Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1868)
- Article
- Ha-azinu und die Gegenwart
- Date
- 1868-07-01
- Page
- 304 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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864 VMN - einen Weiteren Schritt zum Ziele seiner einst Völker beglückenden E>2 lösung thun könnte, thun sollte, — damit nun die Enkel dieses Gesetz, als wäre cs die nicht weiter zu gebrauchende Krücke eines geheilten Lahmen, das ferner nutzlose Seil eines geretteten Schiffbrüchigen, bet Seite werfen, und, was nun erst seine wahre, volle Bedeutung in den Augen einer einsichtiger gewordenen Völkerwelt ge- Winnen und sich als beglückender ״Ueberwinder" der Zeiten bewähren sollte, als ״überwunden und abgelebt" zu Grabe tragen? Und wenn es nun doch eine Wahrheit wäre, ״wovon die Kunde der Zeiten und die Geschichte des Menschengeschlechter" zeugen, was ״die Väter überliefert und die Men uns gedeutet", wenn es nun doch wahr wäre, daß, ״als der Höchste, mit Theilu'ng des Menschengcschlechtes die Weltgeschichte einleitend, jedem Volke einen Boden crtheilte", also, daß die verschiedenen Völkererscheinungen nur als die Frucht aus der Vermählung des Menschengeistes mit den verschtedenen ihnen zum Erbe gefallenen Erd-Autheilen dastehen, Er diesen ganzen Complex von Völkergeschiedenheiten in innigsten Eonnex zu den wenigen Israels-Söhnen gestellt, gleichzeitig mit dieser Bodcnscheidung der Völker Ein Volk eingeführt, das nicht in einem Erdantheil sein Erbe, sondern selber als ein ״Antheil Gottes" und als sein erstes wiedergcwonncnes ״Erbtheil" unter Menschen dastehen sollte, dazu in von der Erde verstoßener ״Oede" von Ihm geschützt, von Ihm zu menschenwürdiger ״Einsicht" gebracht, von Ihm geleitet, und hoch über alle Erdenmacht auf Adlerschwtngcu durch die Zeiten getragen, auf/ daß, wie Er, der Höchste, es bei dessen Gründnng im Anblick der Länderscheidung der Völker ausgesprochen, durch die Lehre, die ihm anvertrant, und durch das Beispiel der Pflichttreue, das es zu geben bestimmt worden, es ״zum Segen allen Geschlechtern der Erde" und zum Wiedervereiniguugsmittel aller Völ- ,kerfamtlien in und mit ihrem Einen Vater im Himmel werde, — wenn es denn doch eine Wahrheit wäre und eine Wahrheit bliebe, was dieser ״Höchste", dieser einzige Lenker der Menschengeschichte als Ziel aller Zeitentwickclung gesetzt, daß dieses Volk einst das Völker einigende, beglückende Ziel seiner Sendung erreiche, wie aus der lebenskräftig in der Erde bewahrten Wurzel eines gefällten welkcn Baumes, also von dem gefällten Stamm seines edelsten Geschlechtes, aus Aisai's Wurzel annoch die Sprosse hervorblühen werde,