Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 6 (März 1868)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1868-03-01
- Page
- 183 (sequence 11)
- Language
- German
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Bon Br. I. Gugenheimer. 183 ״Guten und Bösen nicht seine Sinne, nicht seine Phantasie, nicht ״seinen sinnlichen Verstand, sondern den ihm offenbargewordenen ״Gotteswillen vernehmen und dieser Vernunft als fernem ״einzigen Leitstern folgen müsse, wenn er auf Erden seine Be- ״stimmung erfüllen und würdig bleiben wolle, daß sich ihm die Erde ״zum Paradiese gestalte." Der obigen Auffassung steht V. 7 des 3. Kap., worauf sich Knobel bezieht, durchaus nicht entgegen, da in diesem Verse nicht von einer dem Menschen bis dahin fehlenden höheren Erkenntniß sondern von der Erkenntniß der Nacktheit berichtet wird, die erst durch die Sünde entstand, da, wie in dem vorl. Comm. bemerkt wird, ״auch die leiblichen Reize göttlich und rein sind, so lange sie ״sich als Mittel zu Gott heiligen Zwecken unterordnen; sobald aber ״dieses Verhältniß sich umkehrt, haben wir uns allerdings ihrer zu schä- ״men." Wenn also, wie durch die obige, mannigfache Schwierigkeiten des Kap. lösende Interpretation gezeigt wird, der Genuß vom Baum dem ersten Menschen keine ihm bis dahin abgegangene höhere Erkenntniß gebracht hat, so kann in V. 22 nicht von einer ״Eifersucht auf den hoch- ״strebenden Menschen" die Rede sein, sondern ist der V., wie in dem vorl. Comm. gezeigt wird, so zu verstehen: ״Der Mensch hat sich also wie Einer von uns benommen, selbst zu wissen was ״gut oder bös", womit er eben seine hohe Bestimmung verletzt hat, da dieselbe darin besteht, nicht wie das Thier, für das ״der ihm in newohnende Instinkt der Gvtteswille ist, aus seiner individuellen Natur heraus zu erfahren, was gut und böse ist, sondern ans der zu ihm redenden Gottesstimme, die häufig an der in ihm laut werdenden Sinnlichkeit Widerspruch findet, zu erkennen, was für ihn das Gute und das Böse sei." Außer der obigen der gewöhnlichen Uebersetzung sich anschließenden, aber die Annahme einer ״Eifersucht auf den hochstrebenden Menschen" vernichtenden Erklärung hat Herr Nabb. Hirsch noch eine andere von R. Akiba ausgestellte Interpretation sprachlich begründet, bei der es gar keinen Nachweises bedarf, daß der angcführte Vers nicht die entfernteste Berechtigung zu der von der Bibelkritik geltend gemachten Auffassung bietet. R. Akiba hat nämlich wie Ber. rabbah K. 21 ersichtlich ist, die gewöhnliche Auffassung, nach der ״ כאחר משwie Einer von uns" verstanden und dieser