Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1868)
- Article
- Rundschau im Gebiete jüdischer Interessen
- Date
- 1868-07-01
- Page
- 366 (sequence 3)
- Language
- German
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S6ü> Urmdschau im Gebiete jüdischer Interessen. Wohkthätigkeit in weitesten ׳Kreisen als mustergültiges Beispiel ve»Hehrt wurde. Seiner Thätigkeit ist hauplsächll'ch mit die Gründung des vor Kurzem in Düsseldorf errichteten, im acht jüdischen Geiste begründeten Lehrerseminars zu danken, welchen er sofort ein Capital von zweitausend Thaler schenkte. 'Möge sein Andenken znin Segen und Beispiel gereichen! ■ In Württemberg soll die durch Gesetz von 1828 und Verordnuag von 1831 eingeführte ״jüdische Kirchenverfassung" vor die Ständekammeru zur Revision gebracht werden. Der Entwurf des Kultusministeriums wird zuvor einer aus ״Laien, Lehrern und Rabbinern" gebildeten Versammlung zur Begutachtung unterbreitet. Geben wir der Hoffnung Raum, daß diese Begutachtung und Re- Vision alle Schäden der gegenwärtigen Verfassung erkennen und befettigen wird. Namentlich müßte die hierarchische Verwaltung abgestellt und den Gemeinden das volle Selbstbestimmungsrecht zurückgegeben werden. Die zur Aendcrung der Verfassung des Cantons Zürich niedergesetzte Commission hat beschlossen zu beantragen: die völlige Glaubens-, Cultus- und Lehrfreiheit zu garantiren — und der religiösen Gemeinde und Genossenschaft die selbstständige Verwaltung ihrer Cultusangelegenheit unter Oberaufsicht des Staats zu übertragen. Der Zustand unserer Glaubensgenossen in Rußland trübt sich täglich immer mehr. Die ״K. H. Z." schildert den Jammer, den die Austreibung der wegen der Hungersnoth aus dem westlichen Theile des Czarenreichs sich nach Petersburg gewandten Juden, verursacht. Die Armen, welche nur mit gewöhnlichen Pässen versehen sind, werden an Händen und Füßen gekettet, in Gemeinschaft mit den ärgsten Verbrechern öffentlich durch die Straßen geschleppt, um sodann auf den Schub gebracht zu werden. — In Warschau werden die Jude», welche christliche Ammen halten, mit harten Strafen und Exekution belegt. Der dortige Polizeidirektor hat den Juden den Zutritt der hinter dem ״sächsischen Parke" belegeneu Mineral-Wasfer-Heilanstalt plötzlich untersagt, so daß eines schönen Morgens die mit ihren für die Dauer des ganzen Somniers gelösten Karten versehenen Juden durch P-lizeibeamte zurückgewieseu wurden. — Der Gouverneur der Westprovinzen in Wilna hat in