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Jeschurun · 1868-04-01 · Heft 7-9 (April 1868) · p. 284

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 7-9 (April 1868)
Article
Angela
Date
1868-04-01
Page
284 (sequence 6)
Language
German
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Mal-MMe persprach seine Schwägerin M veranlassendas Han!s ß noch;m׳ Abend zu mrlaffen. Das Zimmer, in dem die Oleine | sich befand, durfte von den HMslenten nicht betreten tvexden, der Arzt hatte es in aller Gegenwart so angeordnet. Den Tag schritt vor, Angela traf Vorbereitungen zur Flucht — § Mt jeder Minute wuchs die Angst der Eltern. Giudjtta, in naz menloser Verzweiflung, wälzte sich bald!schluchzend aus dem Teppich, A bald raffte sie sich aus, schaukelte in ihren zitternden Armen das i blühende lächelnde Kind, herzte und küßte es in leidenschaftlicher | Zärtlichkeit. Ihr Gatte litt nicht weniger als sie, aber mit dem Ans- | gebot aller Geisteskraft war es ihm gelungen, seine Fassung in so Z weit zu bewahren, um im Stande zu sein, den Rettungsplan mit seiner Schwägerin wieder und wieder zu durchsprechen. | Die Zeit der Abreise rückte heran. Der Arzt erschien, er wollte! in dieser schweren Stunde mit Rath und Hilfe gegenwärtig sein. Kr hatte gerathen, für alle Fälle das Kind möglichst unkenntlich zu machen, hatte zu diesem Zwecke ein Kräuterbad verordnet, dem er -eine dunkle Flüssigkeit beimischte, um die blendend weiße Haut des Kindes, mit einer dunkelgelben Farbe zu überziehen. Stumm, aber in unsäglichem Schmerz lehnten die unglücklichen Wern über die p Wanne, in der die Kleine badete. Munter pläscherte das lebhafte Kind in dem dunklen Wasser, das es bald aus den Vater, bald auf E hie! Mutter zu spritzen suchte, und sich köstlich amüsirte, wenn ihm dieses gelang — Giuditta's Thränen waren versiegt; aber je näher der Augenblick rückte, in dem sie sich von ihrem Kinde trennen sollte, p um so größer ward ihre Verzweiflung. P Düsteres Schweigen herrschte im Zimmer, nur unterbrochen von dem heiteren Lallen des KindeS «nd dem schmerzlichen Wimmern, :das sich von Zeit zu Zeit der Brust der unglücklichen Mutter ent- :rang. Niemand sprach ein Wort- P Endlich öffnete sich die Thür und Angela, schon vollständig f im Reiseanzug trat herein. ״Es wird Zeit,"!flüsterte sie. Gtuditta stöhnte -- Mit zitternden Händen nahm sie das Kind aus dem Wasser, um x-s zu trocknen Von einer dunkflen Ahnnng erfaßt, Mhm der:Vater ein kleines Medaillon mit dem Bilde seiner Gat- Mn:und hing es Unser den Kleidern dem Kinde um. — Der Arzt j gab ihm nun ein Opiat —: |

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