, in einer Zeit, wo die Trinkgeldermoral immer weiter um sich greift, wo das do ut. des in jedem Sinne in immer weiteren Kreisen mit immer größerer Ungenirtheit gepflegt wird — ob cS da eine Mehrung oder nicht vielleicht eine empfindliche Minderung des sittlichen GehalteS der Nationen bedeuten würde, wenn der kleine Kreis, der bisher durch sein ganzes Leben gewöhnt wurde, vor feinem materiellen Opfer, wohl aber vor jedem materiellen Gewinne zurückzuschreckcn, wo der kategorische Imperativ der Pflicht an ihn herantritt, ihren Lockrufen Folge leistete und den Boden dieses Pflichtlebens verließe. — Unsere jüdischen Brüder aber, die diesem Mizwa- Leben bereits entfremdet sind und dennoch ein jüdisches Herz bewahrt zu haben glauben, weil sie zur Linderung materieller Noth noch reichlich spenden, möchten wir uns erlauben darauf hiuzuweisen, daß in der Uebung dieser Pflicht, so hoch heilig sie ist, doch jene Idealität dcS Sinnes sich eigentlich doch am Wenigsten bethätigcn kann. DaS materielle Opfer, daS gebracht wird, remboursirt sich durch das materielle Wohl dcS Nächsten, welches man damit gefördert hat. Bon allen jenen Zielen, die N. Schimeon anführte, die eine wirkliche materielle Einbuße für lediglich ideale Zwecke erheischen, ist in der Gegenwart der jüdischen Pflege ja nur noch Eines überantwortet: die Sorge für das Licht in Israel. Schlüge in der Brust aller Derer, denen man ein jüdisches Herz nachrühmt, ein ächl jüdisches Herz, wie ganz anders sähe es da aus in unseren Gemeinden! Wie wäre da für die Schulen gesorgt, diese Pflanzstättcn unserer Zukunft, in denen die Lichtsaat eingeseukt werden soll in Geist uub Gemüth des her an blühenden Geschlechtes! Wie wäre da für die Lehrer gesorgt, jene Männer, die in treuer Lebensarbeit ihre Kraft einsetzen und ihr Glück und ihre Lebensfreude darin finden sollen, in der ihrer Pflege anvertranten Menschensaat das Neinmenschliche zur Entfaltung zu bringen! Da wäre nicht inehr der bittre stumme Schmerz, der so häufig das brechende An ge Derer verdunkelt, die für ihre Angehörigen in ihrer Lebensarbeit feine Kapitalien ausammeln konnten und sie nun der Noth preisgegeben und dem Mitleid überantwortet sehen. Und wie wäre da für die Pflanzstätten der Lehrer, für Seminare gesorgt, jene wichtigsten Anstalten, in denen die Bildner der jüdischen Jugend herangebildet werden für ihren Beruf! Wie groß ist der Mangel an jüdische«׳. Lehrern und wie gering sind dem gegenüber die Mittel und wie prekär die Stellung unserer Seminare! — Denn bafür, ja dafür hat die große Mehrzahl jener ״jüdischen Herzen" eben kein Herz. Die Zwecke selbst haben bei ihnen feinen KonrS niehr. Da vermag eben nur die Mizwa einzutreten, die göttliche Beipflichtung, die uns auf den Posten stellt, um für Seine Sache wach und thätig zu bleiben und Sein Licht nicht erlöschen zu lassen in unseren Kreisen. Nicht darum, wie eS in der Synagoge, sondern wie cS in der Schule auSsieht nnb wie für die Schule gesorgt wird, bildet den Gradmesser dcS acht jüdischen Sinnes einer Gemeinde. Denn in dieser Sorge für das Licht findet das ächt jüdische Her; seine eigentliche Bethätigung nach dem tiefen Worte unserer Weisen im Tanchuma, daS zu den Worten ויקהו אליך שמן זית bemerkt: .עניך יונים דוגמא שלך דומה ליונה כיצד כשהיד נוח בתיבה מה כתיב והבא אליו היונה לעת ערב והנה עלה זית אמד ליה הקדוש ברוך הוא מה היונה הביאה האורה לעולם אף אתם שנמשלתם כיונה הביאו שמן זית והדליקו לבני. DeS Juden Sinnbild ist die Taube mit dem Oelblatt im Munde. Das Oelblatt bedeutet aber in dem jüdischen Sinne nicht den Frieden, sondern das Licht. Der Jude ist die Taube, die von dem Baker der Menschheit ausgesandt ist n!n das Licht zn Pflegen auf Erden und Träger des Lichtstoffes zu sein im Kreise der Menschen. So lange die Erde noch mit den Berderben bringenden Elementen'bedeckt war לא מצאה מנוה, fand die Taube keine Ruhestätte. So auch der Jude. So lange החושך יכסה ארץ die Schatten der Finsternis; nicht gewichen sind von der Erde, so lange sucht die den Lichtstosf tragende jüdische Taube für ihre Lichtbotschaft vergebens die ihr vergönnte Stätte aus Erden, so lange wird sie vielmehr von den nnerleuchteten Söhnen der Finsternis;, von allen Feinden des Lichtes, von Allen, die den Strahl der unbestechlichen Wahrheit

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