Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 7-9 (April 1868)
- Article
- Beleuchtung der die Gemeinden- und Schulen-Organisation betreffenden Vorlagen der ungarisch-israelitischen Konferenzmajorität
- Date
- 1868-04-01
- Page
- 243 (sequence 18)
- Language
- German
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Von einem Mitglied,des Schomre-Hadath-Vereines. 243 Name» nach jüdische Schule, deren Leiter und Lehrer zwar der Judenheit angehören, aber durch Lehre oder Leben die Verbindlichkeit des jüdischen auf der schriftlichen und mündlichen Gottesoffenbarung beruhenden Religionsgesetzes leugnen, ist für den orthodoxe» Juden ebenso wenig als die Unterrichtsanstalten nichtjüdischer Religionsgenossenschaften als konfessionelle Schule zu benützen, und selbst wenn von Liner solchen Schule nicht die direkte Verbreitung antijüdischer Lehren zu befürchten wäre, könnte der orthodoxe Jude dennoch in derselben nie und nimmermehr eine seinem Bekenntnisse entsprechende Lehranstalt erblicken. Der Beweis hiefür liegt in den die Schulorganisation betreffenden Vorlagen der Konferenzmajorität. In ihrem Berichte sagt dieselbe: ״Wir erkannten die Rothtvendigkeit der konfessionellen Volksschulen und waren bemüht, derselben in jeder Beziehung Rechnung zu tragen; wir erkennen, daß in dem zarten Alter der Empfänglichkeit in das Herz des lernenden Kindes der Keim des religiösen Gefühls gepflanzt werde, aber über das Maaß des Nothwendigen hinaus konnten wir uns nicht veranlaßt sehen, andere Mittelschulen vorzuschlagen als solche, die bestimmt sind als Vorbereitunasschulen für diejenigen, die sich dem Lehrer- oder Rabbinerstande widmen wollen, und hierzu eine nothwendige Summe hebräischer Wissenschaft sich aneignen müssen." Also für diejenigen, die nicht einst dem ״Lehrer- oder Rabbinerstande" angehören sollen, genügt, daß in deren Herz ״der Keim des religiösen Gefühls gestanzt werde;" alles, was über die Ein- Pflanzung dieses Gefühlskeimes hinausgeht, übersteigt nach Ansicht der Konferenzmajorität das Maß des Nothwendigen, gehört nur für diejenigen, die sich rücksichtlich ihres künftigen Standes ״eine Summe hebräischer Wissenschaft aneignen müssen." Die ״hebräische Wissenschaft" oder — was wohl damit gemeint ist — die Quellenkenntniß des jüdisch-religiösen Schriftthums soll also in Ungarn ,;um Brod- und Standesstudium, zum Spaten für die einstige Nahrungsguelle, zum Kasteneigenthum Derer werden, für deren Stand eine Summe dieser Wissenschaft nothwendig ist, und dos Volk, die jüdische Gesammthcit, die heranwachs »de Generation soll von dem über die Einpflanzung des ״religiösen Gefühls" hinausgehenden Unterrichte im jüdischen Gesetze ausgeschlossen bleiben; die