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Jeschurun · 1868-03-01 · Heft 6 (März 1868) · p. 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 6 (März 1868)
Article
Angela
Date
1868-03-01
Page
203 (sequence 13)
Language
German
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Äott S.». 20s ״Sie haben recht gethan,doch nun lassen Sie uns überlegen." Angela legte einiges von den Speisen auf die Teller, verbarg den größten Theil in einem Schranke, um es nicht merken zu lassen, daß Niemand davon genossen, und trat dann wieder in's andere Zimmer zu den Geschwistern, die bereits mit dem Doktor in eifriger Berathnng sich befanden. Ginditta wollte fliehen mit dem Kinde, unverzüglich, noch in dieser Nacht. DalMonte stellte ihr die Unausführbarkcit dieses Planes vor, sobald Gianna, die das Kind nie verlassen pflegte, dasselbe vermisse, würde sie die Geistlichkeit davon benachrichtigen und diese schon Sorge tragen, daß man augenblicklich dasselbe verfolge. Der Doktor fügte hinzu, daß man überhaupt wohl amnhmcn könne, daß das Haus schon jetzt von Spähern beobachtet werde — Verzweiflungsvoll rang die Mutter die Hände — Aber entlassen wollte sie die Wärterin, ohne Aufschub, gleich am Morgen, es sei ihr doch unmöglich die Seclcnverkäuferin ihres Kindes vor Augen zu haben, Doch auch dieses, stellte man ihr vor, sei unmöglich, im Gegenthcil, sie müsse freundlich wie immer mit der Warterin plaudern, um durch Nichts ihren Verdacht zu erregen. Aber Vas waren immer nur negative Beschlüsse, und doch drängte die Zeit; wollte man das Kind retten, so mußte es bald geschehen, konnte man doch nicht wissen, wann die Geistlichkeit beabsichtige, cs den Eltern zu entreißen, und doch zeigte sich ihnen kein Rcttnngsweg — Der Jammer der Eltern war stumm aber grenzenlos — Mitternacht war langst vorüber und rathlos saßen sie noch alle da. Die Herren hatten allerdings schon verschiedenartige Vorschläge gemacht, aber bei näherer Ueberlegung hatten sich alle als nnansführbar gezeigt. Angela lehnte in einer Ecke dcS Divans. Sie hatte an den Berathungen der Ucbrigen nicht Theil genommen; mit geschlossenen Augen, wie schlafend saß sie da, nur das ungleiche Wogen ihres Busens ließ errathen, daß sie wache. Jetzt endlich erhob sie sich und trat zu den Andern, ihren Vorschlag mitzntheilen — Es war ein kühner wohldurchdachter Plan, den sie ihnen anscinandersetzte, wohl der Bewunderung wcrth, die die in athcmloser Spannung ihr Lauscheuden ihm zollten. Sie wollte am kommenden Morgen, wie gewöhnlich, in's Kinderzimmcr sich begeben; sie pflegte um diese Zeit, Während die Wärterin das Bad für die Kinder bereitete, mit ihnen st

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