Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 6 (März 1868)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1868-03-01
- Page
- 177 (sequence 5)
- Language
- German
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Von Dr. I. Gugenyeimer. 177 ״dieses Patriarchen; unvermerkt aber entfernte man sich von der ״Einfalt seiner Lehren; und Nalsonuemcnt, Muthmaßung, Unwissen- ״heit und Leidenschaften nebst den Leidenschaften, die jeder Nation ״eigen sind —brachten eine Menge von Religionen hervor, die viel- ״leicht verschiedener erscheinen als sie es im Grunde wirklich sind. ״Da die Perser ein Land bewohnten, das von der Gegend des ״Noach und seiner Nachkommenschaft nicht weit entfernt war, und ״von Natur ernsthafter, weniger flatterhaft und bestimmter waren, ״als andere Volker, so wäre es gar wohl möglich, daß sich die alten ״Traditionen bei ihnen treuer, als sonst wo, erhalten hatten." Selbst ein neuerer zu den Koryphäen der Bibelkritik gehörender Gelehrter äußert sich in demselben Sinne; Delitzsch sagt in seinem Commentare zur Genesis S. 105 ss.: ״Wenn im 2. Fargard des Ven- ״didad Ormuzd —- — gebietet, einen viereckigen wohlgeschützten ״Garten zu errichten und dorthin die auserlesensten Geschöpfe zu ״bringen — — so ist das und mancher andere Zug der iranischen ״Sage ein Nach klang der unter der schlichten und fast farblosen ״Hülle unseres Berichtes verborgenen Wahrheit." S. 108 ff.: ״An ״den Baum des Lebens in unserer Erzählung erinnert der h. Baum ״der Hindu, der zoroastische Hom, der Lebensbaum auf den altassy- ״rischen Denkmälern. Wir finden in solchen Anklängen der Völker- ״sage an die biblische Erzählung Beweise nicht für ihren my- ״thischen, sondern im Gegenthetl für ihren geschichtli- ״chen Charakter." Wir wollen hiermit keinen Beweis für den jüdischen Ursprung mancher im Sagenkreise der Volker ausgenommener Erzählungen anführen, sondern nur zeigen, daß auch nach der Ansicht bedeutender nichtjüdischer Forscher jene Berichte nicht, wie die meisten Bibelkrt- Liker annehmen, aus den heidnischen Mythen in die Bibel sondern ans der Bibel in die Religiousschriften der Völker kamen. So lange daher die Bibelkritik nicht das Gegenthetl beweist und die der Völkermythe von ihr vindizirte Priorität und Influenz nicht durch historische Gründe dokumeirtirt, müssen alle hierauf gestützten Folgerungen als leere, jedes Anhaltspunktes entbehrende Luftgebilde betrachtet werden. Ebenso nichtig ist der auf die ״wunderbare Redefähigkcit und Bestrafung der Schlange" gestützte Grund. Die Rede-