Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1868)
- Article
- Rundschau im Gebiete jüdischer Interessen
- Date
- 1868-07-01
- Page
- 365 (sequence 2)
- Language
- German
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Rundschau Iw Gebiete jüdischer Interessen. 368. empfehlen, im Juliheste ״des Centralblattes fi'rr die gesammte Unterrichts-Verwaltung in Preußen" ein Ausschreiben an sämmtliche Organe der Regierung für die Aufsicht über jüdische Societätsschulen des Inhalts, daß das Ministerium dem Beschlüsse des Abgeordnetenhauses nicht willfahrt, vielmehr daraus hinweist, ״daß der jüdischen Gemeinde keine gesetzliche Bestimmung zur Seite steht, wonach sie die Berufung ihres Rabbiners zur Inspektion über ihre Schule als ein Recht in Anspruch nehmen könne" und ״daß keinerlei praktische Gründe geltend zu machen sind, welche die beantragte Aenderung in der Localinspektion über die jüdische Schule dortselbst nothwendig oder auch nur vorzugsweise nützlich erscheinen lassen." Hingegen haben wir mit Befriedigung aus dem Junihefte des genannten Centralblattes einer Verfügung desselben Ministeriums zu gedenken, welche die Dispensation der jüdischen Schüler von dem Besuche der Schule ciat Sonnabend anerkennt. In Hamburg, wo die Reorganisation der Gemeinde in der Weise vollzogen ist, daß jedes Gemeindemitglied erklären kann, welcher der beiden Cultusgemcinden, der sogenannten Synagogen- und Tempelgemeinde, 10 Prozent seines Gemeindebeitrages zugewendet werden soll, und diese beiden Cultusgemeinden unabhängig von einander dastehen, — eine Ausgleichung, welcher wir nicht das Wort reden kömren, da dadurch der auf den bekannten nichijüdischen Grundsätzen basirte Tempelgemeinde eine Anerksnnnng als jüdische Gemeinde von jüdischer Seite zu Theil wird — sind Anzeichen eines Zwiespalts innerhalb der Synagogengemeinde vor- Händen, welche uns lediglich ans persönlichen Verhältnissen zu erwachsen scheinen. Wir würden es sehr zu beklagen haben, wenn wegen so rintergeordneter Fragen die Einigkeit der Gemeinde zum Opfer fallen würde und geben uns der Hoffnung hin, daß noch bei Zeiten die ernste Erwägung des wahren Gemeiudeintereffcs über alle andern den Sieg davon tragen und offener Zwiespalt vermieden werden wird. Einen schweren Verlust haben wir in dem am 8. Thamus d. I. erfolgten Ableben des Herrn S. H. Prag in Düsseldorf zu beklagen. In ihm ist ein Mann dahin geschieden, dessen opserfreudige Hingebung für alles jüdische Interesse, besten rechtschaffener, biederer Charakter, dessen nngeheuchelte Frömmigkeit, dessen reiche