Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1868-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1868) · p. 351

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 10-12 (Juli 1868)
Article
Die Rabbinerversammlung zu Kassel
Date
1868-07-01
Page
351 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2932754-2932987-2932995-2951354--11202-2951421
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Are RMinerversaumlung zu Kassel. 351 ״naiven religiösen Anschauung" sein müsse und daß sie zu einem anderen kein Zutrauen besitzen können? Welchen Werth diese fünf Beschlüsse haben, vermögen wir nicht einzusehen — taut de bruit pour uue Omelette! Denn alles Uebrige: 25 auf den Gottesdienst bezügliche Fragen von Philippson nebst einigen Amendements; die Anträge Dr. Wieners ans Oppeln: die Eheschließung während der Sefira zn gestatten und eine Revision der Speisegesetze vorznnehmen; V1-. Philippson's (aus Dessaul Antrag: eine Einheit in dem Religionsunterrichte anzustreben; die Anträge Di. Geiger's in Bezug auf Wein, der aus nichtjüdischen Händen kommt und auf das Proselytenbad u. s. w. u. f. w>, an Commissionen zu überweisen, kann man schwerlich als ein großes Resultat ansehen. Diese Commissionen sollen bekanntlich für eine noch urigeborene Synode arbeiten. Bezeichnend ist noch, daß ein Antrag vom Oberrabbiner Cahn aus Trier, daß die Rabbinen mit aller Kraft auf Heilighaltung des Sabbaths im Geschäftsleben hinwirken sollten, abgelehnt wurden. Wir enthalten uns auch hierüber, sowie über die erwähnten an Commissionen überwiesenen Anträge, welche uns nicht einmal dem Wortlaute nach authentisch bekannt sind, heute eines Nrtheils und gelangen zum Schlußworte des vr. Adler, welcher diese Tage als die glüZlichsten feines Lebens pries und an jenen Midrasch erinnerte, nach welchem ein Heide einem jüdischen Weisen vorgeworfen, sein Gott sei ein Dieb, der dem Adam im Schlafe die Rippe gestohlen, worauf der Weise geantwortet: allerdings, aber er habe ihm dafür das holdselige Weib, die Gefährtin sein Lebens gegeben, wie wenn Jemand ein irdenes Gefäß nimmt und ein goldenes dafür an die Stelle setzt. ״So mögen auch wir dem Volke manchen Brauch, der ihm nicht an das Herz, wohl aber an das Kleid gewachsen, nehmen, ihm aber dafür den ächten Goitesbegriff, den Geist wahrer Religiösität und Sittlichkeit in das Herz legen." Wie selbst vom Standpunkte des Redners diese Worte zu dem Beschlüsse passen, ist wiederum unerfindlich. Was haben alle ihre 6 Beschlüsse mit dem ״echten Goitesbegriff", ״dem Geist wahrer Religiösität und Sittlichkeit" zu thun, es sei denn im negativen Sinne? Diese Herren nehmen immer den Mund so voll und er-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.