Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 6 (März 1868)
- Article
- Angela
- Date
- 1868-03-01
- Page
- 198 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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198 Herr, dem Ei!,tretenden entgegen eilend und ihm die Hand schüttelnd, ״seien Sie mir von Herzen willkommen!" ״Ich muß vor allem die Damen um Entschuldigung bitten, daß ich mir erlaube, sie zu so später Stunde mit meinem Besuche zu belästigen, doch ich hatte mich schon längst danach gesehnt, ein Stündchen in Ihrer werthen Gesellschaft zu verbringen, und am Tage habe ich, wie Sic wissen, keine Minute frei, meine Freunde müssen daher wohl Nachsicht mit mir haben und mir einen Abend schenke." ״Ich hoffe, Sie sind überzeugt, Herr Doktor, daß Ihr Besuch uns zu jeder Zeit innigst erfreut," erwirderte Giuditta verbindlich; Loch zu ihrer Schwester sich neigend flüsterte sie dieser zu, ״der Besuch gilt dir, bisher ist cs ihm niemals eingefallen sich nach unse- Gesellschaft zu sehnen, und wie er dich anblickt — armer Alberto, er hat einen Rivalen." Giuditta hatte Recht, mit unverholener Bewunderung hafteten des Doktors Augen auf dem blühenden Antlitz des jungen Mädchens, auch diese fühlte es. ״Sprich nicht so, Giuditta," bat sie, ״du machst mich errvthen und das ist sehr genant/' Die Herren hatten unterdessen über die neuesten politischen Ereignisse eine Unterhaltung angeknüpft, die von dem Arzte jedoch durchaus nicht mit seiner gewöhnlichen Unbefangenheit geführt wurde, bald blickte er auf die Damen, bald wie träumend vor sich nieder, indem er sich mit der Hand über die Stirne fuhr, er schien etwas auf dem Herzen zu haben und zu überlegen in welcher Weise es vorzubringcn. Endlich erhob er sich, ״dürste ich Sic bitten, Herr Dal Monte, auf ein Viertelstündchen sich mir mir in Ihr Zimmer zurückzuziehen, ich mochte in einer Geschästsangclcgenheit mirJhren Rath erbitten. Sie entschuldigen doch, meine Damen?" ״Aber nur auf ein Viertelstündchen," erwirderte die Hausfrau, ״wir haben so selten das Vergnügen, Sie als Gast bei uns zu sehen, daß ich Ihnen nicht gern ein verdorbenes Abcndbrod vorsetzen mochte." ״Seien Sie unbesorgt, gnädige Frau, wir werden Ihrem Souper schon alle Ehre erweisen." Giuditta reichte ihrem Manne einen Leuchter mit brennender Kerze und beide Herren begaben sich in's Nebenzimmer. ״Wollen Sie gefälligst Platz nehmen, Herr Doktor," sagte der Hausherr auf einen Fauteuil.deutend und ließ sich selbst aus einen andern nieder«