Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1868)
- Article
- Die Distellese des Herrn Kirchheim [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- 118 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Distellese-des Herrn Mrchheim. sich männiglich. Man könnte den Herren nichts Unangenehmeres thutt als einen Abdruck dieses Pamphlets — dessen Verfasser beiläufig den göttlichen Ursprung der Thora, die ihm ״Mythen" und ״sibylliuische Orakel" enthält, mit dürren Worten leugnet (S. 22), der ,כיאה משיח תהית המתים, תפלות zum Gegenstände des rohesten Spottes macht (S. 25) ja, sich nicht entblödet seinen Spott noch gegen einen Höheren zu richten und von einer ״paradiesischen Umgangssprache (8161) Gottes mit Adam und Eva und der Schlange" blasphemirend zu höhnen (S. 5) — in Tausenden von Exemplaren in allen jüdischen Kreisen zu verbreiten. Gleichwohl wollten wir mit unserer Besprechung zurückhalten, bis wir uns ein Exemplar des אהל׳ יה!דה verschafft. Wenn wir eine Steigerung unseres Staunens für unmöglich gehalten hatten, ein Einblick in den אהל' יתהה hat das Unmögliche möglich gemacht. Einem Jeden, der das H.'sche Werk mit wissenschaftlichem Verständniß liest, wird es klar, daß bei den sprachlichen Forschungen des Verfassers das Wesentliche in erster Linie nicht so sehr die Laut- Verwandtschaft, wie vielmehr die begriffliche Ermittelung der Grundbedeutung einer Wurzel ist, die oft eine Reihe scheinbar ganz von einander fernliegender Bedeutungen hat. Statt nun die Schwierigkeit ungelöst zu lassen und verschiedene vollständig identische Wurzeln mit verschiedenen Grundbedeutungen zu statuiren, wozu Fürst so gut wie alle Anderen sich genöthigt sieht, z. B. עור No. 1. עור No. 2. bis עור No. 6, somit also die ungelöste Schwierigkeit einfach nur zu registriren, fragt der Verfaffer: wie muß der Genius der hebr. Sprache z. B. die Rebe und das Singen, oder wie muß er die Begriffe: Stadt, blind, Haut, Wach-sein, angeschaut haben, wenn er sie durch dieselbe Wurzel bezeichnet? Welches ist die Grundbedeutung, welches der Grund- und Hauptbegriff, der diesen scheinbar so disparaten Begriffen zu Grunde liegt und dessen besondere Modificirungen sie bilden? Denn daß, abweichend von andern Sprachen, bei der Bildung der Hebr. Sprachwurzeln nicht die sinnliche Anschauung, sondern der Verstand und zwar der einer höheren Intelligenz schaffend thätig war, das hat der Hr. Verfasser z. B. an den Wurzeln שור (S. 620) und הומה (S. 219) schlagend nachgewiesen. Zur Controle, zur Vertiefung und Erweiterung dieser Forschungen tritt nun erst in zweiter Linie