Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 6 (März 1868)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1868-03-01
- Page
- 178 (sequence 6)
- Language
- German
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178 Die Hypothesen der Bibelkritik. fähigkeit der Schlange kann nur dann als etwas ״Wunderbares" betrachtet werden, wenn man von deren gegenwärtigem Zustande auf ihre ursprüngliche Beschaffenheit schließen zu können glaubt. Dieser Anschauung tritt der vorl. Comm. durch die S. 85 sich befindende Bemerkung entgegen, daß ״die Erdwelt, wie sie jetzt um uns ist, nicht mehr dieselbe ist, wie sie ursprünglich war." Diese Bemerkung findet speciell hinsichtlich der Redesähigkeit der Schlange in dem 1. V. des 3. Kap. ihre vollkommene Begründung, wo, wie bereits von N. N. H. Wessely in seinem unter dem Titel עוללות נפתלי erschieneuen Commentare gezeigt wurde, die auf ,כל חית השדר sich bezichende» Worte אשר עשה ד׳ *)קי׳ darum als überflüssig erscheinen, weil die Thatsache, daß sämintltche Thiere von Gott geschaffen wurden, schon früher erwähnt ist; diese Worte müssen deßhalb daraus hinweisen, daß die zuerst auf das Schöpferwort entstandenen Thiere, diejenigen 'חית השרה אשר עשה ד' א, eine von dem gegenwärtigen Zustande der Thierwelt verschiedene Beschaffenheit hatten, daß daher von vem jetzigen Zustande der Thierwelt auf ihre ursprüngliche Beschaffenheit durchaus nicht geschlossen werden kann. Nach dieser im Wortlaute des Textes vollkomnien begründeten Auffassung, die auch dem Sanhedrin 59 b. angeführten Ausspruche des 'R. Schimeon und Zbn ESra's Widerlegung der allegorisirendcn Deutung zu Grunde zu liegen scheint, ist die Redefähigkeit der Schlange nicht als ״wunderbare" Erscheinung zu betrachten, sondern befanden sich alle zu בהמה und חית השרה gehörenden Thiergeschlechter vor der Sünde des Menschen auf einer höheren Stufe als der gegenwärtigen, und wurden ihnen, nach der Sünde manche ihrer ursprünglichen Eigenschaften entzogen, was wie auch in dem vorliegenden Comm. zu V. 14 15 gezeigt wird, in der Beziehung der Thiere zum Menschen und in der von Gott beabsichtigten Menschenerziehung seine» Grund hat. Ueberdies ist weder die Redefähigkeit noch die Bestrafung der Schlange wunderbarer als die Schöpfung der Welt, die im 1. Kap. berichtet ist, das ebenso wie die Kap. 7, 4. 21—23 sich befindende Darstcllung des auch auch über die Thiere verhängten Gottesgerichtes auch nach Anschauung der Bibelkritik nicht dem ״jüngeren Erzähler" sondern der ״Grundschrift" angehört. Die auf V. 5. 8. 22. sich stützende Annahme der Bibclkritik beruht aus einer durchaus falschen Auffassung der bctr. Verse. Daß