Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 7-9 (April 1868)
- Article
- Vorgänge in Steinamanger
- Date
- 1868-04-01
- Page
- 268 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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MK Vorgänge-iw Steimmangeb. 1 ־ Am 28. war wegen des ׳stattfindenden Wochenmarktes nur Z eine Nachmittagssitzung, welche halb 3 Uhr begann. Der erste | Klage-Gegmstand der Verhandlung war die Frage bezüglich des I Gottesdienstes, welche vom Gesammtcollegium im Sinne der Ge- | wiffensfreiheit als ein wohlbegründeter erklärt wurde, und es entz spann sich nun eine ausgedehnte Debatte über das Ausmaß der | Synagoge der Minorität, indem dieselbe einen Raum für 60 männ- | liche Sitze beanspruchte, nachweisend daß ihr provisorisches Bet- | local welches 40 Sitze enthält, den jetzigen Besuchern zu klein ist. t Die Majoritäts-Anwälte wollten nur 30 Sitze zugestehen, und i wurde dieses in susxsirso gehalten. Hierauf gelangte eine Frage;י zur Verhandlung, welche zur größten- Heftigkeit und Aufregung f führte, und die innerhalb der Grenzen wenigstens relativ pariamen- | tarischer Mäßigung zu erhaltendes dem Präsidenten nur mit größter | Mühe gelang. Die Minorität verlangte nämlich Garantien für die s gewissenhafte Aufrechterhaltung der über das ״,Lw-Fleisch getroffenen ß Einrichtung, sowie die Aufnahme des Punktes, daß stets ein Schäch- E ter über Entscheidungen von ^n׳nrwvr< autorisirt fein solle, jedoch wüffe | derselbe von einem Rabbiner der ihr Vertrauen genießt, diese Au- | torisation erlangt haben. Hiermit war natürlich die Person des is Rabbiners in die Debatte gezogen, welche bisher diplomatisch um- | gangen werden konnte. Nun ist es zwar allgemein bekannt, daß [j in Bezug auf die Würdigkeit deffelben auch unter der Majorität eine von der, Minorität nur wenig, ja vielleicht gar nicht abwei- A chende Ansicht stattfindet. Nichts destoweniger wurde in der energisch- E sten Weise die Parole ausgegeben, daß der Person des Rabbiners s weder ausdrücklich noch auch berührungsweise erwähnt werden dürfe. Es kam also hierin zu keiner Entscheidung, indem die Majorität diesbezüglich blps zngestand, daß ein Schächter über N1WO8 nifwtM autorisirt sein müsse (gleich viel von welchem Rabbiner immer er E sich diese Hattara verschafft hatj. Auch verweigerte dieselbe jetzt standhaft, die Tags zuvor zugestandene Vereinbarung Betreffs Hef bung des Religionsunterrichtes in das Protokoll aufzunehmen.!s Diese Sitzung wurde um 7 Uhr Abends geschloffen und vom | Präses eine fernere aus den 29. 72 10 Uhr, Morgens zur Vor- \ läge, respect. Annahme dieser Präliminarien in der zu berufenden Generalversammlung sämmtlicher Gemeindemitgliedern anberaumt.