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Jeschurun · 1867-12-01 · Heft 3 (Dezember 1867) · p. 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 3 (Dezember 1867)
Article
Worte, gesprochen in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. ... zum Gedächtnis des am 12. Marcheschwan verstorbenen Oberrabbiners Salomon Klein zu Colmar
Date
1867-12-01
Page
80 (sequence 10)
Language
German
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80 Worte it 4c. zum Gedächtniß be§ verstorbenen Ich weiß, wie er damals geblutet; ich weiß, waS er damals empfunden. Alle sonstige Unbill, die der Treffliche, eben um seiner Trefflichkeit willen, so vielfach zu dulden hatte, Alles konnte er verwinden. Den Schmerz hat er mit in's Grab genommen. Hätte Klein nur einen kleinen Anflug von dem modernen Leichtsinn gehabt, wäre er nur ein -kleines Bischen von dem gewichen, was man die jüdische Orthodoxie nennt, wenn er nicht so ganz und gar aufrecht in dem Rechten gestanden, man hätte ihn geehrt, hätte ihn, Gott weiß zu was, erhoben; nur so ganz und gar echt jüdisch durfte er nicht sein, und so mußte der Mann, der mit seinem Herzblut für die Zugend gewirkt, dafür nur Fußtritte hinnehmen, und diejenigen, die sich die Oberleiter der religiösen Gesammtheit nennen, die Das zu thun gehabt hätten, waö er gethan, die Das hätten Pflanzen müssen, waö er gepflanzt, — die zertraten vor seinen Augen mit dem Hufschlag ihrer Autorität die Pflanzung, die er geschaffen-Das war der Lohn von seinen Zeitgenossen für die 'צדקות ד, die er gethan — — — Und Dieser Mann des edelsten und weichsten Herzens, der stch's nie verziehe» hätte, wenn er auch nur einem Kinde zu nahe getreten wäre, dem auch nur der bloße Gedanke Zemandem vielleicht Unrecht gethan zu haben, auf Wochen, auf Monate, aus Jahre hinaus die Freude aus dem Herzen bannen konnte, dieser Mnnn, der ein göttliches Werkzeug der Wohlthätigkeit und der Menschenfreundlichkeit aus Erden war, dieser milde Mann, dieser Mildeste unter den Milden, er war doch zu gleicher Zeit, wo es der תודת galt, wo daS göttliche Recht in Frage stand, die Festigkeit, die eisernste Consequenz, die Unerschütterlichkeit, die Schärfe des Wortes und Strebens selbst! Derselbe Mensch, der צדקות ד, עשת, den seine Milde befähigte das Werkzeug göttlichen Wohlthuns in seinem Kreise zu sein, zugleich das Werkzeug des er»stestcn göttlichen Ernstes! צדקות ד׳ עשה und zugleich משפטיו עם ישראל! Vor ihm galt keine Hoheit, kein Stand, vor ihm galt kein Glanz der Erde, vor ihm galt keine Macht, vor ihm galt keine Einschüchterung, wo es galt die Wahrheit zu sprechen, das Recht zu vertreten, dem Leichtsinn zu steuern. Er war der Milbeste für die Milde und zu gleicher Zeit der Ernsteste im Ernst. Zn dem Momente als seine Seele dahin ging, alö die Engel deS göttlichen Throns sie unter die Finige der göttlichen Gnade nieder-

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