Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-01-04
- Page
- 6 (sequence 3)
- Language
- German
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verliehenen Vermögens für die von Gott gewiesenen Zwecke, darf auf Dauer und fortschreitende Segnung des Vermögens hoffen. Sorge dafür, daß Gott einen treuen Verwalter und Verwender seiner Spenden in dir finde; suche׳ GottcS und nicht deine Ehre in deinem Vermögen; denke zuerst an Gott und an die GottcSzwcckc bei Verwendung Deines Vermögens und znleht an dich und an deine persönlichen Ziele, so wird dich Gott gern zum Almosenier und Schatzmeister seiner Guter machen und Hab und Gut dir mehren. Allein Vermögen, materielle Güter, sind nicht die einzigen, sind nicht die ersten und höchsten, sind auch nicht die bcglnckcndstcn, die der Mensch onzustreben hat. Es girbt andere, höhere, beglückender( Ziele, die aber meistens nicht auf dem Wege ungestörter materieller Wohlfahrt zu finden sind; deren Wcrthschätzung, ja deren Vorhandensein sehr oft ein blühender materieller Wohlstand dem Bewußtsein cntrückt; deren ewige, unverlierbare Geltung tiud durch Nichts zu trübende beseligende Kraft der Mensch aber oft nur daran gewahrt, wenn sein materieller Wohlstand Erschütterung' gelitten. Mögen wir eS daher nicht unterschätzen, nicht GottcS nur wohlthncnde Güte auch dann nicht verkennen, wenn seine erziehende, nnS zu immer größerer Vollkommenheit führende Hand, wenn sein סופר selbst einen gut angewandten Wohlstand von uns schwinden läßt und uns in die Schule der Entsagung und Entbehrung führt, ans daß wir nicht einseitig bleiben, unS auch in der Kehrseite erproben, auch die Güter und Vollkommenheiten erwerben, die zunächst in der Schule der Vcibcii zu finden und zu üben sind. Mögen wir aber vor allein seine Zurecht- Weisung, seine .הובהר, willigen Herzens entgegennehmen, wenn der Glnckswcchsc! uns eine Mahnung sein darf, in unS zu gehen und unS zu einer tünschnngstosen Prüfung ladet, uns vor Gott und unserem Gewissen zu fragen, ob wir auf dem Wege dcS Glückes auch in den Wegen Gottes immer geblieben. Denn cS ist die Liebe GottcS, ist ein Zeichen, daß wir dieser Liebe noch nicht ganz unwürdig geworden, wenn Gott unS znrcchtweist oder wie ein Vater seinen Sohn zu immer größerer Vollkommenheit unS erziehen will. Vor allen! ist es ja Ein, alle anderen Heilcsgüter umfassendes und bedingendes Gut, dessen gerechte Würdigung bei vorhandenem הון, bei vorhandenem Wohlstand gar oft verkürzt wird, und das mit feinem reinen, milden, ewige Helle gewahrenden Strahle vor dem blendenden Glanze unS umgebenden Wohlstandes sehr oft in dem Schatten der Vernachlässigung bleibt, zu dessen gerechteren Schätzung und treueren Pflege wir daher wenn Gott uns liebt, durchמוסר ד׳ und תובוזתו geweckt werden, und dieses Gut ist ,הכבה והבונד, ist die aus drc göttlichen Lehre zu schöpfende Weisheit und daraus zu gewinnende Einsicht in dtt Wahrheit unserer Wcltbczichungcn und Aufgaben. Diese Weisheit und Einsicht macht unS zu wahren ״Menschen", die Beschäftigung mit der sie gewährenden GottcSlehre ist lohnender, als jedes andere Gewinnst versprechende Geschüft; sie ist wcrthvoller als Perlen, und daö ganze Inventar nuferer sonstigen Errungenschaften verliert, im Vergleich nüt ihr, seinen Werth. Ewiges Leben gewährt sie mit ihrer Rechten; ihre Erkcnntniß bereichert unfern unsterblichen Geist mit geistigen Vollkommenheiten, die ihn ins Jenseits begleiten; und vor allem ihre Erfüllung drückt einem jeden verschwindcndsten Augenblick treu verlebten hinicdigcn Daseins den Stempel der Bedeutung für die Ewigkeit auf und gesellt zu dein geistigen Schinucke unserer nnsterlichcn Seele die unvergängliche Blüthe erhöhter sittlicher Vollkommenheit. Auch Reichthum und Ehre gewährt ihre Ersüllniig für die hiniedigc Wallfahrt. Alle ihre Ausgaben sind dafür berechnet, wenn ganz und treu erfüllt, auch unser irdisches Leben mit den Gütern irdischer Befriedignng und Anerkennung zu beglücken. Allein nur mit ihrer Linken gewährt sie diese und will sie sic gcwähren. Nur als beglückende Zugabe sollen sie von unS hingenommcn werden. Wer sie aus ihrer Rechten als bedingende, erste und Hanptspcndc erwartet, wer die הבמה התורה pflegt, um aus ihrer Rechten עושר ובבור zu erhalten, der verscherzt das אודך בים" das ihre Rechte bietet, und feinem עושר ובבור fehlt das Beglückende, mit welchem sie ihre wahren Frenndc zu krönen bereit ist. Ja, wem ihre Rechte אורך יב״ם spendet, dem gewährt ihre Linke auch עושר ובבור selbst dann, wenn die Kurzsichtigkeit seiner Mitmenschen das Maaß dcS ihm beschiedenen Besitzes nicht als עושר und die Erscheinung seiner bescheidenen Lebensstellung nicht als בבור begreifen. Beglückend sind alle die Wege, die uns die aus der GotteSlchrc zu schöpfende Weisheit und Einsicht gehen lehrt. Denn alle ihre Ziele und alle die zu ihnen führenden Vollbringungen entsprechen den Anforderungen und Bestimmungen unseres von unscrm Schöpfer und Meister für diese Ziele geschaffenen und berechneten geistig leiblichen Wesens; und auch alle die Pfade unserer ganz individuell persönlichen Bestrebungen vollziehen sich, von den! Geiste der GotteSlchrc getragen und gcleitet, ohne Anstoß und Gefährdung irgend eines berechtigteit NächstcnheilS und erhalten uns wie den inner«, so auch den äußern Frieden. Der Baum des Lebens in ParadieseSmitte ist unS nicht mehr zugänglich. Wir haben ihn verloren, weil der Baum der Erkcnntniß von ihm getrennt neben ihm stand und wir uns die Früchte der Erkcnntniß gegen den göttlichen Willen pstückcn wollten. Mit