Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1868)
- Article
- Ha-azinu und die Gegenwart
- Date
- 1868-07-01
- Page
- 303 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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imb die Gegenwart, 30a kerkeben drohen, das Besitz und Genuß als daS Bedingende, Recht und- Sittlichkeit als das Bedingte zum Ausgangspunkt setzt, das nicht das ganze Gesummt- und Einzelleben dem Sittengesetze des Einen-Einzigen unterwirft, der allein mit seinem Gesetze sich als ״Arzt" alles Menschen- und Vvlker-Weh's angekündigt, damit die. Enkell dieses Volkes,, in den Augenpunkt der Völker gestellt, dieses Gesetz zu, dem Gerolle abgelebter Meyscheiünstitutionen werfen und sich auch, die ״Zehngebote" ihres Lehens von dem Diktate des Besitzes und Genusses schreiben, lassen wollen? Darum hätte Go,tt sie durch alle die prüfungs- und wunderreichen. Jahrhunderte siegreich geführt, hätte sie ringsum das Steigen und Fallen ruhmreichster Volker erleben lassen, hätte sie inmitten einer wahngeblendeten, und durch ihren Wahn um menschenwürdiges Leben und menschenwürdtge Lebensfreunde gebrachte Welt die Wundermacht dieses Gesetzes erfahren lassen, das ihnen Alles siegreich erhielt und wundergleich gewährte, dessen ein Volkswahn sie berauben und ein Vvlkswahn sie | entbehren lassen mochte, das in ihren, vom Bolksfanatismus gepserchten, vom Volksfanatismus bedrohten Hütten ein geistiges und sitt- 1 liches Leben, eine wissenschaftliche Bildung, ein menschenwürdiges I Selbstbewußtsein, ein Rechtsgefühl, einen Gemcinsinn, eine Huma- | nität, eine Opferfreudigkeit für das Schaffen alles Wahren und | Guten, für die Linderung alles Wch's, eine Gemeindebrüdcrlichkeit, | ein beglücktes und beglückendes Familienleben der keuschsten Ehe,!s der zärtlichsten Gattenltebe, der ängstlichsten Eltern sorge, des hingej bendsten Kindergehorsams, der treusten Geschwisteranhänglichkeit, — | ohne staatliche Beihülfe und Fürsorge, ja meistens unter staatlicher s Verkümmerung — alles menschwürdige Wahre und Gute in einer I menschenbeglückenden Größe zur Entfaltung und Blüthe gebracht, damit nun, nachdem sie mit diesem Gesetz im Arme über Gräber und Trümmer untergegangener Volksgeschlechter allein in die lichter gewordene Gegenwart lebensfrisch und hoffnungsfroh gelangt, und nun die beglückende Gotteskraft dieses in so schweren Zeiten herbster jj Geschicke so wundermächtig bewährten Gesetzes, in doppelter, weithin | leuchtender Herrlichkeit sich als die beglückende Seele eines, unter ij Rechtsachtung eben durch Licht- und Wärmestrahlen dieses Gesetzes jj menschlicher gewordener Völker, in reicherer, ungehinderter Entfaltung | heiterausblnhenden Lebens zeigen konnte, zeigen sollte, und hgM