Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1868)
- Article
- Die Distellese des Herrn Kirchheim [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- 131 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Die DisteÜese des Herrn Kirchheint. 131 ״nöthig wäre?" Diese schon früh aufgeworfene Schwierigkeit löst E. in folgender Weise: חוה״ heißt sie von חוח sprechen, von dem bei ״dem weiblichen Geschlechts vorherrschenden Hange zur Geschwätzig- ״keit. Wie paßt nun dazu die Begründung ״? כי היא היתר. אם כ?, ה׳ Man höre und bewundere: ״Der Schöpfer hat Alles mit Weisheit ״geschaffen und geordnet — weßhalb hat er nun der Natur des ״Weibes einen so hohen Grad von Sprachfertigkeit znertheilt? Dies ״ist doch scheinbar etwar ganz zweckwidriges. Denn 1) der Mann ״gebraucht die Rede zum Studium des göttlichen Gesetzes — dazu ״sind aber die Frauen nicht verpflichtet — wozu ihnen also die ״Schwatzhaftigkeit? 2) Der Mann gebraucht ferner die Rede beim ״Geschäfte, wo Zungenfertigkeit von hohem Nutzen ist um die Maare ״anzupreisen, oder den Käufer, resp. Verkäufer zu überreden. Das ״Geschäft ist aber nicht der Beruf der Frau — wozu ihnen also ״die Zungenfertigkeit? — Um so mehr als 3) gerade die Stätte ״der Frau das Haus ist — zu wem soll sie also alles das sprechen, ״Wozu ihr natürlicher Hang zum Redeflüsse sie treibt? etwa zum ״Holze? oder zum Steine?" — Jetzt kommt denn die große Entdcckung, wozu der Frau der Redefluß und weßhalb derselbe ein ihrer Bestimmung so wesentlicher, daß die Aeltermulter der Menschheit in ihrem Berufe als Mutter von ihrem Gatten den Namen חוה erhalten habe, was demgemäß soviel als ״Schwätzbase" bedeutet. ״Die natürliche Geschwätzigkeit der Frauen ist Mir großem ״Nutzen und dient zur Erhaltung der Welt. Denn wenn die Stunde ״kommen, wo ein junger Erdenbürger seinen Einzug halte» soll, ״sden sehr graphischen Ausdruck C.'s gestatten wir uns so zu um- ״schreibenj, wird di« Mutter von entsetzlichen Schmerzen überfallen, ״so ungeheuer und so entsetzlich, daß das ganze Weltall nicht ans- ״reicht ihren Schmerz und ihre Sorge zu fasten; jeden Augenblick glaubt ״sie zu sterben, und die Opfer dieser Todesangst sind zahlreicher ״als die den wirklichen Gefahren des betr. Aktes erlegenen; da, in- ״dem sie der Angst verfallen, sie verzweifelnd sich aufgibt, so wirkt ״das wie Gift und ihre Kraft ist gebrochen. sNun liegt es aber auf der Hand, daß die Tage des Menschengeschlechtes gezählt wären, wenn alle Frauen vor der in Rede stehenden Haupt- und Staatsaktion das Zeitliche segneten. Was also diesen traurigen Ausgang abwendet, ist von vitalster Bedeutung im strengsten Sinne des Wortes.