Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 6 (März 1868)
- Article
- Angela
- Date
- 1868-03-01
- Page
- 197 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Sott©,.; LS? es behagt dir nicht bet uns," fügte er hinzu als er die leicht umwölkte Stirn des jungen Mädchens gewahrte. ״O bei euch gefällt es mir schon ganz ausgezeichnet, in eurem Hause fühle ich mich sehr behaglich. Aber wenn man nur das Haus in's Freie stellen könnte, oder wenigstens aus einen der großen Plätze, an denen Ferrara ja nicht arm ist. An die dumpfe eingespente Ghettoluft bin ich nicht gewöhnt, ich begreife nicht, wie ihr es darin aushaltet." ״Wir halten es auch in der That nicht darin aus," crwiederte Giuditta lachend, ״hast du mich doch in den wenigen Tagen deines Hierseins, schon oft genug getadelt, daß ich so viel in unserm Geschästslokal in der Stadt bin und so wenig zu Hause bei den Ktndcrn; nun giebst du es doch endlich zu, daß du es selbst nicht besscr machen würdest." Angela seufzte, ״wann werden die Mauern der Ghcttiö endlich fallen?" ״Glaube mir, Angela," unterbrach ste ihr Schwager, ״so dump die Luft dir hier erscheint, so verfallen die Häuser des Ghetto's stnd, so umschließen ste doch unendlich viel Glück, mehr wahres Glück vielleicht als die ganze übrige Stadt. Alles kann man uns rauben, Alles hat man uns geraubt, selbst die frische freie Gottcsluft, deren das niedrigste Geschöpf sich erfreut, aber nufere Familieninniakeit kann man uns nicht entreißen, nicht unfern inner» Frieden, nicht das beseligende Bewußtsein treu erfüllter Pflicht." Er hatte den einen Arm um Giudittas Taille geschlungen, während er mit dem -andern den kleinen Leo stützte, der sich auf seinen Knieen schaukelte. Leuchtenden Blickes betrachtete Angela die schöne Gruppe, ״möget ihr immer glücklich sein," flüsterte sie seltsam bewegt, ״möget ihr immer so glücklich sein." ״Und reizt dich der Anblick unseres Glückes nicht zur Nachahmung?" fragte Giuditta halb ernsthaft, halb neckend, ״willst du noch immer hartherzig sein gegen den armen Alberto?" Angela wollte antworten, ein Klopfen an der Thür und der Eintritt eines Fremden verhinderte sie. ״Allseitigen guten Abend, .meine Herrschaften! ich störe doch nicht?" - ״Ei guten Abend mein lieber Herr Doktor!" ries der Haus-