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Jeschurun · 1883-03-01 · Heft 9 (1.3.1883) · p. 130

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 9 (1.3.1883)
Article
Das jüdische Herz und das jüdische Pflichtgebot
Date
1883-03-01
Page
130 (sequence 2)
Language
German
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130 Neinhaltnng bcc־ Menschenlebens von der, den materiellen Besitzstand freilich nicht schädigenden, geistigen und sittlichen טוטאה unb von jenen schweren sittlichen 3vi1äbc11 unb (Gebrechen gelte, die durch Berührung mit dem GoNessinger als צורעה gebraudmarkt sind, wiewohl sie bas materielle Genussesleben ebenso wenig unmittelbar bedrohen. Ebenso wo es der . Sorge für den Stamm Levi, jenen Stamm gelte, der! unproduktiv für die Btehrnng des materiellen National-! reichthnms, in erster Vinic der Pflege des Geistes und - der Lehre hingegeben sein soll. So ferner bei der! Anordnung der Opfer, jener symbolischen Weihej Handlungen, die nichts sind als die täglichzu erneuende Proklainirnng des Gesammtgehaltes der Anforderungen unseres Gottes, das gesammtc irdische Leben mit allen seinen Gütern Ziel tmd Bollcudting darin finden zu lassen, להט אטה ד׳ ZN werden, also die Forderung der Einsetzung alles Materiellen für die höchsten Ideale. Nur Eine scheinbare Ausnahme gebe es, wo צווי als Einleitung zu einem Gesetze stehe, welches unmittelbar leine malerieüe Einbuße, vielmehr gerade Besitzergreifung und Zntheilnng des Bodens, also des Trägers und O.nclls aller materiellen Güter an die einzelnen jüdischen Besitzer anordnc. Allein diese Ausnahme ist eben nur eilte scheinbare. Denn der jüdische Besitzer sollte das ihm znzutheileude Erbe, ,.seinen׳' Grrnld 1mb Boden eben nur unter dem uumittclbavcii Diktate des ציווי 1111b damit für jene idealen Ziele und Zwecke erhalten, deren Pflege und Bersorgnng gerade durch das זירוז und חיזוק dieses kategorischen in Imperativs in dem Volke des Gottesgesetzes für ewig gesichert sein sollten. Do das Weisheilsivort 1(ז. Schimeons. Wo hätte cs aber eine Zeit gegeben, in welcher cs in höherem Grade zeitgemäß gewesen wäre, die Grundgedanken dieses Wcisheitswortes zur allgemeinsten Erkenntnis; in jüdischen und in nichljüdischen Kreisen zu bringen, als eben in unserer den Erfolg anbctenben und in blinder Jagd nach mühelos erworbenem Neichlhnm die heiligsten Güter preisgebenden und verleugnenden Zeit! Die O.niutessen; dieses Satzes ist ja nichts Anderes, als der stolze Ausspruch.׳ der gesetz cs treue Jude ist der größte Idealist. Idealität des Strebens ist jener Zug, der das ächt jüdische Mizwa-Lcben in dem Grade durchweht, baß man eben diese Idealität getrost als eines der charakteristischen Merkmale der Wahrhaftigkeit dieses Mizwa-Lebens bczeichnen .kann. Denn wenn nur diejcnige Denk- und Handlungsweise eine wahrhaft idealistische ist, die freudig materielle Güter opfert für ideale Zwecke, die gar keinen ״praktischen" Nutzen bringen, so ist der gesetzeslrene Jude in der That der größte Idealist. Und wenn gerade in der Preisgcbnng hoher idealer Güter um des materiellen, in sülschlicher und durchaus unjüdischer Gegenüberstellung sogenannten ״realen" Nutzens willen sich recht cigc-itttich der niedrige Krämer- und Schachersinn ausspricht: so gicbt es keinen Menschenkreis, der täglich und stündlich in solcher Thatsächlichkeit den Beweis lieferte, wie uncndlich entfernt in Gesinnung und That er von diesem Krämer- und Schachersinn ist, wie eben der Kreis der gesctzestrcuen Juden. השרון טיט! Schmälerung des Vermögens, Mindernng der Einnahmen, Mehrung ״gänzlich unnützer" Ausgaben — welcher Wahnsinn nach den Anschauungen der Gegenwart! Und ein solcher Wahnsinniger ist und war der gesetzeslrene Jude, der Hosen verkaufende Semite des Herrn Trcitschke. Da möchten wir denn doch unsere in Unkeuntniß des jüdischen Gesetzes und Sinnes und Lebens herangewachsenen rcsormjüdischen Brüder und alle die nichtjüdischcn Verlästerer des JudenthnmS einladen, uns einen Menschen zu zeigen, der in Bethätignng idealer Gesinnung diesem semitischen Menschen, sofern er ein gcjetzestrcner Jude ist, gleich- oder auch nur nahekämc. Er schließt sein Geschäft an jedem siebten und an allen Festtagen — der Zufriedenheit seines Gottes und der Achtung vor sich selbst, wir glauben, das sind doch wohl ideelle Güter, bringt er freudig und als etwas Selbstverständliches ein volles Siebtel, nein mehr als ein Sechstel seines ganzen Einkommens. zum Opfer. Und ist er der ächte gcsetzcstreue Jude, so opfert er von der ihm zur Erwerbsthätigkeit bleibenden Zeit noch täglich eine bestimmte Zeit nicht etwa blos dem Gebete, sondern dem ״Lernen," dem Studium der Thora — einer durchaus ״unprositabelen" Geislesbeschäftignng! Und seine Kinder erzieht er in diesem selben Idealismus und bringt die größten Opfer um sie — הורה lernen zu lassen. Ihr sorgt auch für die Bildung eurer Kinder und scheuet kein Opfer dafür? Gewiß. Allein nicht jedes Bildnngsstreben ist ein ideelles. Wo die Bildung im Dienste des Nützlichkeitszweckes steht, da entspringt ihre Pflege einem nichts weniger als idealen Streben. Sicherlich bringt Ihr die größten Opfer, um eure Kinder zn tüchtigen und gebildeten Menschen herauwachsen zu lassen, lasset sie Alles lernen was — sie brauchen, um in der Welt fortzukommen und sich womöglich eine ehrenvolle Stellung zu erringen. Allein unser gesctzeStreuer Jude, der seine Kinder auch dieses Alles lernen läßt, aber auch noch einen Theil ihrer Zeit und ihrer Kraft und seines Geldes opfert, um sie הורה lernen;11 lassen, ״Hebräisch," das doch nichts ״nützt" und nirgends ״verlangt" wird, — der in der Erziehung ängstlich darüber ivacht, daß ihr Gemüth rein und ihr Sinn lauter und ihr Wort heilig und ihre That makellos bleibe, nicht weil ..Ehrlich am längster: währt" und wie alle die Klngheitsrücksichtcn heißen, mit denen mau die heiligsten Pflichten flctrirend in den Dienst

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