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Jeschurun · 1868-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1868) · p. 367

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 10-12 (Juli 1868)
Article
Rundschau im Gebiete jüdischer Interessen
Date
1868-07-01
Page
367 (sequence 4)
Language
German
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Rundschau im Gebiete jüdischer Interessen. 367 dem neuen Aushebungsgesetze verfügt, daß den jüdischen sich der Stetlung Entziehenden nicht allein deren Vermögen, sondern auch das Vermögen ihrer Eltern zu confisziren sei, sobald sich Nachweisen läßt, daß dieselben von der Absicht ihres Sohnes, sich dem Militärdienste zu entziehen Kenntniß gehabt haben. Zur Charakteristik dieser rusfischen Verfügungen diene eine von dem ״Israelit" nach der ״N. f. P." mitgetheilte Behandlung der Geschäfte. In Grodno hatten einige jüdische Hauseigenthümer wegen einer Unterlassung eine Polizeistrafe verwirkt. Der Gouverneur begnügte sich in acht Haman'schem Sinne nicht damit diese allein zu strafen, sondern verhängte über sämmtliche jüdische Hausbesitzer eine Geldstrafe von je 10 Rubel. Diese wurden erlegt, die Juden wandten sich aber beschwerend an den Statthalter in Wilna, zu welchem sie eine Deputation von 6 Mitgliedern entsendete. Dieser theilt die Beschwerde dem Gouverneur von Grodno mit, welcher die Deputation zu je 25 und alle anderen jüdischen Hauseigenthümer zu je 10 Rubel Strafe für diese Beschwerde verurtheilte. Hierauf richteten die Juden ein Gesuch an den Minister des Innern, welcher dasselbe an den Statt- Halter zu Wilna zur Berichterstattung sandte. Dieser forderte Bericht vom Grodnoer Gouverneur und dieser nahm die Juden für diesen Schritt nochmals in die gleiche Strafe von 25 Rubel für jeden Deputaten und 10 Rubel für jeden Hauseigenthümer. Die verzweifelten Juden gingen mit ihrer Bitte nun direkt an den Kaiser, welcher den Gouverneur zur Rechenschaft zu ziehen veranlaßte. Dieser belegte dafür die Juden zum vierten Male mit der Strafe von je 25 resp. 10 Rubel und erzwang sich von den Bürgern der Stadt Grodno ein« Anerkennungsadresse für die der Stadt erwiesenen Wohlthaten, — um sich damit bei dem Kaiser zu rechtfertigen. Die Juden haben aber den Kopf nicht verloren und in Petersbürg die Entstehung jener Adresse berichtet. Der Gouverneur hatte nämlich die Bürger nach dem Gouvernementsgebäude befohlen, dasselbe mit Kosaken umstellen lassen und die Bürger unter Androhung von Knutenhieben zum Unterzeichnen der von ihm selbst abgefaßten Adresse gezwungen! In Ungarn ist der israelitische Congreß durch Ministeriell- Vertilgung auf den 12. November d. I. einberufen, die Wahlen dazu finden am 3. November statt. Das Resultat dieses Congrefses

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