Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1868)
- Article
- Die Eheangelegenheit des Herrn Dr. B. in Wien
- Date
- 1868-01-01
- Page
- 147 (sequence 2)
- Language
- German
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Avuvr. Z. HMesHeim. IM daß ei» öffentliches Geheimniß die Braut als «ine zum Judenthume übergetretene Christin bezeichne, erst eine Legitimation darüber haben müsse, daß dieser Uebertritt nach ritueller Vorschrift geschehen, zumal nach letzterer mit Solche», die nach demselben eine Ehe einzugehen beabsichtigen, viel skrupulöser vorgegangen werden muß; ja der Beistand des p בית, wo die Erreichung letzteren Zweckes supponirt werden muß, ganz versagt werden soll. Ich glaube hinzugefügt zu haben, daß mir mein Gewissen umsomehr vorschreibe auf vollgültige Legitimation zu dringen, als mir der Rabbiner zu W., dem Zuständigkeitsorte der Braut, hierin wenig zuverlässig erscheine, (wobei mir besonders der bekannte erst jüngst stattgehabte Präcedenzfall eines Bräutigams aus Kanisza vorschwebte). Ich rieih deinselben, wenn irgend thunlich, die rituelle טבילה vor den Wiener Seelsorgern vorznnehmen, in welchem Falle der Act gewiß ganz rite geschehen würde. Was für ״Kosten" (von denen Hr. Dr. B. ini Bricfe spricht) d׳e Dclegatiou machen könne, wisse ich nicht. (Hr. Dr. ©., der mich nicht erst seit heute kennt, weiß recht gut, daß ich noch nie für irgend ein Zeugnis; oder überhaupt für die Beisetzung meiner Unterschrift, ja für Correspondenzen und Arbeiten irgend welcher Art, welche K. s. d. Jahr aus Jahr ein fast täglich von mir den verschiedensten Petenten gemacht werden, auch nur einen Groschen genommen); und würde ich nach Erledigung der Sache die ganze Sendung nach seiner Bestimmung den Armen zuführen. Hierauf erhielt ich am 25. folgende Antwort: ״Wie Sie aus dem beiliegenden jüdischen Zeugnisse ersehen, das deutsche mit den Siegeln der Rabbinen liegt bei der hiesigen Gemeinde, ist meine Braut nach den strengsten Anforderungen unseres Ritualgesetzes zum Judenthume übergetreten, weßhalb auch die hiesigen jüdischen Funktionäre sofort die Trauung auf künftigen Montag angesetzt haben. Es konnte Niemand glauben, daß Sie Anstoß nehme» könnten, wenn die hiesigen Seelsorger die Dokumente in Ordnung fanden und ich mein Gewissen beruhigt fühle, der ich zum wiederholten Male aus Anhänglichkeit zum Judenthume eine glänzende Earriere ausgeschlagen habe. Ich ersuche Sw dringendst mir umgehend die Delegation nebst den beiliegenden Dokumenten einzusenden, da die drei Rabbiner in Frankfurt a. M-, Offenbach und